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Foto: BR

In Rumänien brennt Müll auf illegalen Halden
„Land of Fire“

Schon im Landeanflug auf die rumänische Hauptstadt Bukarest ist das Problem sichtbar: Es brennt! Überall in der Landschaft steigen kleine Rauchwolken auf. Als „Land of Fire“ bezeichnet Laura Stefanut ihr Heimatland Rumänien. Laura ist Journalistin in Bukarest, arbeitet für eine Umweltschutzorganisation. Das illegale Verbrennen von Müll habe in diesem Jahr massiv zugenommen, sagt Laura. Mit dem Handy hat sie die giftigen, schwarzen Rauchwolken dokumentiert. Es brennen Plastik, Autoteile, Gummi. Umweltexperten sind überzeugt, dass der Müll, der hier brennt, nicht nur aus Rumänien stammt, sondern auch aus Ländern Westeuropas importiert wurde. Polizei und Feuerwehr reagieren nur selten, berichtet Laura, selbst dann, wenn Feuer angezeigt werden: „Als ich den Notruf gewählt habe hieß es nur, man kenne das Problem, doch man könne nichts unternehmen, weil es die Menschen nicht erlauben würden“.

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Beitrag: Christian Limpert

Kamera: Ovideu Nicolae

Schnitt: Roland Buzzi

Das illegale Verbrennen ist nicht das einzige Müllproblem in Rumänien. Der Politiker Octavian Berceanu von der „Union rettet Rumänien“ (USR) kämpft seit Jahren gegen kriminelle Strukturen, die Bauschutt oder Hausmüll einfach in die Landschaft abkippen. „Die örtlichen Behörden wissen das und unternehmen nichts“, sagt Berceanu. Immer wieder wurde er bedroht, aufgeben will er nicht. In Chiajna, einem kleinen Ort westlich von Bukarest hilft der Politiker Anwohnern, die unter einer legalen Mülldeponie leiden. Im ganzen Dorf stinkt es. „Diese Deponie wurde erweitert ohne Genehmigung“, sagt Berceanu. „Und nicht einmal der Staat hat genug Daten, um zu sehen was genau dort liegt. Wir wissen nicht, ob es gefährlicher Müll ist, ob er importiert oder im Land produziert wurde“. Auch ein Bukarester Gericht hat bestätigt, dass Teile der Deponie illegal erweitert wurden. Doch der Betreiber der Deponie hat Rechtsmittel eingelegt, eine Interviewanfrage des ARD-Studios Wien bleibt unbeantwortet.

Der Umweltminister Rumäniens, Mircea Fechet von der regierenden nationalliberalen Partei (PNL) bestätigt, dass sein Land ein Müllproblem habe. Seit 30 Jahren sei das nicht ernsthaft angepackt worden. Man habe erst in dieser Woche ein System zum Trennen von Plastikflaschen eingeführt, sagt Fechet, doch man müsse mehr Müll recyceln und vor allem illegale Deponien schließen. Das aber brauche Zeit und Geld, „Hunderte Millionen von Euro“, so der Minister. Den illegalen Müllverbrennungen habe er jetzt den Krieg erklärt, „Es sind bestimmte Unternehmen verantwortlich für diese Brände“, so Umweltminister Fechet. „Ich spreche also auch von einem Krieg gegen die Firmen, die ihren Umweltschutzverpflichtungen nicht nachkommen“.

Wie schwierig dieser Krieg ist, zeigt eine Polizeirazzia in einem Dorf in der Nähe von Bukarest. Umweltjournalistin Laura Stefanut darf die Aktion begleiten. Die Menschen des Dorfes sind vor der Aktion geflohen, auf ihren Grundstücken finden die Beamten ausgebrannte Autos, verbrannte Reifen, sechs Tonnen illegalen Müll.

„Es sind oft Menschen mit wenig Geld, die den Müll auf ihrem Grund verbrennen. Sie verdienen sich etwas dazu, weil diejenigen, die den Müll entsorgen, dafür bezahlen. Und sie verkaufen das Metall, das nach dem Verbrennen übrigbleibt.“

Laura Stefanut, Journalistin

Den Grundstücksbesitzern stellt die Polizei Strafbescheide aus, bis zu 3.000 Euro. Geld, das die meisten nicht zahlen können. „Man müsse endlich die Hintermänner ausfindig machen und ins Gefängnis bringen“, sagt Laura Stefanut. Auch Politiker Berceanu fordert strenge Auflagen für diejenigen, die mit Müll ihr Geld verdienen.

„Wir müssen Mülltransporte kontrollieren, mit Videokameras oder mit dem Tracken von Müll, genau wie in der Holzindustrie.“

Octavian Berceanu, Politiker
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