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An der kroatischen Adriaküste hoffen alle die vom Tourismus leben, dass die Saison 2021 nicht ins Wasser fällt. Foto: BR | Nikolaus Neumaier

Deutsche Tourismusanbieter in Kroatien
Zwischen Hoffnung und Bangen

Elmar Vogel will sich seine Zuversicht nicht nehmen lassen. Nicht von Corona und nicht von den unsicheren Zukunftsaussichten. Der 66-Jährige kommt aus Unterfranken. Auf Losinj, einer Insel in der Kvarner Bucht, betreibt er seit 40 Jahren eine Surf- und Katamaranschule. Mit sechs Angestellten konnte er bislang ganz gut davon leben. Er vermietet auch noch Mountainbikes oder Stand-up-Boards. Die Insel ist für deutsche Urlauber vergleichsweise nah und mit dem Auto gut zu erreichen. So setzt Elmar Vogel darauf, dass die urlaubshungrigen Gäste auf jeden Fall ab Pfingsten kommen.

„Bis dahin sind die meisten Menschen schon geimpft und alle die geimpft sind dürfen gerne kommen.“

Elmar Vogel, Unternehmer
Auch Surflehrer Elmar Vogel wartet auf Urlauber. Auf Losinj, einer Insel in der Kvarner Bucht, betreibt er seit 40 Jahren eine Surf- und Katamaranschule. Foto: BR | Nikolaus Neumaier
Auch Surflehrer Elmar Vogel wartet auf Urlauber. Auf Losinj, einer Insel in der Kvarner Bucht, betreibt er seit 40 Jahren eine Surf- und Katamaranschule. Foto: BR | Nikolaus Neumaier

Doch bis es soweit ist, muss sich der Surflehrer noch gedulden. Das Ostergeschäft jedenfalls hat er schon abgeschrieben. So wie in normalen Zeiten, 10 Kunden in der Karwoche und 20 in der Woche nach Ostern, wird es dieses Jahr nicht sein.

Kroatien hofft auf eine fast normale Saison ab Pfingsten

Die Insel Losinj lebt vom Tourismus, wie auch die Inseln Cres oder Krk. Istrien und die Kvarner Bucht gehören zu den beliebtesten Urlaubsregionen in Kroatien. Die kroatische Tourismusministerin Nikolina Brnjac will es den Urlaubern diesmal so leicht wie möglich machen ins Land zu kommen. Für Urlauber wurde das Programm kreiert: „Stay safe in Croatia“. Es soll besondere Sicherheit garantieren, kostenlose Tests inklusive. Dass es jetzt schon Reservierungen für Ostern gibt findet die Tourismusministerin gut. Vor wenigen Tagen meinte sie:

„Wir planen, touristische Test-Spots einzurichten, an denen wir sowohl Antigen- als auch PCR-Schnelltests anbieten würden."

Nikolina Brnjac, Tourismusministerin Kroatien
Die kroatische Tourismusministerin Nikolina Brnjac. Archivfoto vom 11. 02. 2020 bei einer Sitzung des Europäischen Parlaments in Straßburg: picture alliance | dpa | Sputnik | Alexey Vitvitsky
Die kroatische Tourismusministerin Nikolina Brnjac. Archivfoto vom 11. 02. 2020 bei einer Sitzung des Europäischen Parlaments in Straßburg: picture alliance | dpa | Sputnik | Alexey Vitvitsky

Doch bei allen Schritten will die kroatische Regierung europatreu handeln und das bedeutet: keine nationalen Alleingänge.

Wird es wieder ein Sommer wie letztes Jahr?

Kai Dominik Wacker glaubt, dass sich die Corona Entwicklung eher entspannen wird. Der Betreiber einer großen Strandbar verweist auf letztes Jahr. Da habe es auf Losinj keinen einzigen Corona Fall gegeben. Dieses Jahr weiß er bislang nur von 12 Fällen. Darum plant er mit einer guten Saison. Bis Ostern will er seine Beach-Bar für die Gäste fertig haben. Gerade sind einige seiner Mitarbeitenden mit Ausbesserungsarbeiten beschäftigt. Eine Mauer muss gerichtet, das Beachvolleyball-Feld gesäubert werden.

In Normalzeiten arbeiten in seiner Bar mit 140 Sitzplätzen 11 Angestellte. Zu besonderen Ereignissen, etwa mit Public Viewing bei einem Fußballspiel, schafft er auch bis 200 Sitzplätze. Doch ob das alles in diesem Jahr so klappt, weiß er nicht. Der gelernte Fotograf – er kam vor 15 Jahren aus dem Schwarzwald hierher – ist aber zuversichtlich.

Kai Dominik Wacker, der eine Bar in Mali Losinj betreibt, glaubt, dass sich die Corona Situation eher entspannen wird. Foto: BR | Nikolaus Neumaier
Kai Dominik Wacker, der eine Bar in Mali Losinj betreibt, glaubt, dass sich die Corona Situation eher entspannen wird. Foto: BR | Nikolaus Neumaier

Vermieter von Ferienappartements brauchen Einnahmen dringend

Dass es bald losgeht mit dem Tourismus wünscht sich auch Anita Stefanic. Die Deutsche kommt aus Solingen und lebt seit 2010 in Kroatien. Auf der Insel Krk betreibt sie eine Reiseagentur. Sie besitzt eigene Ferienappartements, vermietet und verwaltet aber auch Wohnungen und Häuser anderer deutscher Eigentümer. Zusammen mehr als 30 Objekte. Darunter auch geschmackvoll renovierte Steinhäuser, die sich für gutes Geld vermieten ließen, wenn denn die Gäste kämen. Ihre eigenen Ferienwohnungen hatte Anita zuletzt im Oktober vermietet. Jetzt aber braucht sie dringend Urlauber. Ab Pfingsten, so ihre Hoffnung, könnte es richtig losgehen.

„Wir hatten finanziell ein halbes Jahr Einnahmeausfall und das merkt man natürlich gerade jetzt im Winter, wo man mit den Reserven des Vorjahres halt über den Winter kommen muss.“

Anita Stefanic, Unternehmerin

Anita hofft, dass bald wieder die gewohnte Reisefreiheit herrscht. „Das brauchen wir, sonst wird’s hart mit dem Überleben“, sagt sie.

Anita Stefanic, die Besitzerin einer Reiseagentur, mit ihren Dalmatinern vor einem Ferienhaus. Sie hofft, dass zumindest ab Pfingsten die Gäste aus Deutschland wieder kommen. Foto: BR | Nikolaus Neumaier
Anita Stefanic, die Besitzerin einer Reiseagentur, mit ihren Dalmatinern vor einem Ferienhaus. Sie hofft, dass zumindest ab Pfingsten die Gäste aus Deutschland wieder kommen. Foto: BR | Nikolaus Neumaier

Bis dahin geht sie mit ihren Dalmatiner-Hunden spazieren. Die weiß-schwarz gefleckten Hunde sind ihre große Leidenschaft. Anita ist nämlich auch die 2. Vorsitzende des Kroatischen Dalmatiner Clubs und wenn sie mit ihren vier Hunden gleichzeitig unterwegs ist, dann ist sie gut beschäftigt. Die Hunde brauchen viel Auslauf. Elmar Vogel nutzt die Zeit bis zum Saisonstart fürs Windsurfing. Bei fast jedem Wetter geht er mit Segel und Surfbrett raus aufs Meer. Und wenn demnächst wieder Gäste kommen sollten, dann setzt er auf sein erfolgreiches Verkaufskonzept: Am Samstag und Sonntag spendiert er seinen SurfschülerInnen zum Abschluss ihrer Kurse immer eine kostenlose Ausfahrt in der Bucht vor seiner Schule. Wenn dann die neu ankommenden Touristen sehen, dass viele Surfer auf dem Wasser sind, dann wollen sie bei ihm einen Kurs buchen und so soll es auch in diesem Sommer wieder sein.

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Beitrag: Nikolaus Neumaier

Kamera: Iva Cvirn

Videobearbeitung: Christine Dériaz | Thomas Wachholz

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