Ralf Borchard 2016. Foto: BR | Markus Konvalin

ehem. Studioleiter Hörfunk (bis 31.08.2017)

Ralf Borchard

Mein erster Schritt auf den Balkan brachte mich in die Nähe von Sarajevo, nach Rajlovac. Dort war nach dem Bosnien-Krieg die Bundeswehr stationiert. Ich flog 1997 als Bonn-Korrespondent hin, um über die deutsche Hilfe beim Wiederaufbau zu berichten.

 

Dann kam 1999 der Kosovo-Krieg. Weil es zu gefährlich wurde, aus dem Kosovo selbst zu berichten, schickte die ARD Krisenreporter in die Nachbarländer, mich nach Albanien. Nie werde ich die ausgemergelten Männer vergessen, die – von Frauen und Kindern getrennt – aus dem Kosovo über die Grenze  kamen, die Angst ins Gesicht geschrieben.

 

Mein dritter Schritt nach Südosteuropa war hoffnungsfroher. Gerade zurück von Korrespondenten-Jahren in London, flog ich 2010 nach Bukarest. Thema: die Kunstszene in Rumänien – etwas chaotisch, aber kreativ, und auf ansteckende Weise positiv. Genauso wie zum Beispiel das Kulturzentrum in Zagreb, das „In“-Café in Pristina, der CD-Shop in Sofia, die ich danach entdecken konnte. Seit 2012 bin ich Südosteuropa-Korrespondent und Studioleiter für den ARD Hörfunk in Wien.

 

Geboren und aufgewachsen bin ich in München, Zeitungsvolontär und Student war ich in Nürnberg und Erlangen. Auch in den USA habe ich studiert, über Kanada promoviert. Zum Bayerischen Rundfunk kam ich 1991. Dort war ich Moderator, Reporter und Redakteur, vor allem für Bayern 2 und B5 aktuell. Als Berlin-Korrespondent war mein Schwerpunkt Außen- und Sicherheitspolitik. Zeitweise habe ich für den BR und die ARD aus Washington, Buenos Aires, Tel Aviv und Amman berichtet.

 

Was mich am Balkan besonders reizt? Hier findet das „junge Europa“ statt: Kroatien ist das jüngste EU-Mitglied, Serbien steht als nächstes vor der EU-Tür, im Kosovo ist der Altersdurchschnitt jünger als in jedem anderen Land in Europa. Was mich außer Journalismus interessiert? Familie, Freunde, bildende Kunst, Fußball – und die Berge.