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Corona-Outfit: So werden die KellnerInnen Touristen in der kommenden Sommersaison in Kroatien erwarten. Seit Beginn der Woche sind Hotels und Gastronomiebetriebe wieder geöffnet. Aber die Tische und Betten bleiben leer. Dass Kroatien seine Grenzen geöffnet hat, hilft nicht viel, so lange nicht andere europäische Länder 'mitziehen'. Foto: BR | Gordan Godec

Coronavirus: Die Angst vor dem Tourismus-Crash in Südosteuropa
Erste Grenzöffnungen - zwischen Hoffen und Bangen

Als erstes Land in der EU hat Slowenien die Corona-Epidemie für beendet erklärt und die Grenzen für alle EU-Bürger wieder geöffnet. Auch Kroatien setzt auf Grenzöffnungen. Kein Wunder: Neben Österreich mit inzwischen konstant niedrigen Infektionszahlen in Österreich bemühen sich auch einige Nachbarländer wieder Perspektiven für einen Sommerurlaub zu entwickeln. In manchen Ländern Südosteuropas sieht es danach eher weniger aus. Dabei drohen die finanziellen Verluste durch einen ausbleibenden Tourismus in manchen dieser Länder die Volkswirtschaften sogar in den Abgrund zu reißen. Verzweifelt suchen Regierungen zusammen mit Branchenvertretern Auswege aus der Krise. Vorrangig sind aber die Appelle an die Vernunft der Menschen, den gegenwärtig getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie weiterhin unbedingt Folge zu leisten.

ALBANIEN - Geöffnete Strände mit Bedingungen

Während die Covid 19 – Pandemie nach 64 Tagen deutlich nachlässt –  die Zahl der neuen Covid – Fälle liegt seit drei Tagen nacheinander nur bei 4, und  die Zahl der Genesenen ist auf 78 Prozent gestiegen– kommen jetzt die wirtschaftlichen Probleme in den Vordergrund. Eine Branche, die darunter leidet, ist der Tourismus.
Die touristische Saison sollte normalerweise am 1. Mai beginnen. Bis jetzt weiß man nicht, ob und wenn ja,  wann sie nun tatsächlich beginnt. Der Luftverkehr liegt buchstäblich am Boden.
Der Minister für  Tourismus und Umweltschutz, Blendi Klosi, zeigte sich dieser Tage hingegen optimistisch: “Die touristische Saison wird mit Touristen aus der Region (Albanien, Kosovo und Nordmazedonien) funktionieren.“  Der albanische Botschafter in Prishtina, Qemal Minxhozi erklärte, dass die  albanisch-kosovarische  Grenze für Urlauber bis Mitte Juni geöffnet werden könne.
Die Direktorin der nationalen Agentur für den  Tourismus, Kornelia Ferizaj, erklärte in einem TV-Sender, dass die Strände für alle Urlauber Ende Mai geöffnet werden sollen, natürlich unter neuen Bedingungen: Sonnenschirme sollen in einem Abstand von 3,5 m aufgestellt werden. Auch beim Baden im Meer sollen die Urlauber untereinander diese Distanz einhalten.
Der Tourismus erwirtschaftet normalerweise  um die 10 Prozent des Bruttosozialproduktes. Die Entwicklung des Tourismus gehört zu den erklärten Prioritäten der albanischen Regierung, mit dem Ziel, in 5 Jahren bis zu 10 Mio. ausländische Touristen im Land zu empfangen. Im vergangenen Jahr waren es mehr als 4 Mio. Touristen.

In den vergangenen drei Tagen wurden in Albanien  lediglich 4  neue Covid-Fälle pro Tag registriert. Im ganzen Land gibt es gegenwärtig 161 Corona-Erkrankte, während die Genesenen rund 78 Prozent  der Gesamtzahl der Infizierten ausmachen.
Seit dem  11. Mai sind in Albanien die Friseursalons, die Zahlarztkliniken und die Läden bei den großen Markthallen eröffnet. Taxis können jetzt auch in andere Städte fahren. In ein Taxi dürfen nun auch zwei Personen aus der gleichen Familie einsteigen.
Nur 5 Städte sind noch zu „roten Zonen“ erklärt: Tirana, Durres, Shkodra, Fieri und Kurbin, wo die alten  Vorkehrungen gültig sind – die Rentner dürfen nur  am Wochenende spazieren gehen, während die Geschäfte und die Banken bis 17 Uhr 30 geöffnet bleiben. Der Rest des Landes ist inzwischen „grüne Zone“. Hier gibt es mehr Bewegungsfreiheiten: die Rentner können bis 09 Uhr 30 spazieren gehen, die anderen Bürgerinnen und Bürger bis 17 Uhr 30. In den grünen Zonen dürfen auch  Privatautos ohne Polizeigenehmigung benutzt werden, allerdings nur  innerhalb der eigenen Stadt.
Bars und Restaurants, die Flächen im Freien haben, werden voraussichtlich nach dem 18. Mai eröffnet, die Kitas  am 1. Juni. Kirchen und Moscheen warten noch darauf, die Türen für ihre Gläubigen wieder öffnen zu können.

Mitarbeit: Astrit Ibro

 

AKTUELLE DATEN ALBANIEN
(13.05.)

Testungen: 11.578 (9.806)

Infizierte Personen: 880 (842)

Genesene Personen: 682 (605)

Verstorbene Personen: xx (31)

(in Klammern stehen die Zahlen der Vorwoche)

BOSNIEN UND HERZEGOWINA - Proteste der Tourismusbranche

Die bosnischen Grenzen sind für alle Nicht-BH-Bürger geschlossen. Wenn ein BH-Bürger in seine Heimat zurück will, muss er für 2 Wochen in die Hausquarantäne .
Die Grenzen zu Kroatien sind seit ein paar Tagen für die kroatischen Bürger geöffnet. Das  hat eine sehr große Bedeutung für viele Einwohner von Bosnien, denn viele bosnische Kroaten haben einen kroatischen Pass, so dass sie jetzt normal nach Kroatien fahren können. Andere Bosnier, die eine Immobilie in Kroatien haben (das kommt auch nicht selten vor, besonders an der kroatischen Küste!) können jetzt auch problemlos nach Kroatien fahren.

Was die Öffnung der Grenzen angeht, dann ist das überhaupt nicht aktuell, niemand redet davon. Am Dienstag, 12.05., haben in Sarajevo die Vertreter der Touristenbranche eine Rundfahrt mit leeren Bussen mit dem Motto ( Ja BIH turizam / Ich hätte gern Tourismus) durch die Stadt organisiert, um die Aufmerksamkeit auf das Problem der touristischen Arbeiter in der Corona-Krise  zu lenken. Obwohl ihnen nie die Arbeit offiziell verboten wurde, können sie mit den geschlossenen Grenzen und Reiseverboten nicht arbeiten. Die Hotels dürfen Gäste immer noch nicht  beherbergen. Deshalb verlangen sie vom Staat die finanzielle Hilfe, um Arbeitsplätze erhalten zu können.

Bosnien-Herzegowina hat etwa 25 Kilometer Küste und der Tourismus dort wird vielleicht Chancen in diesem Jahr haben. Ohne offene Grenzen und Reisefreiheit sind diese Orte aber touristisch so gut wie tot.

Die Schulen und Unis sind noch immer im ganzen Land geschlossen, es gibt nur Online-Unterricht. Die Moscheen öffneten am Mittwoch, 13.05., ihre Türen auch für die Abendgebete. Die Kirchen sind auch offen.
In Republika Srpska dürfen seit Montag, 11.5. Restaurants, Kneipen, Cafes, Hotels unter Auflagen (nur im offenen Teil, Tische und Gäste mit Abstand, Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt,… ) wieder mit der Arbeit beginnen. (Sperrstunde: 22.00-05.00 Uhr)
In diesem Landesteil ist es auch seit Montag erlaubt, in einen Friseursalon, ein Fitnesszentrum zu gehen oder eine private Zahnpraxis zu besuchen. In Rep.Srp. gibt es keine Einschränkungen für die Minderjährigen, aber die Senioren 65+ dürfen nur an den Werktagen für ein paar Stunden ihre Häuser verlassen.
Seit Montag arbeiten in der Rep.Srpska auch unter Auflagen die Kindergärten.
In der Föderation BiH gibt es ab Freitag, den 15.05., auch keine Beschränkungen mehr für die Minderjährigen und Senioren 65+. Dann dürfen auch Fitnesszentren, Kinos, Bibliotheken, Museen und Galerien in diesem Landesteil wieder öffnen. Schon seit dem 4.Mai  arbeiten Friseursalons und Geschäfte (außer in den Einkaufszentren!) in diesem Landesteil. Seit Mittwoch,13.05.,dürfen auch in der Föderation BiH unter Auflagen die Cafes, Restaurants, Kneipen und Hotels mit der Arbeit anfangen, aber nur draußen und mit Abstand zwischen den Gästen/Tischen, Masken, Desinfektionsmittel etc. Ab Freitag, 15.5. werden die öffentlichen Verkehrsmittel wieder in Betrieb sein.
Die Kindergärten in diesem Landesteil sind noch immer geschlossen.

Mitarbeit: Eldina Jasarevic

AKTUELLE DATEN BOSNIEN UND HERZEGOWINA
(14.05.)

Testungen: 45.810 (38.187)

Infizierte Personen: 2.218 (2.036)

Genesene Personen: 1.278 (954)

Verstorbene Personen: 122 (90)

(in Klammern stehen die Zahlen der Vorwoche)

BULGARIEN - Inlandstourismus erwünscht

Das Tourismusministerium will die Sommersaison am 1. Juli starten, hofft jedoch soweit auf keine ausländischen Touristen, denn die Grenzen bleiben weiterhin für Ausländer zu. Schon ab dem 1. Juni dürfen die Strände an der Schwarzmeerküste bulgarische Touristen empfangen. Die Sonnenschirme sollen aber mindestens 4 Meter voneinander entfernt sein, und die Sonnenliegen  mindestens einmal am Tag desinfiziert werden.
Kleine Hotels und Gästehäuser dürfen beim Einhalten strenger Vorsichtsmaßnahmen über Abstand und regelmäßige Desinfizierung schon ab Mitte Mai geöffnet werden. Die großen Hotels bleiben soweit zu.
Die Regierung bemüht sich, die bulgarischen Kurorte in diesem Sommer vor allem für Bulgaren attraktiv zu machen. Dafür wurden die Konzessionäre der Strände verpflichtet, die Preise für Sonnenschirme und –liegen um mindestens 50% im Vergleich zum Vorjahr zu senken. Die Regierung warnt auch, dass Bulgaren, die im Ausland Urlaub machen, nach ihrer Rückkehr in eine obligatorische 14-tägige Hausquarantäne geschickt werden. Die 2-wöchige Quarantäne ist seit 2 Monaten für alle Pflicht, die ins Land kommen. Diese Maßnahme bleibt auch nach dem Ausstieg aus dem offiziellen Notstand erhalten.

Am 13. Mai ist Bulgarien aus dem Notstand wegen der Corona-Pandemie de jure ausgestiegen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass das normale Leben ins Land zurückkehrt. 2 Monate nach der Einführung der Ausnahmeregelungen wurde das Gesetz für den Ausnahmezustand durch ein neues Gesetz ersetzt, das die Einschränkungen de facto nicht aufhebt. Laut dem neuen Gesetz darf die Regierung ohne Zustimmung des Parlaments „Epidemie-Notstand“ einführen oder aufheben. Sie hat gleich davon Gebrauch gemacht: Auf einer Online-Sondersitzung hat die Regierung am späten Mittwochnachmittag  einen „Epidemie-Notstand“ ausgerufen, der bis zum 14. Juni gelten soll.
Einkaufszentren, Schulen und Kindergärten bleiben zu. Das Romaviertel im Gebietszentrum Jambol ist als Epidemieherd gesperrt. Die Einwohner dürfen es nur aus medizinischen Gründen verlassen.
Inzwischen dürfen die Zoos und die Kultureinrichtungen unter bestimmten Bedingungen wieder arbeiten. Theateraufführungen dürfen nur im Freien stattfinden und nur, wenn Ein-Mann-Shows oder Kammerstücke gezeigt werden.
Die Kinos dürfen auch wieder öffnen, aber nur 30% ihrer Raumkapazität mit Zuschauern füllen. Bis zu 2 Besucher mit Gesichtsmasken dürfen in die Museen und Kunstgalerien. Die Gaststätten und Cafés arbeiten wieder, aber nur mit Tischen im Freien, die mindestens 1,5 Meter voneinander entfernt sind und nach jedem Gast desinfiziert werden.

Mitarbeit: Ekaterina Popova und Camelia Ivanova

AKTUELLE DATEN BULGARIEN
(14.05.)

Testungen: 63.322 (52.931)

Infizierte Personen: 2.100 (1.811)

Genesene Personen: 521 (384)

Verstorbene Personen: 99 (84)

(in Klammern stehen die Zahlen der Vorwoche)

KOSOVO - Grenzen und Tourismus

Der Kosovo ist aufgrund des letzten Krieges mit seinen immensen Zerstörungen im ganzen Land  keine ausgesprochene Urlaubsdestination. An die 200.000 ausländische Touristen haben dennoch den Kosovo im Jahr 2019 besucht. Im Restaurant- und Hotelsektor hatte man dabei einen Umsatz von 200 Millionen Euro verzeichnet. Im  Binnenstaat Kosovo konzentriert sich der Tourismus auf das Bergsteigen bzw. – wandern sowie auf Besuche des Kulturerbes – in der Winterzeit auf das Skifahren. Während der Sommerzeit reisen neben den ausländischen Touristen vor allem die ausgewanderten Kosovaren in ihre Heimat zurück, die meisten aus Deutschland und der Schweiz. Sie tun dies auch, um ihre hier gebliebenen Familien, Angehörigen und Verwandten, so gut es geht, im Alltag zu unterstützen. Aufgrund der allgemeinen Reisebeschränkungen, aber auch durch finanzielle Engpässe im Zuge der Coronakrise in den Gastländern, fürchten nun viele, dass sie in diesem Jahr nicht in den Kosovo zurückkehren können und somit auch keine Gelegenheit haben werden, ihre Angehörigen daheim zu besuchen.

Die Grenzen zum Kosovo werden bis 1.Juni geschlossen bleiben, dann wird die epidemische Situation neu bewertet werden. Bis dahin sind lediglich Notfall-Flüge in und aus dem Kosovo erlaubt. Seit vergangenen Montag allerdings ist die Grenze zu Albanien geöffnet für Bürger mit zwei Staatsbürgerschaften (Kosovo-Albanien). Sobald diese nach Albanien einreisen, müssen sie sich allerdings dort in eine zweiwöchige Haus-Quarantäne begeben.

Selbst wenn die Grenzen wieder geöffnet würden, müssten die Kosovaren  für Reisen in die meisten anderen Länder Visa beantragen. Freies Reisen ist nur in wenige andere europäische Länder möglich. Deshalb verbringen 70 Prozent der kosovarischen Bevölkerung ihre Urlaube vorzugsweise in Albanien und Montenegro, wohin sie ohne Visa reisen können. Deshalb werden diese beiden Länder in diesem Jahr das Ausbleiben der kosovarischen Touristen finanziell auch besonders spüren, sollten die Grenzen auch weiterhin geschlossen bleiben.

Im Moment sieht es jedenfalls so aus, dass die Kosovaren in diesem Jahr  ihre Urlaube im Land selbst verbringen (müssen).

 

Nach einer Reihe von Tagen, an denen die Zahlen der vom Coronavirus Genesenen höher war als die der Neuinfizierten, gab es zuletzt wieder einen zahlenmäßigen Anstieg bei den Ansteckungen.
Seit dem 4.Mai hat die Regierung in bestimmten Bereichen die harten Lock-Down-Maßnahmen gelockert. Kleine Einzelhandelsgeschäfte (bis zu 80 Quadratmeter Verkaufsfläche), Bau- und Immobilienunternehmen, Autohäuser und Unternehmensberatungen durften wieder öffnen. Den Bürgerinnen  und Bürgern wurde zudem erlaubt, ihre Häuser und Wohnungen zweimal am Tag für insgesamt drei Stunden zu verlassen (2 mal 90 Minuten).
Sprecher des Gesundheitsministeriums warnten aber gleichzeitig davor, gegen diese zeitlichen Befristungen zu verstoßen. Die immer noch strikten Regelungen könnten auch jederzeit wieder verschärft werden für den Fall signifikanter Anstiege von Neuinfektionen. Sollten sich die Kosovaren an die neuen Anordnungen halten und sich die Corona-Situation auch nach den ersten Lockerungen nicht verschlimmern, so könnte die kosovarische Bevölkerung schon am 18.Mai mit weiteren wesentlichen Öffnungen und Erleichterungen im öffentlichen Leben rechnen. So etwa auch mit der Wiederaufnahme des inner- und außerstädtischen Straßen- und Bahnverkehrs, der Öffnung von Lebensmittelmärkten, Friseurgeschäften, Zahnarztpraxen sowie von Zustelldienst für Waren und Lebensmittel.

Mitarbeit: Besnik Hamiti und Dardan Sadriu

AKTUELLE DATEN KOSOVO
(14.05.)

Testungen: 10.642 (9.085)

Infizierte Personen: 927 (860)

Genesene Personen: 657 (533)

Verstorbene Personen: 29 (26)

(in Klammern stehen die Zahlen der Vorwoche)

KROATIEN - Grenzen für EU-Bürger geöffnet

Um die touristische Sommersaison zu retten, hat Kroatien am Montag die Grenzen für EU-Bürger geöffnet und die 14-tägige Quarantäne Pflicht aufgehoben. Besucher müssen sich an die europaweit geltenden Hygiene- und Abstandsmaßnahmen halten und dürfen sich bei Nachweis einer Einladung oder Hotelreservierung frei im Land bewegen.

Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftszweig für Kroatien (HR), dieser macht gut 20% des BNP aus, und wenn man die begleitende (indirekte) Industrie dazu zählt (wie Landwirtschaft und deren Produkte oder Weinanbau, deren beträchtlicher Teil in touristischen Orten landet) dann kommt man sogar auf 25%. Letztes Jahr (2019)  haben knapp 20 Millionen Touristen Kroatien  besucht, und dabei haben sie 12 Mrd. Euro im Land gelassen. Kein Wunder, dass die kroatische Regierung alle Hindernisse, welche das Reisen erschweren, so schnell wie möglich aufheben will. So sind ab Sonntag bzw. Montag alle Grenzen offen, der Verkehr ist auf vollen Touren angelaufen, also Busse, Züge, Schiffe, Flugzeuge. EU-Staatbürger können nach Kroatien als Touristen (mit Bestätigung, dass sie eine Unterkunft gebucht haben), als Geschäftsleute (mit Nachweis, dass sie bestimmte Arbeiten in Kroatien verrichten müssen) oder Ausländer, die eine Immobilie im Land besitzen oder ein Schiff/ein Boot/eine Yacht in einem der kroatischen Häfen vor Anker liegen haben. Das sind vor allem Slowenen; sogar 110.000 besitzen ein Wochenendhaus oder einen Bungalow/ ein Campinghäuschen in HR, aber auch viele andere EU-Bürger incl. Deutsche. Ähnliches gilt auch für Staatsbürger aus der Nachbarschaft, die nicht in der EU sind (ex-YU Staaten).

Obwohl es vor zehn Tagen noch nicht so aussah, dass die Maßnahmen so schnell gelockert werden, war offenbar der Druck der Wirtschaft/des Tourismus sehr stark. Nach Schätzungen hat der Tourismus in Kroatien in den ersten vier Monaten mindestens 500 Millionen Euro wegen der strengen Corona-Maßnahmen in Kroatien  und im restlichen Europa eingebüßt. Und die wichtigsten Monate für den Tourismus sind Juli, August und die erste Septemberhälfte. In diesen zweieinhalb Monaten werden bis zu 70% der touristischen Übernachtungen und der Gesamteinnahmen erzielt. So plädiert der kroatische Tourismusminister diesbezüglich auf eine rasche gesamteuropäische Lösung und ähnliche Lockerungen in anderen EU-Staaten, vor allem in Deutschland. Denn von dort kommen jährlich über 2,5 Mill. Touristen nach Kroatien. Wenn sich die Corona-Lage in HR und Europa (und der Welt) bessert, dann könnte doch noch etwas von der Saison gerettet werden, hoffen die Leute aus der Tourismusbranche wie auch die Regierenden. Die Fachleute (Epidemiologen und andere Mediziner im Krisenstab) sind etwas zurückhaltender, und man hört  von ihnen, es sei nicht gut, diese Maßnahmen so schnell zu lockern und viele Touristen  praktisch ohne Kontrollen nach Kroatien  zu lassen. Die Politik hat aber entschieden, dass man trotz des gewissen Risikos nicht länger warten dürfe.

 

Mitarbeit: Stjepan Milcic

AKTUELLE DATEN KROATIEN
(14.05.)

Testungen: 50.340 (41.938)

Infizierte Personen: 2.221 (2.125)

Genesene Personen: 1.850 (1.641)

Verstorbene Personen: 94 (86)

(in Klammern stehen die Zahlen der Vorwoche)

MONTENEGRO - "Corona-Free" Argument als Retter der Sommersaison

Die Corona-Krise hat die aufstrebende montenegrinische Tourismusbranche jäh abgebremst. Laut Bericht  der Weltorganisation für den Tourismus (UNWTO) war Montenegro 2019 eine Tourismusdestination mit dem fünftschnellsten Wachstum. 1,1 Milliarden Euro wurden im vergangenen Jahr direkt oder indirekt im Tourismus verdient, der fast 25% des Bruttonationaleinkommens des etwas über 630.000 Einwohner zählenden Kleinstaates ausmacht. Umso mehr wirkt sich dieser zusammenbrechende Sektor auf die Rezession der gesamten Wirtschaft aus, der je nach Entwicklung ein Minus zwischen 5 und 9 Prozent vorhergesagt wird.
Montenegro sei auf dem Weg, ein Corona-freies Urlaubsland zu werden und müsse sich in den kommenden Wochen auf die bevorstehende Saison vorbereiten, verkündete vor einigen Tagen optimistisch Premier Markovic. Auflagen unter denen ab dem 18. Mai der Betrieb von Stränden und Badeorten wieder möglich sein wird, wurden bereits veröffentlicht.
Der Schlüssel zum „Überleben“, so Experten, könnte in der größeren Orientierung auf den heimischen bzw. regionalen Markt in Serbien sowie Bosnien und Herzegowina  liegen, von dem, zusammen mit Touristen aus Russland, ohnehin der Großteil der Gäste kommt. Da sich die Hauptsaison in Montenegro größtenteils auf den Juli und August beschränkt, gäbe es noch Zeit etwas zu unternehmen. Serbien soll seine Grenzen zum kleinen Nachbarland am 1. Juni öffnen.

Nach über einer Woche ohne Neuinfektionen befindet sich Montenegro auf gutem Weg, Corona-frei zu werden und ist derzeit mit der Ausgangsstrategie beschäftigt. Behörden warnen immer wieder, dass Corona nicht verschwunden sei und dass nach allmählichen Lockerungen die Verantwortung für die Situation nun in den Händen der Bevölkerung liege.  Zu den wichtigsten Veränderungen, die ab Freitag, den 15.05., in Kraft treten, zählen die Aufhebung der Ausgangssperre von 23-05 Uhr, die Normalisierung des bisher eingeschränkten privaten und öffentlichen zwischenstädtischen Personenverkehrs sowie die Öffnung von Gastgewerbeeinrichtungen, Einkaufszentren, Stränden und Badeorten. Ab Montag sind auch sportliche Gruppenaktivitäten sowohl im Freien als auch in geschlossenen Objekten wieder möglich.
Gottesdienste in bzw. vor den religiösen Objekten sind seit wenigen Tagen unter relativ strengen Bedingungen wieder erlaubt, das allgemeine Versammlungsverbot bleibt allerdings weiterhin in Kraft.

Mitarbeit: Zoran Ikonic und Dejan Stefanovic

AKTUELLE DATEN MONTENEGRO
(14.05.)

Testungen: 10.167 (8.211)

Infizierte Personen: 324 (324)

Genesene Personen: 309 (261)

Verstorbene Personen: 9 (8)

(in Klammern stehen die Zahlen der Vorwoche)

NORDMAZEDONIEN - Rückkehr zur Normalität in drei Phasen

Während Serbien inzwischen die Öffnung der Grenzen zu Nordmazedonien mit Datum 1.Juni bestätigt hat, gibt es für die Nordmazedonier selbst noch keine konkreten Angaben seitens der Regierung, wann die Grenzen zu den übrigen Nachbarländern wieder geöffnet werden können. Von daher ist es für die Menschen schwierig, zu planen, wann und wohin sie in Urlaub fahren sollen bzw. können. Bevorzugte Reiseziele  der Nordmazedonier sind traditionell Griechenland und Albanien.
Nach den veröffentlichten Daten des Statistischen Landesamtes ging die Zahl der inländischen Touristen im März 2020 gegenüber März 2019 um 60,5 Prozent und die Zahl der ausländischen Touristen um 70,4 Prozent zurück.
Seit Mitte März sind alle Hotels, Motels, Pensionen geschlossen.

An jedem Arbeitstag von Montag bis Freitag dürfen sich die Bürger von 05:00 Uhr morgens bis 19:00 Uhr frei bewegen. Das Tragen von Schutzmasken ist allerdings im gesamten öffentlichen Raum Pflicht. Außerdem gilt nach wie vor ein Versammlungsverbot ab drei Personen. Die Ausgangsbeschränkung im ganzen Land beginnt um 19:00 Uhr und dauert bis 05:00 Uhr morgens. Personen über 67 Jahren dürfen sich jeden Arbeitstag von 5 bis 12 Uhr im Freien bewegen. Die Ausgangsbeschränkung für das Wochenende gilt jetzt wie an normalen Arbeitstagen: von 19.00 bis 05.00 am nächsten Tag.
Die Regierung hat angekündigt, die Rückkehr in die „Normalität“ in drei Phasen bewerkstelligen zu wollen. So sind ab sofort Moscheen, Einkaufszentren, Fahrschulen wie aber auch Wettbüros wieder geöffnet.
Rehabilitationszentren dürfen ebenfalls wieder öffnen, allerdings unter strengen Hygiene-Auflagen.
Erst in einer zweiten Phase sollen Gaststätten und Lokale wieder geöffnet und gleichzeitig die Ausgangsbeschränkungen gelockert werden können, aber nur, sofern es keinen weiteren Anstieg an Coronainfektionen gibt. Bei einer entsprechend guten Entwicklung könnte das aber vielleicht schon in der kommenden Woche der Fall sein.
Ebenfalls noch offen ist, ob es Mitte Juni zu den geplanten vorgezogenen Parlamentswahlen kommen wird

Mitarbeit: Schaban Bajrami, Sasko Golov und Lyubisha Nikolovski

AKTUELLE DATEN NORDMAZEDONIEN
(14.05)

Testungen: 20.088 (18.186)

Infizierte Personen: 1.723 (1.572)

Genesene Personen: 1.235 (1.079)

Verstorbene Personen: 95 (89)

(in Klammern stehen die Zahlen der Vorwoche)

ÖSTERREICH - Perspektiven durch Grenzöffnungen

Hierzulande ist die Erleichterung groß. Viele ausländische Urlauber hatten ihren Sommeraufenthalt im Land der Berge und Seen schon vor der Coronakrise gebucht. Inzwischen ist klar, dass zumindest die Deutschen spätestens ab 15.Juni anreisen dürfen. Schon ab Freitag werde es an den deutsch-österreichischen Grenzübergängen nur noch stichprobenartige Kontrollen geben. Die Deutschen sind die mit Abstand wichtigste Gästegruppe in Österreich. Sie treffen auf ein Land mit aktuell äußerst niedrigen Coronazahlen. Wichtige touristische Einrichtungen wie Museen, Bergbahnen und Freizeitparks sollen im Lauf der nächsten Wochen wieder öffnen. Dazu zählt ab Freitag,15.05., auch das einst von Kaiserin Sisi bewohnte Schloss Schönbrunn in Wien. Die Besucher müssen aber sämtlich einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Noch in der Luft hängt die Kultur-Szene. Theater, Konzerte und Festspiele wissen noch nicht genau, ob, wann und unter welchen Bedingungen sie wieder vor Publikum spielen dürfen.
Ebenso am Freitag,15.05., dürfen Cafes, Restaurants und Gaststätten im ganzen Land wieder öffnen. Allerdings auch hier mit Sicherheitsauflagen. Mindestabstände von einem Meter zwischen den Tischen, pro Tisch maximal vier Personen, Schankverbot an den Theken. Am Tisch dürfen die Gäste den Mund-Nasenschutz ablegen, das Bedienpersonal hingegen muss ihn permanent tragen. Alternativ gibt es inzwischen sogenannte  Gesichtsvisiere aus Plexiglas, was die Kommunikation zwischen Personal und Gästen wesentlich erleichtern dürfte.

Die Zahl der akut am Coronavirus erkrankten Menschen in Österreich sinkt weiter. Setzt sich die positive Entwicklung fort, dann dürften schon in wenigen Tagen weniger als 1.000 Personen mit dem Virus infiziert sein.
Den Angaben des Innen- und Gesundheitsministeriums vom Mittwochvormittag (Stand 9.30 Uhr) zufolge waren 1.069 Menschen in Österreich aktiv erkrankt. Dies sind um 121 bzw. 10,2 Prozent weniger als noch am Dienstag. 243 Personen befanden sich aufgrund des Coronavirus in stationärer Behandlung, davon lagen 55 auf Intensivstationen. Österreich war bisher laut Experten bei der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie sehr erfolgreich.
Bisher gab es in Österreich 15.997 positive Testergebnisse. 624 Menschen sind inzwischen mit oder an Covid-19 verstorben.

AKTUELLE DATEN ÖSTERREICH
(14.05.)

Testungen: 344.606 (297.894)

Infizierte Personen: 16.019 (15.667)

Genesene Personen: 14.304 (13.698)

Verstorbene Personen: 628 (609)

(in Klammern stehen die Zahlen der Vorwoche)

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Tourismusbranche in Österreich nach Lock down

Eigentlich ist Österreich ein beliebtes Urlaubsland, doch durch den Lock down durch Covid-19 erwartet die Branche Einbußen. EIn Lokalaugenschein bei Maria Ragginger in Nußdorf am Attersee.

Videobearbeitung: Vera Gasber

Kamera: Daniel Dzyak

 

 

RUMÄNIEN - Lockerungen im Alarmzustand

Zwar hat Präsident Klaus Iohannis seit gut zwei Wochen für die Zeit ab dem 15. Mai einige Lockerungen der strengen Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus angekündigt, doch steht fest, dass umfassende Grenzöffnungen, aber auch uneingeschränkte Reisefreiheit für Touristen im Inneren des Landes vorläufig nicht dazugehören. Flug- und Zugverkehr soll nur aufgrund von Sondergenehmigungen stattfinden können und über Urlaubsreisen wird von den Reisebüros nur in der Möglichkeitsform gesprochen. Reiseveranstalter bemühen sich jedoch bereits seit April um Unterstützung der Regierung. Der Plan: die  bereits gebuchten Sommerurlaube rumänischer Touristen im Ausland, die nun nicht mehr stattfinden können, sollen mit Angeboten für Rumänienurlaube  ersetzt werden, um auf diese Weise ruinöse Rückzahlungen zu vermeiden. Dennoch lassen sich Hoteliers nicht entmutigen und entwickeln Konzepte für corona-sichere Hotelaufenthalte in Transsilvanien und den Karpaten, im Donaudelta und am Schwarzen Meer.

Ab Freitag soll der seit zwei Monaten dauernde Corona-Notstand aufgehoben  und durch einen sogenannten Alarmzustand ersetzt werden, der eine Reihe von Lockerungen mit sich zu bringen verspricht. Obwohl Reisen zwischen den Ortschaften nur aus dienstlichen Gründen gestattet werden, soll in den Städten und Gemeinden wieder volle Bewegungsfreiheit möglich werden, allerdings nur in Gruppen von höchstens drei Personen. Parks und Gärten oder Terrassen von Lokalen sollen geöffnet werden, deren Innenräume aber geschlossen bleiben. Genauso bleiben Theater, Kinos und Konzertsäle weiterhin zu. Da die Ansteckungskurve noch nicht sinkt, begleitet ein Teil der Medien die von Präsident Klaus Iohannis vorangetriebenen, aber nicht  wissenschaftlich begründeten Lockerungsübungen mit kritischer Distanz oder auch Skepsis. In den letzten Tagen mehren sich Fälle von  Ansteckungsherden in Altenheimen und Pflegezentren mit bis zu 50 Infizierten. Insofern gibt es weitere Warnungen von Gesundheitsminister Nelu Tataru. Die erste Phase der Pandemie sei in Rumänien noch nicht beendet, so Tataru, weswegen man auch noch keine Untersuchung über eine Durchseuchung der Bevölkerung starten könne. Diese stellte er jedoch für die Periode nach dem 1. Juni in Aussicht.

Mitarbeit: Herbert Gruenwald

AKTUELLE DATEN RUMÄNIEN
(14.05.)

Testungen: 286.217 (226.613)

Infizierte Personen: 16.247 (14.499)

Genesene Personen: 9.035 (6.144)

Verstorbene Personen: 1.046 (876)

(in Klammern stehen die Zahlen der Vorwoche)

SERBIEN - Hoffnung auf chinesische Touristen

Serbiens Tourismusbranche ist natürlich von der gegenwärtigen Coronakrise stark betroffen. Da Serbien aber kein Tourismusland ist, (verglichen mit einigen Nachbarländern) und die Tourismusindustrie dem Bruttoinlandsprodukt des Landes mit „nur“ 6% beiträgt, wird die serbische Wirtschaft die Tourismus-Verluste relativ glimpflich wegstecken können. Der IWH (Internationaler Währungsfond) prognostiziert daher ein Schrumpfen der serbischen Wirtschaft um weniger als 3%, was – so gesehen – europäische Bestleistung sein wird, falls keine zweite Infektionswelle mehr in diesem Jahr stattfindet.

Die serbische Wirtschaft hat viele andere Sorgen, die dazu geführt haben, dass den extremen Lockdown-Maßnahmen breite und übereilte Lockerungen folgten. So wurde gestern bekannt gegeben, dass bereits ab Ende Mai die Grenzen zu Bosnien, Montenegro, Nordmazedonien und Albanien unilateral geöffnet werden. Alle dieser Länder hätten, nach Ansicht der serbischen Regierung, die Krise gut bewältigt und galten auch vorher nicht als Hotspots der Infektion.

Die Grenzen zu Serbiens EU-Nachbarn bleiben aber weiterhin zu. Da wartet man in Belgrad auf eine Entscheidung auf EU-Ebene bezüglich der Grenzöffnung.

In touristischer Hinsicht blickt man jetzt bereits wieder nach Asien.  So will die TOS (Touristische Organisation Serbiens) über die Alibaba-Plattform ab dem 15. Mai eine ambitionierte Werbekampagne starten mit dem Ziel chinesische Touristen nach Serbien zu bringen. Bislang schon besuchten bis zu 150 000 Chinesen Serbien jedes Jahr.

In Serbien läuft zurzeit eine Untersuchung der Durchseuchung der Bevölkerung mit dem Ziel, die Dunkelziffer an Infizierten festzustellen. Dafür werden statistisch zufallsbedingt 7000 Familien auf Antikörper getestet.

Die Voraussetzung für den Start dieser Untersuchung war, dass die Zahl der positiv getesteten Personen weniger als 2% der täglichen Testungen beträgt. Es werden zwischen 5000 und 7000 Testungen pro Tag durchgeführt.

Die Behörden in Serbien registrieren dabei offenbar einen starken Rückgang der Infektionszahlen, so dass die Epidemie als so gut wie überstanden betrachtet wird. Alle Cafes und Restaurants sind geöffnet, genauso Einkaufszentren und Shopping Malls, alles unter Berücksichtigung bestimmter Auflagen. Das gleiche gilt seit Anfang dieser Woche für Kindergärten und sogar für den Öffentlichen Straßenverkehr. Die Öffnung der Schulen ist praktisch der letzte noch ausbleibende Schritt bis zur völligen Rückkehr in die Normalität. Diesen Schritt hat man auch schon für 01. Juni eingeplant.

Möglicherweise sind es neben dem Druck durch die Wirtschaft auch die nahenden Wahlen am 21. Juni, die dazu geführt haben, dass die Rückkehr zur Normalität nun so abrupt stattfindet. Für viele in Serbien dennoch zu früh, zu überhastet und im zu starken Kontrast zu der Rigidität des Lockdown in Serbien, der seinesgleichen in Europa suchte.

Mitarbeit: Zoran Ikonic und Dejan Stefanovic

AKTUELLE DATEN SERBIEN
(14.05.)

Testungen: 162.797 (122.995)

Infizierte Personen: 10.374 (9.848)

Genesene Personen: 4.084 (2.160)

Verstorbene Personen: 224 (206)

(in Klammern stehen die Zahlen der Vorwoche)

SLOWENIEN - Ende der Coronavirus-Epedemie erklärt

Slowenien ist kein (ausgesprochen) touristisches Land, und es wird (in Westeuropa) als solches auch nicht wahrgenommen (wie z.B. das südlich gelegene Nachbarland Kroatien), aber es hat seine Sehenswürdigkeiten und Naturschönheiten sowie zahlreichen National- und Naturparks. Weltbekannt ist die Postojnska jama (Postojna Grotte), die seit dem 13.03. wegen der Corona-Pandemie für Besucher geschlossen ist, wie die meisten anderen touristischen Anlaufpunkte und Kultureinrichtungen auch. Obwohl Tourismus nicht die Haupteinnahmequelle für SLO ist, steigt (dennoch) in den letzten Jahren der Anteil aus dem Tourismus im BNP beständig. Im Jahr 2018 betrug dieser 12,3% des BNP, und im Tourismus waren 12,8% aller Beschäftigen tätig. So wurde dieser Erwerbszweig von der Pandemie auch in SLO betroffen, und manche Arbeitskräfte haben ihren Arbeitsplatz schon verloren oder fürchten den Verlust ihrer Arbeitsplätze, vor allem Saisonarbeiter, bzw. dass sie in dieser Saison keine Arbeit bekommen.

Die slowenische Regierung hat am Donnerstag als erstes europäische Land das Ende der Coronavirus-Epidemie offiziell verkündet. Dabei folgt es dem Beispiel Kroatiens und hat seine Grenzen für EU-Bürger geöffnet und die bisher geltende 14-tägige Quarantänepflicht komplett aufgehoben.

Der Tourismusverband (STO) wirbt über Internet und mit Webkonferenzen für Slowenien und stellt das Angebot in den wichtigsten Ländern, aus denen die Touristen kommen vor, so auch in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen die Slowenischen Alpen und die zahlreichen Kurbäder sowie Fahrradtouren und Wanderwege. Seit Montag, den 04.05. sind wieder die meisten Hotels, Restaurants und Cafes (mit Außenterrassen) offen. Am Dienstag 12.05. wurde auch der Luftverkehr wieder aufgenommen (FH Ljubljana). Andere touristische Attraktionen und Kultureinrichtungen sollen je nach „Corona-Lage“ in den nächsten Tagen auch öffnen.

Übrigens: von insgesamt 2,1 Millionen slowenischen Bürgerinnen und Bürgern verbringen 1 Million ihren Sommerurlaub regelmäßig in Kroatien.

Mitarbeit: Stjepan Milcic

AKTUELLE DATEN SLOWENIEN
(13.05.)

Testungen: 66.678 (59.978)

Infizierte Personen: 1.664 (1.449)

Genesene Personen: 269 (249)

Verstorbene Personen: 103 (99)

(in Klammern stehen die Zahlen der Vorwoche)

UNGARN - Kurorte und Gesundheitstourismus in Gefahr

Seit 30.April ist es für Geschäftsleute aus Deutschland, Österreich, Slowakei, Polen, der Tschechischen Republik und Süd-Korea erlaubt, nach Ungarn  einzureisen. Dies gilt auch in die umgekehrten  Richtungen für  ungarische Staatsbürger mit entsprechenden Reisebegründungen. Für die Touristen bleiben die Grenzen aber vorerst geschlossen. Der Budapester Flughafen rechnet deshalb mit massiven Einbrüchen bei den Passagierzahlen:  statt der vor der Corona-Pandemie erwarteten 17 Millionen Fluggäste für das Jahr 2020 sollen es nun nur noch 10 Millionen sein, nach optimistischer Schätzung.  Laut offizieller Regierungsstatistik beträgt der Anteil des Tourismus am ungarischen BIP 13 Prozent (2019) und beschäftigt mehr als 400.000 Menschen. Es besteht große Sorge, ob die Sommersaison noch zu retten sei. Experten hoffen deshalb auf mehr Inlandstourismus.  Die Regierung wirbt jedenfalls schon dafür. Kurorte allerdings könnten von den Konsequenzen der Corona-Epidemie stärker betroffen sein, wegen der noch fehlenden ausländischen Touristen –diese steuern immer zur Hälfte des Umsatzes bei. Vor allem der sogenannte Gesundheitstourismus, etwa mit den im Europavergleich preiswerten Zahnarztbehandlungen, dürfte sich voraussichtlich nun eher in den Herbst verlagern.

In Budapest  selbst gibt es noch keine wesentlichen Lockerungen. Im Komitat Pest (das Land rund um Budapest) solle es diese aber ab kommenden Montag  geben: so soll das öffentliche Leben dort genauso geführt werden können wie bereits  in anderen Komitaten auch: Restaurants und Cafés dürfen ihre Terrassen öffnen, in Läden kann wieder ohne die behördlich verhängten Zeitbegrenzungen gearbeitet werden. Ab Montag dürfen auch wieder Parks und Spielplätze öffnen, und Restaurants  sowie Cafés dürfen dann auch in den „Indoor“-Bereichen wieder Gäste empfangen – die Angestellten und Mitarbeiter der Betriebe müssen  Schutzmasken tragen. Und: mit Ausnahme von Budapest dürfen ab dem 1.Juni in ganz Ungarn auch wieder Hochzeitsfeiern organisiert werden – mit maximal 200 Teilnehmern und unter Einhaltung von Sicherheitsabständen.

Mitarbeit: Attila Poth und Edit Inotai

AKTUELLE DATEN UNGARN
(14.05.)

Testungen: 123.258 (94.036)

Infizierte Personen: 3.380 (3.150)

Genesene Personen: 1169 (801)

Verstorbene Personen: 436 (383)

(in Klammern stehen die Zahlen der Vorwoche)

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Kommentare (1)

Göze Ramazan am

Ich und meine deutsche Freundin befinden uns seit 26.februar 2020 in der Türkei.wir würden aber gern wieder zurück nach Deutschland wir sind mit mein Fahrzeug hierher gefahren.. gibt es keine Möglichkeit nach Deutschland zu fahren endlich?

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