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‎23. ‎Februar ‎2016, Grenze Griechenland/Nordmazedonien. Foto: BR | Schaban Bajrami

Fünf Jahre „Balkanroute“
Fotogalerie: Gevgelija und Idomeni im Fokus

Verzweifelte Flüchtlinge mit Kleinkindern versuchen in überfüllte Züge einzusteigen. Polizisten in Schutzausrüstung geben Warnschüsse ab. Flüchtlinge nähen sich aus Protest die Lippen mit Nadel und Faden zu. Im Sommer 2015 spielen sich an der Grenze zwischen dem heutigen Nordmazedonien und Griechenland dramatische Szenen ab. Tausende Flüchtlinge drängen sich rund um den Bahnhof des Grenzstädtchens Gevgelija und versuchen einen Platz in überfüllten Zügen zu ergattern, die sie weiter nach Serbien bringen sollen. Es kommt zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Situation bleibt bis zum Frühjahr 2016 angespannt, als das improvisierte Flüchtlingscamp im griechischen Grenzort Idomeni geräumt wird. Mittendrin: Die ARD-Mitarbeiter Sasko Golov und Schaban Bajrami. In hunderten von Fotos halten sie Szenen fest, die teils nicht zu begreifen, teils beängstigend und teils skurril sind – immer aber einfühlsam und nah am Geschehen. Wir haben hier eine Auswahl dieser Fotos zusammengestellt und verzichten bewusst auf Bildbeschreibungen, um die Bilder für sich wirken zu lassen.

„Ich erinnere mich, wie die mazedonische Polizei versucht hat, den Einlass zum Bahnhof zu kontrollieren, um Familien mit Kindern den Zugang zum so genannten Flüchtlingszug zu erleichtern. Daraufhin durchbrachen einige Flüchtlinge die Absperrung und die Polizei musste Tränengas einsetzen und Warnschüsse abgeben. Die Bilder gingen um die Welt und der mazedonischen Polizei wurde unverhältnismäßige Gewalt vorgeworfen, dabei hatten die Polizisten eigentlich in guten Absichten gehandelt. Außerdem ist mir in Erinnerung, wie allseits versucht wurde, mit der Situation der Flüchtlinge schnelles Geld zu machen. Einige Bürger von Gevgelija hatten Verlängerungskabel organisiert und Mehrfachstecker und verlangten von den Flüchtlingen 5 €, wenn diese ihre Handys aufladen wollten. Eine Flasche gekühltes Leitungswasser kostete 1 €. Und auch die mazedonische Eisenbahn erhöhte die Ticketpreise für die Strecke von Gevgelija nach Tabanovce von 7 € auf 20 €.“

Schaban Bajrami, ARD-Mitarbeiter
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Kommentare (1)

Der Makedone am

Zitat:
Verzweifelte Flüchtlinge mit Kleinkindern versuchen in überfüllte Züge einzusteigen. Polizisten in Schutzausrüstung geben Warnschüsse ab.
Zitat Ende.

Bis heute habe ich keinen Hinweis gefunden, dass aus den Reihen der Slawen, Albaner, Roma und Türken, die in der Republik Skopje leben, folgende Einladung ausgesprochen wurde: „WIR SCHAFFEN DAS!“.

Gesagt wurde es anderswo, man ist weiterhin stolz auf diese Phrase (so die Zeitungen der letzten Tage über Merkel, die es noch heute unverändert sagen würde. Merkel war, die gutgelaunt sagte: „WIR SCHAFFEN DAS!“

Auf dem Rücken der Massen kann Vieles gesagt werden, da keine Haftung übernommen wird. Besonders bizarr wurde es, als deutsche Politiker dann auch noch von Griechenland verlangten, für Kost und Logis der von Deutschland eingeladenen Flüchtlinge zu sorgen.

So werden die Flüchtlinge an der Grenze Makedoniens zur Republik Skopje weiter leiden müssen. Es ist einfach, eine Einladung auszusprechen und dann von den dazwischen liegenden Staaten die Versorgung zu verlangen.

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