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Brennendes Wasser in Nordserbien. Foto: BR

Feuerwasser in Serbien
Stichflamme aus dem Wasserhahn

Weil zu viel Methangas in die Wasserleitungen gelangt, ist das Leitungswasser in manchen Dörfern Nordserbiens leicht entflammbar. Anwohner sind besorgt, die Wasserwerke versprechen schnelle Abhilfe.

Zdravko Milankov dreht zum ersten Mal an diesem Morgen den Wasserhahn auf. „Jetzt ist es besonders schlimm“, sagt er und hält ein Feuerzeug neben das laufende Wasser. Sofort passiert es: eine Stichflamme umringt den Wasserstrahl, für einen kurzen Moment scheint es, als brenne erst das Wasser, dann das gesamte Waschbecken. Nach ein paar Sekunden erlischt das Feuer. „So extrem ist es nur, wenn sich das Methan lange angestaut hat“, sagt Zdravko. „über Nacht zum Beispiel.“ Doch die schlechte Qualität des Trinkwassers ist ein Problem rund um die Uhr, hier in Stajicevo, einem kleinen Ort in der Nähe der Stadt Zrenjanin, gut 80 Kilometer nördlich der Hauptstadt Belgrad.

Online-Videos von brennenden Wasserhähnen machen derzeit die Runde in Serbien, das entflammbare Wasser hat dem Ort Stajicevo einen zweifelhaften Ruhm beschert. „Angeblich sind in einigen Fällen schon Waschmaschinen in Brand geraten“, berichtet Zdravko Milankov. „Und es gibt ein Gerücht, wonach ein Dorfbewohner eine Detonation in seinem Bad ausgelöst hat, als er sich eine Zigarette anzünden wollte. Gott sei Dank gab es keine Toten.“

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Beitrag: Christian Limpert

Kamera: Žarko Bogdanović

Schnitt: Thomas Wachholz

Das Problem: die gesamte Region ist reich an Bodengasen, unter anderem eben auch Methan. Das Gas dringt durch die unterirdischen Leitungen ein. Die regionalen Wasserwerke haben darauf längst reagiert und in vielen Orten spezielle Wassertürme errichtet, in denen alle ungewollten Gase aus dem Wasser entfernt werden. Doch weil nahezu jeder Ort seine eigene Wasserversorgung betreibt, mit eigenem Brunnen und Leitungen, haben die Wasserwerke noch nicht alle Orte vom Methangas-Leiden befreien können. „Zwei Orte fehlen uns noch, einer davon ist eben Stajicevo“, erklärt Sinisa Gajin von den Wasserwerken Zrenjanin. „Wir haben dort als vorübergehende Lösung direkt am Brunnen ein System zum Trennen von Gasen und Wasser installiert.“ Bis Ende des nächsten Jahres soll dann auch der Wasserturm von Stajicevo mit der entsprechenden Technik ausgestattet sein. „Bis dahin kann es noch immer passieren, dass kleine Mengen an Methan durch die Leitung in die Haushalte mitgelangen.“ Zum Trinken oder zum Zubereiten von Speisen sollten die Bewohner von Stajicevo ihr Leitungswasser also besser vorerst noch abkochen: und in der Nähe der Waschbecken gilt weiterhin: Besser nicht zündeln.

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