Laszlo Perczel bei einem Stadtportrait über Budapest – für die Aufnahmen wurde der Brückenmeister der Kettenbrücke, dessen Vater auch schon Brückenmeister derselben Brücke war, interviewt. Foto: BR | Laszlo Perczel

ehem. freier Mitarbeiter in Ungarn (bis Okt. 2017)

Laszlo Perczel

 

Leider müssen wir eine traurige Mitteilung machen: Unser langjähriger ARD-Mitarbeiter László Perczel ist am 7.10.2017 unerwartet verstorben.

 

László war ein ganz besonderer Mensch und Kollege. Bedachtsam, liebenswürdig und hochintelligent. Nie hat er vorschnell ein Urteil gefällt, weder über Menschen noch über politische Entwicklungen, das machte ihn auch so wertvoll und unersetzlich für uns. Immer konnte er ein für uns neues Detail, eine wichtige Information, eine präzise Analyse beisteuern, wenn es um die politische Entwicklung in Ungarn und ganz Südosteuropa ging.

 

Wir – KorrespondentInnen, Kameraleute, TechnikerInnen, CutterInnen, StringerInnen und Team-Assistentinnen – schätzten ihn, gerade wegen seiner ruhigen, unaufdringlichen und behutsamen Art. Er ist ein Mensch geblieben und hat andere Mensch sein lassen.

 

Wir werden ihn alle sehr vermissen.

In tiefer Trauer, das ganze Team des ARD Studios Wien/Südosteuropa.

 

 

 

László über sich selbst:

Als gebürtiger Budapester wurde ich im Todesjahr von Josef Wissarionowitsch Stalin (1953) geboren und somit hatte ich das Glück die Untaten des ungarischen Stalinismus nur aus Büchern und Erzählungen meiner Eltern zu erfahren. Dem Umstand, dass mein Vater ein ungarischer Diplomat war verdankte ich, dass sich mir die Grenzen Ungarns früher öffneten als anderen ungarischen Mitbürgern und ich meine Kinder- und Jugendjahre in Rom, Berlin und Santiago de Chile verbracht habe. An der Universität von Budapest studierte ich Philosophie und Geschichte.

 

Zwischen 1981 und 1990 habe ich an der Pressestelle des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten gearbeitet, wo ich mit der Organisation von Programmen deutsch-, spanisch- und italienischsprachiger Journalisten betraut wurde. Dies war eins der spannendsten Jahrzehnte meines Lebens und Ungarns, da man Schritt für Schritt die Liberalisierung und mögliche Änderung des Einparteiensystems erlebte. Nach 1992 verbrachte ich, als Presseattache vier Jahre an der ungarischen Botschaft in Wien. Nach meiner Rückkehr nach Budapest bemerkte ich, dass mir die „Gehorsamkeit des guten Beamten“ Unbehagen bereitet und entschied, mich als Dolmetscher selbstständig zu machen.

 

Ich begann erneut mit der Organisation von Fachprogrammen für deutschsprachige Journalisten, Rundfunk- und Fernsehmitarbeitern. Seit Jahren leiste ich ungarnweit Produktionshilfe für das ARD Studio Wien.

Beiträge von Laszlo Perczel

Keine Artikel vorhanden