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BR

Presselandschaft in Ungarn
Vom Ende und einem Neustart

Erst sah es aus, als sei es das Ende: als Ende Juli 2020 nahezu die gesamte Redaktion des größten ungarischen Online-Nachrichtenportals „Index“ kündigte. 90 Journalisten, von heute auf morgen. Der Grund: Sie fürchteten nach der Entlassung ihres Chefredakteurs Szabolcs Dull um ihre journalistische Unabhängigkeit.

Ab dann sprachen die Ungaren über „Index“ in der Vergangenheitsform, als ob es die Nachrichtenseite nun nicht mehr gebe. Die Seite, die wegen ihrer kritischen und oftmals investigativen Berichterstattung als eines der letzten großen unabhängigen Medien Ungarns galt. Die Seite, die mutmaßlich auf Regierungslinie gebracht werden sollte.

Zwei Monate später arbeiten bei „Index“ neue Journalisten – darunter ein stellvertretender Chefredakteur, der früher die Onlineseite orbánviktor.hu geleitet hat. Zwei Monate später gibt es aber auch ein neues Nachrichtenportal: „Telex“. Aufgebaut von 60 ehemaligen „Index“-Mitarbeitern. Für sie wird es ein schwieriger Start werden, denn auf die in Ungarn so wichtigen staatlichen Werbegelder können sie nicht hoffen. Diese Gelder bekommen vor allem die Medien, die regierungsfreundlich berichten.

Schwierige Voraussetzungen für kritische und unabhängige Medien – doch die Redaktion von „Telex“ erhält von der ungarischen Bevölkerung viel Unterstützung. Mit Abos wollen die Journalisten die Nachrichtenseite langfristig finanzieren – und ihre Unabhängigkeit bewahren.

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Beitrag: Nadja Armbrust

Kamera: Gábor Kovács, Daniel Dzyak

Schnitt: Christine Dériaz

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