Camelia Ivanova im Interview mit Rozalina Luskova, Geschäftsführerin der „Iliev Dance Art Foundation“. Foto: BR | Camelia Ivanova

Freie Mitarbeiterin in Bulgarien

Camelia Ivanova

Als ich im Juni 2014 das ARD Studio in Wien zum ersten Mal betrat, wurde mir bewusst, dass es genau das war, was ich wollte, Teil dieses internationalen Teams zu werden. Dieser Gedanke machte mich ein wenig nervös, denn vorher galt es das Bewerbungsgespräch zu bestehen. Ich habe es geschafft und bin heute Mitarbeiterin der ARD in Bulgarien.

 

Zehn Jahre lang habe ich in Bulgarien bei Print- und Onlinemedien als Wirtschaftsjournalistin gearbeitet und mich vor allem mit Themen aus den Bereichen Wirtschaft, EU-Institutionen, EU-Fonds und Medien beschäftigt. Studiert habe ich Internationale Wirtschaftsbeziehungen in Sofia.

 

Vor drei Jahren gehörte ich zu den GründerInnen der „Vereinigung europäischer Journalisten – Bulgarien“, einer Nichtregierungsorganisation, die sich für die Meinungsfreiheit in Bulgarien einsetzt und junge Journalisten in ihren Bemühungen unterstützt, die schlechten Bedingungen in der Medienarbeit zu verbessern. Das war auch der Grund für mich beim unabhängigen Blog-Radio „Zemlyanka.net“ mitzumachen. Wir sind eine nicht-kommerzielle Journalisten-Initiative und wollen eine Plattform schaffen, wo wir frei über die Probleme in der bulgarischen Gesellschaft sprechen können, die von den Mainstream-Medien vernachlässigt werden. Ich habe mich dort als Koordinatorin engagiert und moderierte die wöchentliche Sendung „Mediator“, die sich mit der Medienlandschaft in Bulgarien beschäftigte.

 

Ich glaube, dass die Mitarbeit für die ARD aus mehreren Gründen ein großes Privileg ist. Zum einen helfen unser tiefgründiges Wissen über die Region und unsere lokalen Kontakte dabei, den ARD Zuschauern (TV) und Usern (Blog) Qualitätsjournalismus zu bieten, der durch die unbearbeitete Informationsflut im Internet nie ersetzt werden kann. Zum anderen genieße ich als ARD Mitarbeiterin besondere Freiheit in Bulgarien und das ist von unschätzbarem Wert in einem Land, das im Weltindex der Pressefreiheit 2014 auf Platz 100 abgestürzt ist.