Attila Poth (li.) – Interview mit dem in Budapest geborenen Rapper DopeMan (Originalname:László Pityinger) – Gründer der MAFIA Partei (MAgyar FIAtalságért Párt – Partei für Jugendliche Ungarns). Foto: BR | Attila Poth

Freier Mitarbeiter in Ungarn

Attila Poth

Ein ungarischer Journalist aus Serbien? Na, klar, warum nicht. Das kann nur für diejenigen eine Überraschung sein, die die Region und die Geschichte nicht kennen. In allen Nachbarländern Ungarns wohnen Ungarn, als Minderheit. Meine Heimatstadt in Vojvodina, in Nordserbien, heißt auf Ungarisch Szabadka, Subotica auf Serbisch oder Kroatisch, und Maria – Theresianopel auf Deutsch.

 

Ich bin Baujahr 1975 und seit 1994 wohne ich in Budapest. Nach dem Abschluss des Gymnasiums bin ich nach Ungarn übersiedelt, um zu studieren. Slawistik, Journalistik, und später Internationale Beziehungen habe ich an der Universität gelernt.

 

In den Journalismus habe ich mich schon früh, als ich noch Kind war, verliebt. Mit meinem besten Freund habe ich eine Klassenzeitung unter dem Namen „Cactus“ herausgegeben. Ich mag es Fragen zu stellen und Geschichten zu erzählen, die wichtigsten Sachen einfach zusammenzufassen. Als Journalist kann man, darf man und muss man hinter die Kulissen sehen, man kann auch interessante Leute, denen man sonst nie begegnen würde, kennenlernen.

 

Mein erster Arbeitsplatz war bei MTV (der öffentlich-rechtliche Fernsehsender Ungarns). Als Praktikant habe ich beim außenpolitischen Wochenmagazin, „Panorama“ begonnen, dann, im Jahre 1999 war ich außenpolitischer Redakteur bei der Tagesschau von MTV. Meine serbischen Sprachkenntnisse haben mir sehr geholfen: 1999 bombardierte die NATO das damalige Jugoslawien.

 

Ich bin im Oktober 2000 vom Fernsehen zum Hörfunk gewechselt. Da startete das Inforadio Ungarns, es war eine neue Herausforderung. Als Probe berichtete ich eine Woche lang als freischaffender Korrespondent über die aktuellen Ereignisse in der Hauptstadt Jugoslawiens, über die Revolution in Belgrad, gegen die Regierung von Slobodan Milosevic. Als ich nach Budapest zurückkam bekam ich meine feste Stelle beim ungarischen Inforadio.

 

Ich verbrachte fast sieben Jahre beim Inforadio als innen- und außenpolitischer Reporter. 2001, kurz nach den Terroranschlägen in New York und Washington D.C. habe ich an einer Studienreise in die Vereinigten Staaten teilgenommen, die vom Außenministerium der USA organisiert wurde. Lernen macht mir immer Spaß – deswegen habe ich auch an mehreren Seminaren der EU in Brüssel teilgenommen. Nach einem Stipendium in Großbritannien habe ich den Hörfunk verlassen und arbeitete als Leiter der außenpolitischen Abteilung der Unabhängigen Presseagentur Ungarns. Aber nicht für lange Zeit.

 

Die Tagesschau von RTL Klub, Ungarns größtem Privatsender, hat mir eine Stelle angeboten. Erst war ich außenpolitischer Redakteur, später habe ich innenpolitische Themen bearbeitet und ein paar Dokumentarfilme gedreht. Dazwischen war ich drei Monate mit einem Bosch-Journalistenstipendium in Berlin und hatte die Chance den RBB kennen zu lernen.

 

Seit erstem Januar 2013 bin ich bei der ARD – und darüber freue ich mich sehr!

 

Ab und zu haben die Journalisten auch Freizeit. Meistens lese ich (na, ja, Krimis finde ich toll) oder gehe Schwimmen…Ich bin gern unterwegs – mit meinem Hund.