Die Lateinerbrücke in Sarajevo - eine osmanische Steinbogenbrücke über die Miljacka im Stadtzentrum. Foto: BR | Karin Straka

Blick auf Bosnien und Herzegowina von Eldina Jasarevic (freie Mitarbeiterin in Sarajevo)

Bosnien und Herzegowina – einer der jüngsten Staaten Europas – sorgte Anfang der 1990er Jahre für Schlagzeilen. Fast vier Jahre lang tobte hier nämlich der blutigste Konflikt in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die Belagerung der bosnischen Hauptstadt Sarajevo ist mit 1.425 Tagen die längste im 20. Jahrhundert. Die Luftbrücke, die zur Versorgung von Hunderttausenden eingeschlossenen Menschen in der Stadt aufrechterhalten wurde, dauerte länger als die Berliner Luftbrücke.

 

Durch zwei weitere historische Ereignisse wurde Bosnien davor weltweit berühmt: In Sarajevo wurden 1914 Erzherzog Franz Ferdinand, der Thronfolger Österreich-Ungarns, und seine schwangere Frau Sofia erschossen, was den Ersten Weltkrieg mit auslöste. 1984 fanden in Sarajevo die 14. Olympischen Winterspiele statt, die bekannte DDR-Eiskunstläuferin Katharina Witt errang hier ihre erste olympische Goldmedaille und das Maskottchen Vucko (Wölfchen) sorgte für gute Laune.

 

In Bosnien wechselten sich gute und schlechte Zeiten ab, aber eins bleibt für immer konstant: Hier isst man die besten Cevapcici der Welt! „Deset u pola sa lukom“ heißt die häufigste Bestellung in der Altstadt von Sarajevo. Damit bekommen Sie zehn daumengroße Kebabs aus gehacktem Fleisch mit kleingeschnittenen Zwiebeln in Somun-Brot (eine Art Pita-Brot). Am besten schmeckt Joghurt dazu.

 

Guten Appetit (Пријaтнo! Prijatno! Dobar tek!)

 

Hier sprechen die Leute drei Sprachen, aber alle verstehen sich perfekt. Denn diese Sprachen sind eigentlich eine Sprache, die die drei größten Ethnien im Lande nur unterschiedlich nennen – Bosnisch, Kroatisch oder Serbisch. Die kyrillische Schrift gilt hier als serbisch, die lateinische dagegen als bosnisch und kroatisch. So steht auf jeder Schachtel Zigaretten in Bosnien „Rauchen schadet der Gesundheit“ dreimal: Das gleiche zweimal in lateinischer und einmal in kyrillischer Schrift. Schutz der nationalen Interessen „à la Balkan“.

 

Man soll sich aber von dem Bizarren in Bosnien und Herzegowina nicht abschrecken lassen. Es ist ein schönes, buntes und gebirgiges Land, man kann wandern (wo es keine Minen aus dem letzten Krieg gibt!) oder auf den ehemaligen olympischen Pisten Ski fahren. Auβerdem machen hier die Leute gute Witze, guten Lammbraten, guten Mokka und freuen sich auf Gäste!

 

Willkommen! Добродошли! Dobrodošli! Dobrodošli!

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