Karla Engelhard 2016. Foto: BR | Markus Konvalin

ehem. Korrespondentin Hörfunk (bis 30.09.2016)

Karla Engelhard

Journalistin war nie mein Traumberuf, zumindest nicht in der DDR! Lehrerin wollte ich werden. Doch mehr als durch Pädagogikstudium und Promotion lernte ich durch die Montagsdemos 1989 in Leipzig. Plötzlich wurde Journalismus spannend. Nach dem Mauerfall gehörte ich zum Gründungsteam des ersten Privaten Sächsischen Rundfunks (Radio PSR) in Leipzig – zu dieser Zeit der erste Private im Osten überhaupt. Für Radio PSR ging ich in die Landeshauptstadt Dresden und berichtete über sächsische Landespolitik oder über den „Tag der Sachsen“ – ein Volksfest unter „König Kurt“ ( Kurt Biedenkopf CDU Ministerpräsident von 1990 – 2002). Mitte der 90er zog es mich in den Westen, ich ging zum WDR nach Köln. Der WDR schickte mich jedoch recht rasch wieder in den fernen Osten, nach Moskau. Schließlich war in der DDR Russisch lernen Pflicht.

 

Als ARD Korrespondentin berichtete ich sechs Jahre lang aus der ehemaligen Sowjetunion: Über die Rosenrevolution in Georgien (2003), die Orangene Revolution in der Ukraine (2004) und die Tulpenrevolution in Kirgisien (2005). Der Tschetschenienkrieg im Kaukasus und der Krieg in Afghanistan sowie Terrorakte und Geiselnahmen bestimmten unsere Arbeit in Moskau. Trotzdem oder gerade deswegen, erzähle ich gern die Geschichten einfacher Menschen, deren einfaches Leben oft ein Kampf ums Überleben ist und von denen wir Wohlstandsdeutsche oft Einiges lernen können. Als der BR mir die Chance gab von Wien aus über den Balkan zu berichten, griff ich gern zu und tauschte das Riesenreich Ex-Sowjetunion gegen Ex-Jugoslawien plus Österreich, Albanien, Rumänien und Bulgarien. Die „Anfahrtswege“ in die Berichtsländer sind seitdem kürzer geworden, die Länder kleiner, nur deren Probleme nicht.

 

Auf Russen muss ich auf dem Balkan auch nicht verzichten, ob in den überteuerten Edelläden in Wien oder in den neuen Businesszentren in Sofia oder Belgrad.
– мы говорuм по-руcски! –