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Die Stämme hier wurden angeblich legal gefällt. Fakt ist allerdings, dass in Rumänien jährlich bis zu 20 Millionen Kubikmeter Holz illegal geschlagen werden. Foto: BR | Nikolaus Neumaier

Werden Rumäniens Wälder bald besser geschützt?
Kampf gegen illegale Abholzung

Nach Schätzungen werden in den rumänischen Karpaten bis zu 20 Millionen Kubikmeter Holz illegal geschlagen. Pro Jahr! Auf jeden legalen Baum kommt ein illegaler. Das Holz wird exportiert, auch nach Deutschland. Nutznießer sind internationale Holzkonzerne. Wegen illegaler Preisabsprachen mussten drei österreichische Konzerne erst kürzlich (19.01.2021) 26 Millionen Euro bezahlen. Das lässt die Hoffnung zu, dass sich der Wind möglicherweise dreht. Förster legen sich mit der Holzmafia an, Staatsanwälte ermitteln und Naturschützer feiern erste Erfolge.

Nicht nur Erfolge

Allerdings gibt es auch Rückschläge: SUMAL 2.0, die neue Version des vom rumänischen Umweltministeriums ins Leben gerufenen Trackingsystems für die Kontrolle der Legalität von Holzfällungen und –transporten, war bereits wenige Tage nach der Inbetriebnahme am 1. Februar 2021 wieder off. Es soll verhindern, dass illegal gefälltes Holz in den legalen Handel kommen kann. Laut Mihai Gotiu, dem führenden Umweltpolitiker der Reformpartei USR-PLUS, haben aber Forstgarde, Polizei und Gendarmerie tagelang keinen Zugang zum neuen digitalen Kontrollsystem gehabt. Die kritische Internetplattform G4Media stellt sich deshalb die Frage, ob dadurch möglicherweise ein Zeitfenster für unkontrollierbare illegale Fällungen geöffnet werden soll. Barna Tanczos, der rumänische Umweltminister, betonte hingegen vor kurzem in einem Interview, dass er die Menge von 20 Millionen illegal gefällter Kubikmeter Holz pro Jahr für übertrieben halte.

Unterwegs mit einem Umweltaktivisten

Bei Reci (Retsch) zeigt uns der Umweltaktivist Hans Hedrich eines der größten Holz-Werke in Rumänien. Es war von Anfang an umstritten und gehört einem österreichischen Konzern. Jahreskapazität 2 Millionen Kubikmeter. Die Baugenehmigung wurde erst nach Baubeginn erteilt. Das Holz geht auch nach Deutschland. Hedrich nennt die Fabrik „Holzschlachthof“ und fasst die Problematik so zusammen:

„Fabriken mit so einer Riesenkapazität wie die hier, die können nur funktionieren, indem sie Holz egal welcher Herkunft annehmen. Und da ist dann oft auch illegales Holz mit dabei. Man kann es eigentlich gar nicht vermeiden. Und solange es solche Fabriken gibt, wird es auch immer Leute geben, Firmen, die sie beliefern wollen mit möglichst viel Holz und da schauen sie dann nicht so genau hin, ob das Holz legal oder illegal ist.“

Hans Hedrich, Umweltaktivist, Verein „Neuer Weg“

Die Frage ist: Schafft es Rumänien in Zukunft, besser auf seine Umwelt zu achten und solche Praktiken erfolgreich zu stoppen?

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Beitrag: Nikolaus Neumaier

Kamera: Ovidiu Nicolae

Schnitt: Christine Dériaz

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Kommentare (1)

Bucher Magdalena am

Die Wiederwahl von Klaus Johannis freute mich ganz besonders, in Rumänien setzen viele Menschen große Hoffnungen auf ihn.
Leider bekommt er durch seinen Kampf gegen die Korruption schon Mord-Drohungen-wir beten um seinen Schutz!

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