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Foto: picture-alliance | APA | picturedesk.com

Ischgl und das Coronavirus
So fatal war Tiroler Skiort für Verbreitung in Deutschland

„Die geographische Nähe zu Ischgl ist offenbar in der Corona-Pandemie einer der Hauptrisikofaktoren für eine vergleichsweise hohe Infektionsrate in der Bevölkerung in Deutschland.“ Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Kieler Weltwirtschaftsinstituts über die Ausbreitung des Coronavirus von Ischgl in Deutschland, die am 24. Mai veröffentlicht worden ist. Statistisch könne man auf die Entfernung zu Ischgl zurückführen, dass knapp die Hälfte (48 Prozent) der Infektionsfälle in Deutschland von Ischgl ausgegangen seien. Keine andere sogenannte „Superspread-Location“ als der Tiroler Skiort habe einen derartigen Einfluss auf die Infektionsrate in Deutschland gehabt.

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„Ischgl brachte Deutschland das meiste Unheil“ – diese Überschrift wählte der österreichische „Standard“ für seinen Artikel über die 28 Seiten lange Studie des Kieler Weltwirtschaftsinstituts über die Ausbreitung des Coronavirus von Ischgl in Deutschland. Gabriel Felbermayr und sein Team werteten die Daten des Robert Koch-Instituts über die Infektionszahlen in den 401 deutschen Landkreisen in dem Zeitraum von Mitte März bis 9. Mai aus. Die Anzahl der Personen, die zum Skiurlaub nach Ischgl gefahren seien, sei hoch gewesen. In den ebenfalls stark von Corona betroffenen Regionen Heinsberg in Nordrhein-Westfalen und Mulhouse im Elsass habe man nicht einen vergleichbaren geographischen Einfluss auf das Infektionsgeschehen in Deutschland empirisch nachweisen können. Fatal sei die – so wörtlich – „eher langsame Reaktion auf die Corona-Infektionen in Ischgl“ gewesen. Das machte Felbermayr, ein gebürtiger Oberösterreicher im Gespräch mit dem ARD Studio Wien deutlich:

„Hätte man zwei, drei Tage früher zugemacht in Ischgl, dann hätte vermutlich die Weitergabe des Virus in Deutschland weniger stark stattgefunden. Das lässt sich schwer quantifizieren, was man da sozusagen an Fällen hätte einsparen können oder vermeiden können, oder was das gar an Todeszahlen bedeutet, aber klar ist, dass die langsame Reaktion fatal war und die gesundheitliche Krise in Deutschland verstärkt hat.“

Dass es nicht zu einer ungebremsten Ausbreitung der von zurückkehrenden Ischgl-Touristen betroffenen Regionen in Deutschland gekommen sei, habe einen nachgewiesenen Grund: Weil es die Mobilität durch den Lockdown in Deutschland nicht mehr gegeben habe. Nach der Verhängung des Lockdowns in Deutschland, so Gabriel Felbermayr, hätten die Resultate gezeigt, dass das Einschränken der sozialen Kontakte und die Reisebeschränkungen wirksam gewesen seien und sich das Coronavirus nicht „nach diesem ersten Impuls aus Ischgl in Deutschland noch massiv weiterverbreitet hätte.“

Die Studie des Weltwirtschaftsinstituts in Kiel fand in einigen größeren Medien in Österreich Beachtung. Eher verhalten äußerte sich die österreichische Politik. Gegenüber dem ARD Studio Wien sagte Tourismus-Ministerin Elisabeth Köstinger von der Volkspartei ÖVP, sie kenne die Kieler Ischgl-Studie nicht. Auf die Frage, wie Touristen aus Deutschland neues Vertrauen in die Sicherheit der touristischen Einrichtungen in Österreich schöpfen sollten, nachdem es zuvor so folgenschwer in Ischgl missbraucht worden sei, erklärte die Ministerin:

„Wir haben in Österreich sehr schnell und sehr konsequent gehandelt. Das war auch der Grund, warum wir zu einem der Länder gehören, die sehr gut auch wieder aus der Krise gekommen sind.“ (Österreichs Tourismus-Ministerin Elisabeth Köstinger)

Österreichs Tourismus-Ministerin betonte, die Zahl der Neuinfektionen sei in Österreich – und ähnlich auch in Deutschland – „sehr gering“. Ihr Fazit: „Beide Länder haben sehr schnell und konsequent beim Ausbruch dieser Pandemie gehandelt, und wir alle haben gemeinsam viele Lehren daraus gezogen.“ Vor allem verbessere Österreich die Test-Kapazitäten. So würden Mitarbeiter im Tourismus-Bereich, die Gästekontakt haben, regelmäßig getestet, um „somit eben auch bestmögliche Sicherheit für unsere Gäste in Österreich bieten zu können.“

Gabriel Felbermayr vom Weltwirtschaftsinstitut in Kiel rät, bei der Berichterstattung zu differenzieren: Es sei ja nicht der Tourismus an sich, sondern „vor allem der Party-Tourismus“, der kritisch gesehen werden müsse. Wenn man sich auf den Pisten bewege, oder am Strand oder in den Bergen, sei das ganz was anderes, als wenn man eben die Nächte durchfeiere und da in sehr engen Kontakt mit Menschen komme.

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Kommentare (1)

Bismark am

Die Corona-Maßnahmen/Einschränkungen sind eine Zumutung für Millionen Mitbürger*innen. Die Politik hat die Freiheit der Menschen sehr stark eingeschränkt und setzt seinen Willen mit aller Gewalt durch (Strafen,Einschüchterungen, Bußgelder,Drohungen,Verhaftungen).Man kann seit Mitte März 2020 kein normales Leben führen.Die Medien führen durch einseitige und negative Berichtserstattung über die Gefahren/Bedrohung von COVID-19 eine „Gehirnwäsche an die Bevölkerung“ durch. Inzwischen wird sellten die Frage aller Fragen gestellt: Warum sollte COVID-19 gefährlicher sein als ein normales Grippe-Virus? Wo sind die Fakten, die das belegen? Wofür diese Einschränkungen? Warum hinterfragen nicht die Gerichte, die Jornalisten, die Anwälte, die normale Bevölkerung nach der Sinnhaftigkeit/Notwendigkeit der Fortsetzung der Corroa-Einschränkungen???…

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