Gordan Godec (re.), Hochwasser in Gunja, Kroatien 2014. Foto: BR | Gordan Godec

Freier Mitarbeiter in Kroatien und Slowenien

Gordan Godec

Als ich 1964 in Zagreb geboren wurde, war das Jugoslawien, aber eigentlich auch damals schon irgendwie Kroatien. Erklären wollte mir das keiner, ich war zu klein und wuchs ohnehin in Deutschland auf.

 

Warum trennen Grenzen Menschen? Wer keine Antworten bekommt, wird neugierig. Schon während ich in Köln Ethnologie, Spanisch und Volkswirtschaft studierte, fand ich mich mit meiner Neugier im Journalismus wieder. Von der Lokalzeitung zum WDR, vom Radio zum Fernsehen, von Köln in die weite Welt hinaus.

 

Immer auf der Suche, was uns Menschen verbindet in dieser Welt voller sichtbarer und unsichtbarer Grenzen. Für die ARD berichtete ich über den Krieg in „meinem“ Jugoslawien. Machtgelüste Weniger, zogen blutig neue Grenzen für Viele. Ich zog meine Grenze: wurde Deutscher, statt Kroate. Die Suche ging weiter: Unruhen in South Central/LA, das gebrochene Mythos des Shaolin-Klosters in China, Mut und Verzweiflung am Jenissei in Sibirien… bis ich langsam begriff, dass uns Grenzen gar nicht trennen. So konnte ich mich im neuen Jahrtausend in Kroatien, am Familiensitz meiner Vorfahren niederlassen und mich familiären Dingen widmen. Aber die Neugier blieb und die ARD und ich trafen uns wieder. Seit 2008 arbeite ich als freier Mitarbeiter für das ARD Studio in Wien – von Kroatien aus.

Seit 2015 koordiniere ich die Arbeit der Online-Redaktion.