Eldina Jasarevic – Interview während der Proteste im Feb. 2014 in Tuzla. Foto: BR | Eldina Jasarevic

Freie Mitarbeiterin in Bosnien und Herzegowina

Eldina Jasarevic

Im ersten Kriegssommer in Sarajevo, im Juli 1992, habe ich von einer Nachbarin gehört, dass ein ARD Fernsehteam jemanden sucht, der Deutsch kann, sich gut in der Stadt auskennt und Auto fahren kann! Als eine gebürtige Sarajevoerin und Germanistin habe ich mir damals nur Sorgen über rasantes Fahren durch Heckenschützenalleen in der belagerten bosnischen Hauptstadt gemacht, alles andere schien mir unkompliziert. Und so begann meine journalistische Odyssee mit der ARD…

 

Lernen musste ich schnell, weil damals alles so intensiv war: viele Tote und viele Granaten, kein Strom, kein Wasser, die Tagesschau, die Tagesthemen, Live-Schalten, … – all das war technisch und menschlich zu schaffen. Unterstützung jeglicher Art kam von meinen ARD Kollegen vom Fernsehen und Radio: Tipps für die Arbeit, warme Unterwäsche als Weihnachtsgeschenk, Vitamine für meine Nichte und meinen Neffen, ein paar Dosen für meine Eltern…

 

Jetzt bin ich Master für Medien und interkulturelle Kommunikation, unterrichte Deutsch an einer privaten Uni in Sarajevo und beim Goethe Institut. Und die ARD – Fernsehen und Radio – ist noch immer da. Ich mache noch immer für sie meine Arbeit: ich dolmetsche, recherchiere, organisiere, suche neue Themen, mache Interviews, schneide O-Töne, bin vor Ort. Ich bin noch immer „ARD Mädchen für alles“  in Bosnien.