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Der

Tourismus des Landes bereitet sich auf schwierige Monate vor
Kroatien hofft auf Sommersaison

Kroatiens Staatspräsident Zoran Milanovic nimmt kein Blatt vor den Mund: Die Tür steht alle offen – Kroatien lebt vom Tourismus und es liegt in „unserem Interesse, dass möglichst viele Menschen kommen,“ formulierte Milanovic am vergangenen Freitag. Kroatien bereitet sich auf die wohl schwierigste Sommersaison vor. Denn einerseits gelang es dem Land, mit sehr harschen Schutzmaßnahmen – darunter ein wochenlang bestehendes Verbot, die Heimatgemeinde zu verlassen –  die Ausbreitung des Virus rasch und wirksam einzudämmen. Doch die unterschiedlichen EU-Grenzöffnungen werden die heimische Tourismusindustrie, die für rund 20 Prozent des Bruttosozialprodukts Kroatiens verantwortlich ist, vor große Herausforderungen stellen.

Wir sind uns bewusst darüber, dass es einen riesigen Einbruch im Tourismus und Bruttosozialprodukt geben wird.

Gari Capelli, Tourismusminister Kroatien

Tourismusminister Gari Capelli sitzt am Freitagmittag (15. Mai) auf der Terrasse eines Hotels in Opatija und blickt auf die malerische Kvarner Bucht. Termin mit der kroatischen Presse, dann wieder Rückfahrt nach Zagreb. Mit seinen EU-AmtskollegInnen ist Capelli im beständigen Austausch, zumal Kroatien noch bis Ende Juni die Ratspräsidentschaft in der Europäischen Union innehat und er somit „Gastgeber“ der Video-Schaltkonferenzen ist. Viele Länder in der EU sind von den Einnahmen aus dem Tourismus abhängig. Doch die epidemiologische Lage ist innerhalb der Europäischen Union noch sehr unterschiedlich. Capellis Worten zufolge rechnet Kroatien mit einem Einbruch von 9,5% beim Bruttosozialprodukt, auch wenn die EU-Kommission von einem etwas geringeren Rückgang ausgeht. Selbst falls Kroatien noch halbwegs „gut“ durch die Sommersaison kommen sollte, glaubt Kroatiens Tourismusminister, dass in diesem Jahr „nur 30 Prozent des Umsatzvolumens vom touristischen Vorjahr erreicht werden.“ Letztes Jahr besuchten 20 Millionen Touristen Kroatien (2,5 Millionen aus Deutschland), das spülte Einnahmen in Höhe von 12 Milliarden Euro in die Volkswirtschaft. 2020 kämen bestenfalls 3,6 Milliarden Euro zusammen. Kroatien könne deshalb nicht von der Rettung des Tourismus reden, sondern vom Überleben.

Der Bürgermeister Opatijas, Ivo Dujmic hat von seinem Amtszimmer im ersten Stock des Rathauses einen exzellenten Blick auf die Kvarner Bucht, auf das nahegelegene Rijeka, auf die alten Villen, auf Palmen, Zypressen. Ganz offen räumt er ein:

Opatija hängt zu 100 Prozent vom Tourismus ab. Nicht nur bei den Übernachtungsbetten und Kapazitäten, sondern auch die Betriebe, die dranhängen. D.h., wenn der Tourismus stehenbleibt, dann betrifft das alle in Opatija, weil alle dranhängen.

Ivo Dujmic, Bürgermeister von Opatija

2019 sei das beste touristische Jahr Opatijas gewesen, 100.000 Übernachtungen. Davon kann die Stadt, die auf eine bis ins 19. Jahrhundert zurückgehende Tourismus-Geschichte zurückblicken kann, jetzt nicht einmal träumen. Dabei biete Opatija vor allem Menschen, die Ruhe und Weite suchten, viele Möglichkeiten. In seiner Region herrsche der „Boutique Tourismus“ vor, also kleinere Hotels, viele Ferienwohnungen und – häuser, und vor allem: Viel Platz, um sich aus dem Weg zu gehen. Es sei alles ein anderes Niveau als beim Massentourismus, versichert Bürgermeister Ivo Dujmic. Die Gäste könnten sich Boote mieten und „in einer halben Stunde sind sie drüben bei den Inseln, an den kleinen Buchten, wo sie ohnehin alleine sind.“

 

 

Mit einer App beabsichtigt Kroatiens Tourismusminister Capelli ausländischen Gästen die Einreise und den Aufenthalt zu erleichtern. So könnten sich Einreisende vorab bei den kroatischen Behörden anmelden – dies würde die Wartezeiten an der Grenze verringern. Über die (noch nicht erhältliche) App könnten die Touristen auch ihren Zielort und die Unterkunft in Kroatien eingeben. Denn ein Mindestmaß an Kontrolle sei notwendig. Auf die Frage, ob Touristen Angst vor Neuinfektionen haben müssten, bei einem Urlaubsaufenthalt in Kroatien, gibt Tourismusminister Gari Capelli zurück:

Auch wenn ich selbst irgendwo hinreiste, würde ich darauf achten, wo ich da hingehe. Eine gewisse Angst besteht natürlich. Aber die Art und Weise, wie wir hier die COVID-Kampagne geführt haben, ist der Beweis dafür, dass sich das öffentlich kroatische Gesundheitssystem bewiesen hat. Das Gesundheitssystem wurde gut geführt, gerade weil es ein öffentliches und nur wenig ein privates Gesundheitssystem ist. Der Staat konnte schnell reagieren, im finanziellen Sinne und vor allem durch die zentrale Struktur sich schnell vorbereiten und die Ausbreitung kontrollieren.

Gari Capelli, Tourismusminister

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