Michael Mandlik 2016. Foto: BR | Daniel Dzyak

Studioleiter Fernsehen

Michael Mandlik

So vieles wandelt sich. So viele Fragen stehen im Raum. Unglaublich nahe liegen Chancen und Risiken, Stärken und Schwächen, Ängste und Hoffnungen beieinander. Es gibt für einen Journalisten wohl kaum einen dramatischeren Moment als gerade jetzt auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise, der de facto eine historische Herausforderung für das gesamte Europa bedeutet, im ARD Studio Wien/Südosteuropa mit der Arbeit als Fernseh-Korrespondent zu beginnen.

 

Seit meiner Ankunft hier und den ersten journalistischen Erfahrungen, die ich tatsächlich ohne Zeitverzug machen durfte, verstehe ich nun noch mehr, wie bedeutsam die Berichterstattung aus den Ländern des Balkans erneut geworden ist. Was in Südosteuropa derzeit geschieht wird das Schicksal des gesamten Kontinents mindestens für die kommenden Jahre prägen. Ähnlich wie bei einem aktiven Vulkan gibt es fast spürbar Anzeichen und Hinweise, wie instabil die politisch höchst fragile Balkanregion immer noch ist und wie groß die Gefahr, dass eine scheiternde, will heißen aus den Fugen geratene Flüchtlingspolitik den gesamten Balkan erneut in gefährliche Schieflage bringen könnte. Längst machen angstbesetzte Begriffe wie „Flüchtlingsrückstau“ die Runde. Wird die EU in Zusammenarbeit mit den betroffenen südosteuropäischen Ländern diese Krise meistern können? Oder werden am Ende doch auch wieder die Akteure anderer Großmächte und Finanzlobbys mitmischen und so die Schicksale der Menschen in Südosteuropa nach ihren Interessen beeinflussen?

 

Ich werde zusammen mit meinen Fernseh- und Hörfunk-Kolleginnen und Kollegen im ARD Studio Wien/Südosteuropa wohl viel zu berichten haben und wünsche mir, dass es trotz oder gerade angesichts so trüber Vorzeichen dennoch mehrheitlich gute Nachrichten sein werden.