Google Maps-Vorschau - es werden keine Daten von Google geladen.

Foto: BR | Christoph Peerenboom

Österreichs Tourismuswerbung in der Corona-Krise
Deutsche Urlauber – begehrt wie nie

In österreichischen Hotels wäre es ohne Deutsche ziemlich leer. Denn die stellen seit Jahren die größte Gästegruppe: Mehr als ein Drittel aller Übernachtungen wurde 2019 von ihnen gebucht. So sind deutsche Urlauber für den Tourismus in Österreich jetzt unverzichtbar, um wieder aus der Corona-Krise zu kommen. Das weiß auch Julia von Deines – sie führt zusammen mit ihrem Mann das traditionsreiche „Schlosshotel Velden“ am Wörthersee. „Aus Deutschland haben wir immer mehr Gäste bei uns im Haus, seitdem bekannt geworden ist, dass Deutsche auch wieder zu uns reisen dürfen“, sagt sie. „Generell haben wir auch in den letzten Jahren immer einen fixen Anteil an deutschen Gästen gehabt. Deutsche Gäste liegen uns sehr am Herzen, sind uns sehr wichtig.“

Marketing-Kampagnen gleich nach Grenzöffnung

Die österreichische Tourismus-Branche hatte massiv darauf gedrängt, die Grenzen für deutsche Urlauber möglichst rasch wieder zu öffnen. „Deutsche sollen Österreichs Sommersaison retten“ – solche Schlagzeilen waren in den Zeitungen zu lesen.

„Die deutschen Gäste waren immer die wichtigsten Gäste für Österreich und Kärnten und werden es auch immer sein“, sagt Christian Kresse, Geschäftsführer der „Kärnten Werbung“ in Klagenfurt, am Ostufer des Wörthersees. Er koordiniert das gesamte Tourismus-Marketing des Bundeslandes. Auf die Grenzöffnung Mitte Juni hat er sofort reagiert: „Wir haben ab dem Tag, wo wir gehört haben, dass eine Grenzöffnung zwischen Österreich und Deutschland für Reisende bevorsteht, innerhalb von zwei Tagen unsere Gästeansprachen und Kampagnen ausgespielt.“

Anzeigen werben mit Bergen und Seen

Seitdem erscheinen in deutschen Zeitungen große Anzeigen mit türkisfarbenen Seen und sonnigen Berggipfeln, und auch Radiospots sollen die begehrte Zielgruppe aus Deutschland anlocken: „It’s my life… Kärnten!“, heißt es dort.

Österreich präsentiert sich als Land, in dem Gäste nicht nur Natur und Genuss finden, sondern auch in Corona-Zeiten beruhigt ausspannen können. Kärnten sei der „nächstgelegene Süden“, so formuliert das Christian Kresse von der „Kärnten Werbung“. Und im Notfall sei man eben auch schnell wieder zurück in Deutschland.

Österreich investiert Millionen

Diese Kampagne lassen sich Österreich und die einzelnen Bundesländer sehr viel kosten. Die Bundesregierung Wien in hat dafür zusätzlich ein Sonderbudget von 40 Millionen Euro genehmigt, um einheimischen und ausländischen Urlaubern wieder Lust aufs Reisen zu machen. Von der „größten Kommunikationsoffensive“ aller Zeiten ist bei der Tourismuswerbung die Rede.

Und sie scheint zu verfangen. Zwar liegen die Gästezahlen noch weit unter denen des Vorjahres. Am Wörthersee aber sagen viele der deutschen Urlauber, dass sie zum ersten Mal hier sind. „Hat sich rumgesprochen, wie schön es ist“, meint ein Mann aus Bamberg. „Und es ist tatsächlich richtig schön.“ Auch ein Paar aus Augsburg hat sich wegen der Coronasituation ganz bewusst für Österreich entschieden: „Wir waren zwei Tage in Kitzbühel, sind jetzt drei Tage hier in Velden und dann noch zwei Tage in Graz. Also wir machen eine Österreich-Tour. Wenn wir hier gehen, sagen wir ‚Wiedersehen‘, und das Wort hat eine Bedeutung.“

Dass neuen die deutschen Gäste in Zukunft wiederkommen, ist natürlich die große Hoffnung der österreichischen Tourismusbranche. Dann wären die vielen Werbemillionen eine gute Investition gewesen.

Soundcloud-Vorschau - es werden keine Daten direkt von Soundcloud geladen.

Lade Inhalte

Lade Inhalte Lade Inhalte
0:00 | 0:00
Was Sie noch interessieren könnte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.