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In Bosnien und Herzegowina gelten strenge Ausgangsbeschränkungen, vor allem für Senioren über 65. Erste Lockerungen werden für nächste Woche angedacht. Foto: BR | Eldina Jasarevic

Coronavirus in Südosteuropa und Österreich
Schrittweise Lockerungen trotz Coronagefahr

In Südosteuropa und Österreich sollen zahlreiche, teils restriktive Auflagen das weitere Ausbreiten des gefährlichen Coronavirus möglichst verlangsamen. Aus Sicht von Experten sind diese weiter dringend notwendig, damit sich bisherige Ergebnisse nicht wieder umkehren. Doch die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Auflagen nehmen einen immer größeren Raum in der Debatte ein. Zur Angst vor dem Virus und überlasteten Gesundheitssystemen sind beispielsweise Unternehmenspleiten, massive Arbeitslosigkeit, häusliche Gewalt, krasse Benachteiligung von Armen und drohende Rezession gekommen. Schon jetzt ist klar, die Folgen des Coronavirus toppen die Schwierigkeiten der Finanzkrise 2008/2009 um ein vielfaches. Finanziell, sozial, wirtschaftlich, politisch. Viele Branchen machen Druck, etwa die Tourismusbranche und es gibt teilweise Überlegungen, bestimmte Einreisebeschränkungen für das Sommergeschäft zu lockern. Politikerinnen und Politiker müssen den Umgang mit dem Coronavirus immer wieder neu austarieren und ihre Entscheidungen gut vermitteln. Zumal Grundrechte oder parlamentarische Rechte eingeschränkt wurden, was immer mehr kritisiert wird. Viele Regierungen sind deswegen dabei, bestehende Beschränkungen schrittweise zu lockern, damit das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leben wieder stattfinden kann.

RUMÄNIEN - Einschränkungen bleiben bis Mitte Mai in Kraft

Erleichterungen hat Rumäniens Staatspräsident Klaus Iohannis zwar in Aussicht gestellt, aber das wird noch dauern. Am Mittwoch erklärte er, dass ab dem 15.05. einige Auflagen der Notstandsregelungen gelockert werden könnten. Allerdings gelte das Motto: „Schritt für. Schritt“. Unter seiner Leitung hatte Iohannis sich zuvor mit der Regierung über den möglichen Fahrplan für die nächsten Wochen verständigt. So könnten ab Mitte Mai die Bewegungsfreiheit für alle Einwohner wieder eingeführt werden, jedoch unter Einhaltung der Maskenpflicht. An Gesichtsmasken müssten sich die Menschen gewöhnen, denn die Maskenpflicht in allen geschlossenen Räumen und in öffentlichen Verkehrsmitteln sei „zeitlich unbegrenzt und kann möglicherweise bis nächstes Jahr dauern“, so der Präsident. Wann und wie Schulen wiedergeöffnet werden können, sowie Geschäfte im Handel und Einzelhandel, „die besonders heftig eingeschränkt worden sind“, werde noch ausgearbeitet. Bis Mitte Mai jedoch bleiben alle Einschränkungen in Kraft. „Bleibt noch bis zum 15.05. zuhause,“ rief er der Bevölkerung zu . Das Leben nach dem 15.05. werde nicht eine Rückkehr zur Normalität bedeuten, wie sie vor dem Corona-Virus herrschte.

Die Automobilindustrie, die wie in allen Herstellerländern arg gebeutelt worden ist, fährt in Rumänien ihre Produktion langsam wieder hoch: So begann Dacia am Dienstag dieser Woche schrittweise mit dem Neustart. Allerdings wird die Produktion zunächst nur mit Arbeitnehmern wieder aufgenommen, die sich dafür freiwillig melden. Ab Anfang Mai sollen dann – unter Beachtung der Schutzvorkehrungen, wie Gesichtsmasken, Abstände, Schutzhandschuhe – alle 14.000 Dacia-Angestellten den regulären Betrieb wieder aufnehmen. Ford kündigte an, Anfang Mai seine Produktion ebenfalls hochzufahren. Beide Kfz-Hersteller  hatten am 19. März die Produktion eingestellt. Die Angestellten erhielten vom Staat  75% der Löhne bis zur maximalen Höhe des rumänischen Bruttodurchschnittslohns (etwa 1135 €). „Automobile Dacia“ verzeichnet einen Verkaufsrückgang von 40,1 % im ersten Quartal.

Ab Anfang Mai können Pflegerinnen und Pfleger mit Sonderzügen aus Temeschwar über Ungarn nach Österreich fahren. Die österreichische Europaministerin Karoline Edtstadler erklärte am Donnerstag im ORF, dass diese Lockerung der Reise- und Arbeitsbeschänkungen aufgrund von Verhandlungen mit Ungaren und Rumänien ermöglicht worden seien. Bislang sei die Reise nach Österreich nur über den Flugverkehr möglich gewesen. Die Züge würden von Österreich zur Verfügung gestellt. Es würden nur jeweils vier Schutzmasken tragende Reisende pro Sechs-Personen-Abteil zugelassen.

AKTUELLE DATEN RUMÄNIEN (Stand: 23.04.2020, 13 Uhr)

Testungen: k.A. (79.629)

Infizierte: 10.096 (7.707 )

Genesene: 1.478 (1.357)

Verstorbene: 527 (387 )

(in Klammern stehen die Zahlen der Vorwoche)

UNGARN - Höhepunkt der Coronakrise Anfang Mai erwartet

Ungarn und Serbien wollen die gemeinsame Grenze trotz der Coronapandemie teilweise wieder öffnen. Berufspendler oder Bauern mit Feldern im jeweils anderen Land sollen wieder hin und herfahren dürfen. Das haben die Außenminister der beiden Länder Peter Sziijarto und Ivica Dacic bei einem gemeinsamen Auftritt am Grenzübergang Horgos-Röszke bekannt gegeben. Auch mit Rumänien gibt es ein Abkommen, so dürfen Züge mit 24-Stunden-Pflegepersonal Ungarn Richtung Österreich passieren. Ansonsten hat Ungarn Ausgangsbeschränkungen im öffentlichen Raum bis 3. Mai verlängert. Nur wer arbeiten, einkaufen oder spazieren geht darf die Wohnung verlassen. Die Fidesz-Regierung von Viktor Orban erwartet den Höhepunkt der Coronakrise um den 3. Mai herum. Bis dahin werde das Gesundheitssystem entsprechend ausgerüstet sein, heißt es von Kanzleramtsminister Gergely Gulyás. Schulen und Kindergärten bleiben bis dahin geschlossen. Doch am 4. Mai sollen Schülerinnen und Schüler die schriftliche Abiturprüfung schreiben. Ob diese aber wirklich stattfinden soll ist umstritten. Die Lehrergewerkschaft hat Zweifel angemeldet und argumentiert mit folgenden Zahlen: Wenn die rund 7000 Schülerinnen und Schüler in fünf Fächern schriftliche Prüfungen ablegen bräuchte man mindestens 6500-7000 Lehrerinnen und Lehrer, die die Prüfungen beaufsichtigen müssten, in einem Raum mit den Prüflingen. Sie finden das in Coronazeiten keine gute Idee und auch Eltern haben hierüber Bedenken geäußert. Von den knapp 2300 Menschen, die sich angesteckt haben lebt rund die Hälfte in Budapest. Dort gilt ab Montag eine Maskenpflicht in Läden, im Taxi oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Dabei werden auch Schals oder Tücher als Schutzmasken akzeptiert. Einreisen dürfen nach wie vor nur ungarische Staatsbürger und EU-Bürger mit Wohnsitz in Ungarn. Sie müssen sich dann zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben.

Wie die nächsten Sommerferien und damit die Tourismussaison aussieht ist noch offen. Schon jetzt sind die offiziellen Arbeitslosenzahlen alarmierend. Im März 2020 waren mehr als 280.000 Menschen ohne Job, rund 17.000 mehr als im Februar. Es könnten noch weit mehr Menschen ihre Arbeit verlieren, denn die Tourismussaison lässt sich nicht gut an. Urlaub in Budapest oder am Balaton ist zwar grundsätzlich beliebt und landesweit sind die Hotels offen. Doch die wenigsten beherbergen Gäste. Ausnahme ist ein Hotel in Siófok am Plattensee, es ist aber nur ausgebucht, weil Menschen die aus dem Ausland eingereist sind, dort in Quarantäne sind. Die Mitarbeiter sollen den Quarantäne-Gästen nicht begegnen, deswegen hängen sie das Frühstück, sowie Mittag,- und Abendessen an die Türklinken gehängt. Rund um den Balaton gibt es an einigen Orten ohnehin keine Sitzbänke mehr, damit sich weniger Menschen im Freien aufhalten und begegnen. Für asylsuchende Menschen ist die Einschränkung der Bewegungsfreiheit alles andere als neu. In zwei sogenannten Transitzonen umgeben von hohen Grenzanlagen müssen sie in Containern an der ungarisch serbischen Grenze ausharren. Sie dürfen dies nur mit Genehmigung verlassen und das gilt seit 2017. Dies gleicht einer Haft und verstößt gegen EU-Recht, das teilte der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs in einem veröffentlichten Gutachten heute mit.  Ungarn argumentiert, die Menschen könnten Ungarn jederzeit in Richtung Serbien verlassen.

Mitarbeit: Attila Poth und Edit Inotai

AKTUELLE DATEN UNGARN (Stand: 23.04.2020)

Testungen: 55.390 (k.A.)

Infizierte: 2284; 850 im Krankenhaus, 61 werden beatmet (1.642)

Genesene: 390 (k.A.)

Verstorbene: 239 (142)

(in Klammern stehen die Zahlen der Vorwoche)

SERBIEN - Viele Geschäfte öffnen wieder. Einkaufszentren bleiben zu

Nach Rücksprache mit den Gesundheitsbehörden hat die serbische Regierung von Ana Brnabic die Coronauflagen für den öffentlichen Raum schon Anfang der Woche gelockert. Wer möchte kann an Werktagen nun eine Stunde länger auf die Straße. Statt von 17 Uhr bis 5 Uhr gilt die Sperrstunde nun von 18 Uhr bis 5 Uhr. Wie es am Wochenende aussieht ist noch offen und hängt von der Entwicklung der Infektionen ab. Der serbische Präsident Aleksandar Vucic erklärte, die Ausgangssperre könne von Freitag 18 Uhr bis Montag 05 Uhr dauern. Er stellte in Aussicht, dass Flugverkehr, sowie öffentliches Busfahren wieder erlaubt werden könnten. Die meisten Geschäfte und Gewerbe können ein wenig aufatmen, denn ab dem 4. Mai dürfen sie wieder öffnen. Dies gilt für Autowerkstätten, Reifendienste, Schuhmacher, Schneider, chemische Reinigungen, Fahrschulen sowie den Einzelhandel: Für Buchhandlungen, Auto-  und Fahrradehändler oder Technikmärkte. Auch die Baubranche darf weiter machen und Markthändler dürfen ihre Lebensmittelstände wieder aufbauen, allerdings müssen sie – wie alle – weiterhin die geltenden Hygieneregeln beachten. Zwischen dem 3. und dem 10. Mai sollen auch Restaurant, Cafes und Bars wieder offen haben dürfen, die Anzahl der Gäste wird je nach Fläche festgelegt damit der Abstand gewahrt bleiben kann. Verboten bleibt erst einmal alles was mit Körperkontakt und einer Ansammlung viele Menschen verbunden ist. Friseure, Kosmetiksalons, Fitnessstudios oder auch Einkaufszentren bleiben deswegen weiter geschlossen. Auch der Ausnahmezustand bleibt weiter in Kraft. An der serbisch ungarischen Grenze ist an drei Grenzübergängen künftig wieder ein „kleiner Grenzverkehr“ erlaubt. (siehe Ungarn)

Die serbische Opposition ist ohnehin ein zahnloser Tiger doch zur Zeit ist sie komplett lahmgelegt. Ihre Vertreter kritisieren dennoch, dass Präsident Vucic den Umgang mit dem Virus für seine Zwecke ausnutzt und bereits Wahlkampf für seine „Fortschrittspartei“ (SNS) macht, wie gewohnt unterstützt von regierungsnahen Medien. Die Lockerungen interpretieren sie als Zeichen, dass Vucic anstrebt, die abgesagte Parlamentswahl so schnell wie möglich abhalten zu können. Die Opposition hingegen fordert eine angemessene Zeit, da direkt nach einem Ausnahmezustand keine Wahlen abgehalten werden könnten. Unterdessen scheint die Kritik des EU Parlaments an der Aussetzung der serbischen Parlamentsarbeit bei Vucic angekommen zu sein. Er kündigte an, das das Parlament seine Arbeit wieder aufnimmt. Wann ist aber offen.

Mitarbeit: Zoran Ikonic und Dejan Stefanovic

AKTUELLE DATEN SERBIEN (Stand: 23.04.2020, 15 Uhr)

Testungen: 51.324 (k.A.)

Infizierte: 7.276; 3477 im Krankenhaus, 96 werden künstlich beatmet ( 5.318)

Genesene: 1.063 (k.A.)

Verstorbene: 139 (103)

(in Klammern stehen die Zahlen der Vorwoche)

KROATIEN - schrittweise Lockerung der Einschränkungen

Aufgrund der außerordentlich guten epidemiologischen Situation (0,8 – d.h. ein Infizierter infiziert nur noch weniger als eine weitere Person) , die die kroatische Regierung auf die schnellen und restriktiven Maßnahmen sowie deren disziplinierten Einhaltung in der Bevölkerung zurückführt, werden die Einschränkungen sukzessive aufgehoben. Es wurde ein Drei-Stufen Plan in den kommenden drei Wochen beschlossen.

So wird ab dem 27.3. u.a. der Einzelhandel öffnen können, ebenso wie Galerien, Museum und Büchereien. Ab dem 04.05. öffnen u.a. Privatpraxen und Dienstleister mit direktem Kundenkontakt, wie z.B. Friseure. Eine Woche später, ab dem 11.05., sind Menschenansammlungen bis zu 10 Personen wieder erlaubt. Kindergärten öffnen, Schulen 1.-4. Klasse, öffentlicher Personennahverkehr, nationaler Flugverkehr, Terrassen-Betrieb im Gastronomie-Bereich und Hotellerie. All diese Öffnungen werden nur mit der strikten Einhaltung besonderer epidemiologischer Auflagen möglich sein, die noch bekannt gegeben werden. Die bisher geltenden Richtlinien Desinfektion und Mindestabstand bleiben weiterhin bestehen.

Schon seit dem letzten Wochenende dürfen sich die Menschen in Kroatien ein wenig freier bewegen und brauchen nur noch einen Passierschein, wenn sie ihre Gespannschaft (Bundesland) verlassen wollen. Das führte zu einer sichtbaren Veränderung in den Großstädten, da viele Menschen aus dem Umland nach Wochen wieder in die Stadt fahren können. Manche müssen dringend Liegengebliebenes erledigen, viele kommen aber auch nur, um das wochenlange Gefühl der Isolation abzustreifen. Die Polizei kontrolliert, zeigt aber Verständnis.

Grundsätzlich scheint die Corona-Pandemie in Kroatien unter Kontrolle zu sein, doch immer wieder wird von Fällen in Altersheimen berichtet. Der Zivilschutz handelt schnell und restriktiv. Bisher blieb es bei Einzelfällen und es wurden nicht ganze Heime infiziert.

Das Tourismus-Ministerium arbeitet an Plänen, um die Sommersaison doch nicht abschreiben zu müssen. So wird über einen Korridor von Polen über die Tschechische Republik bis nach Kroatien diskutiert für Touristen mit ärztlicher Bescheinigung. Aber der kroatische Chef-Epidemiologe hat dem schon eine Absage erteilt, da solche Bescheinigungen nichts darüber aussagen, ob jemand im Moment der Einreise nicht doch infiziert ist. Aber Kroatien arbeitet als EU-Ratsvorsitzender und auch im Eigeninteresse daran, möglichst schnell ein Szenario für die Grenzöffnungen in der EU zu entwickeln.

Am Abend wurde bekannt, dass Kroatien sich vorstellen kann, die Grenzen für Sommerurlauber aus der EU zu öffnen, der kroatische Regierungschef Andrej Plenkovic machte entsprechende Aussagen in Zagreb.

Mitarbeit: Gordan Godec und Stjepan Milicic

AKTUELLE DATEN KROATIEN (Stand: 23.04.2020, 12 Uhr)

Testungen: 28.853 (20.158)

Infizierte: 1.981 (1.791)

Genesene: 883 (529)

Verstorbene: 50 (35)

(in Klammern stehen die Zahlen der Vorwoche)

BOSNIEN UND HERZEGOWINA - Ausgangssperren teilweise verfassungswidrig

Am 27. April stehen in Bosnien und Herzegowina erste Lockerungen an. Im Landesteil Repubika Srpska dürfen kleine Geschäfte wieder öffnen – Handschuhe, Mundschutz und Mindestabstand von 1,5 Metern sind dabei Pflicht. Gastronomiebetriebe sollen Essen ausliefern und zur Abholung anbieten dürfen, Gästebewirtung in den Lokalen bleibt aber verboten. Auch in der Föderation Bosnien und Herzegowina werden ähnliche Lockerungen erwartet – beschlossen sind sie jedoch noch nicht. Menschen ab 65 werden in der Republika Srpska am 27. April jeden Tag von 7-10 Uhr rausgehen dürfen, bislang war ihnen das nur zwei Mal wöchentlich erlaubt. In der Föderation Bosnien und Herzegowina dürfen Senioren und Minderjährige ihre Häuser und Wohnungen nach den bestehenden Regelungen gar nicht verlassen – zu Unrecht, wie das Verfassungsgericht des Landes nach einer Verfassungsbeschwerde am 22. April geurteilt hat. Die Verordnung muss nun binnen fünf Tagen – also bis zum 27. April so verändert werden, dass sie die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger nicht verletzt – so das Gericht.

Die tägliche allgemeine Ausgangssperre von 20:00 Uhr bis 5 Uhr gilt landesweit nach wie vor. Das Innenministerium der Föderation Bosnien und Herzegowina denkt darüber nach, die Ausgangssperre im Zeitraum 4. bis 10. Mai zu verkürzen (22h-5h) und ab dem 11. Mai wieder abzuschaffen.

Für Muslime in Bosnien beginnt am 24. April der Fastenmonat Ramadan. Laut der islamischen Gemeinde in Bosnien und Herzegowina können Gläubige auch in Zeiten der Coronapandemie wie gewohnt fasten. Das typische Abendgebet Teravija (Terawih) sollen die Menschen allerdings zuhause machen, denn die Moscheen im Land bleiben geschlossen. Das Beten in einer Moschee sei keine Pflicht für Muslime – erklärte der Remzija ef. Pitic der Mufti von Gorazde – sondern eine empfohlene Praxis.

Mitarbeit: Eldina Jasarevic

AKTUELLE DATEN BOSNIEN UND HERZEGOWINA

Testungen: 21.432 (k.A.)

Infizierte: 1.413 (1.155)

Genesene: 485 (275)

Verstorbene: 54 (44)

(in Klammern stehen die Zahlen der Vorwoche)

ÖSTERREICH - Maskenpflicht und weniger Beschränkungen im öffentlichen Raum

Ab dem 1. Mai sind in Österreich wieder alle Geschäfte geöffnet und die Ausgangsbeschränkungen werden schrittweise bis Ende April gelockert. Ab dem 4, Mai dürfen erst Abiturienten wieder zur Schule gehen, die unteren Klassen folgen ab dem 15.Mai. Ab diesem Datum dürfen auch Kirchen, Moscheen und Synagogen wieder öffnen und Lokale können Gäste empfangen. Es gibt allerdings eine Sperrstunde um 23 Uhr und Abstands,- und Hygieneregeln müssen eingehalten werden. Auch Parks und Grünanlagen sind wieder offen Hallen- und Freibäder jedoch weiter zu, ob sie überhaupt in diesem Sommer aufmachen können ist fraglich. In Läden und öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bussen oder U-Bahnen gilt eine Maskenpflicht. Wer dagegen verstößt muss mit 25 Euro Strafe rechnen. Sind die Maßnahmen gerechtfertigt, die das Ausbreiten des Coronavirus in Österreich verlangsamen sollen? Laut einer Onlineumfrage des „Market – Instituts“ ist die anfängliche Zustimmung in Österreich geschwunden. Vor vier Wochen hätten noch über 90 Prozent der Befragten die Regeln richtig gefunden, nun sind nur noch 79 Prozent der Ansicht, dass die Auflagen der türkis-grünen Regierung gerechtfertigt sind. Von den 1000 Befragten sind laut „Market“ vor allem Unternehmer und Wählerinnen und  Wähler der rechten FPÖ der Meinung, das Land habe das Virus unter Kontrolle.

Das Coronavirus hat der wichtigen Tourismusbranche in Österreich schon jetzt enorm geschadet und die Branche geht von Einbrüchen aus, die viele Unternehmen und Hoteliers die Existenz kosten kann. Hotelbuchungen könnten auf das Niveau von 1970 sinken, sind Tourismusexperten alarmiert. Ein Beispiel: Das Tourismusjahr geht von Anfang November bis Ende Oktober des Folgejahrs und 2019/2020 gab es rund 153 Millionen Übernachtungen, dies könnte nun auf auf 89 Millionen sinken. Deswegen wird über Ausnahmen für Urlauber aus Deutschland diskutiert. Denn die Übernachtungsbuchungen aus Deutschland machten 2019 immerhin 37 Prozent aus. Nach dem die zuständige Ministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) eine bilaterale Grenzöffnung in die Diskussion eingebracht hat, reagierte das grünengeführte Gesundheitsministerium zurückhaltend. Bundeskanzler Kurz (ÖVP) hingegen findet, Regelungen mit Deutschland oder Tschechien vorstellbar. Das Corona Desaster von Tirol ist kein Thema, über das in diesem Zusammenhang gerne gesprochen wird. Wegen ausbleibender Warnungen sollen sich laut Verbraucherschützern bisher tausende Winterurlauber aus über 40 Ländern in Tiroler Wintersportorten wie Ischgl und Sankt Anton mit dem Virus angesteckt und dies dann in ihren Ländern weiterverbreitet haben. Tirol steht seit heute nicht mehr unter Quarantäne und der Bürgermeister von Ischgl Werner Kurz gibt zu, die Vorgänge rund um die Coronakrise seien nicht spurlos an dem Ort vorbei gegangen. Ischgl sei in den letzten Wochen zum Synonym für viele Entwicklungen rund um das Coronavirus geworden. Er betonte jedoch auch, dass seit Ausbruch der Coronapandemie alle Maßnahmen auf Anordnung der Behörden gemacht worden seien und diese hätten sich auf den jeweiligen Wissensstand der Experten gestützt.

AKTUELLE DATEN ÖSTERREICH (Stand: 23.04.2020, 09:30 Uhr)

Testungen: 205.835 (162.816)

Infizierte: 14.932 (14.370)

Genesene: 11.694 (8.986)

Verstorbene: 522 (410)

(in Klammern stehen die Zahlen der Vorwoche)

ALBANIEN - vorsichtiger Ausstieg aus der Isolation

Albanien lebt seit  40 Tagen in totaler Isolation mit drastischen Maßnahmen gegen die  Corona-Pandemie. Doch nun soll das Land angesichts einer positiven Entwicklung der Coronainfektionen in kleinen Schritten wieder hochgefahren werden. „Wir werden nicht die ganze Zeit versteckt bleiben, es wird Lockerungen geben, doch die Wachsamkeit muss hoch bleiben“ – so Ministerpräsident Edi Rama am 22. April 2020.

Konkret sollen ab dem 27. April über 27 589 Beschäftigte im Handel und in der Landwirtschaft die Arbeit wieder aufnehmen – unter Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen. Eine Woche später sollen Landwirtschaft zu lockern. Eine Woche später sollen noch 27 weitere Branchen mit mehr als 27 000 Beschäftigten dazukommen. In der kommenden Woche soll die Zeit, in der Menschen einkaufen dürfen ausgedehnt werden – zurzeit sind es lediglich 90 Minuten am Tag. Außerdem sollen Taxis nach dem Motto „Ein Taxi, ein Gast“ auch wieder fahren dürfen. Zurzeit gilt noch ein Fahrverbot für Privatwagen.

In der kommenden Woche will die  albanische Regierung außerdem entscheiden, wie es mit Schulen und Universitäten weitergehen soll, die seit dem 11. März wegen der Corona-Pandemie geschlossen sind. Das Problem: Bei dem schweren Erdbeben vom 26. November 2019 sind mehr als 340 Schulgebäude zerstört worden – die Schulen wären also überbelegt, wenn sie wieder geöffnet werden sollten.

Auch mögliche Lockerungen für die Tourismusbranche sind im Gespräch. „Ich hoffe, dass wir bis Mitte Mai einen Plan für die neue touristische Saison haben werden, natürlich unter den Bedingungen der Covid-19–Pandemie, erklärte Ministerpräsident Edi Rama. Er sei darüber auch mit einigen Ministerpräsidenten im Austausch, die vor ähnlichen Entscheidungen stehen, wie etwa seinem kroatischen Amtskollegen.

Albanien hat inzwischen Unterstützung von der EU, aus Ungarn und auch aus der Türkei erhalten. So stellte die EU 20.000 Corona-Tests in Aussicht, aus Ungarn kamen 100.000 Schutzmasken und 5.000 Schutzkittel. Albanien wiederum hat in mehreren Tranchen Ärzte und Pflegekräfte nach Italien entsandt.

Mitarbeit: Astrit Ibro

AKTUELLE DATEN ALBANIEN 

Testungen: 6.509 (4.827)

Infizierte: 663 (518)

Genesene: 385 (277)

Verstorbene: 27 (26)

(in Klammern stehen die Zahlen der Vorwoche)

BULGARIEN - fast alle Einschränkungen bleiben in Kraft

Die Regierung Borissov bleibt mit dem Fuß auf der Bremse: Der Ministerpräsident erklärte, dass die Bevölkerung grössere Lockerungen der strikten Maßnahmen in der näheren Zukunft nicht erwarten könne. Was diese Woche aufgehoben wurde, bezieht sich nahezu vollständig auf den medizinischen Bereich: Schwangere Frauen könnten wieder ärztlichen Rat einholen, ebenso gelte dies für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern. Bislang verschobene Operationen könnten wieder durchgeführt werden. Auch werde die Schutzimpfung von Kindern nach einem Monat wiederaufgenommen. Einzige Erleichterung für den Handel: Bauernmärkte unter freiem Himmel sind wieder möglich. Es ist weiter verboten öffentliche Parkanlagen zu betreten sowie am Berg Vitosha zu wandern, dem Sofia nächstgelegenen beliebten Naturpark. Nach Borissovs Worten denkt die Regierung über eine Öffnung der Parkanlagen nach, doch die Menschen dürften nicht auf Bänken sitzen. Auch der Naturpark Vitosha könnte geöffnet werden, unter der Bedingung, dass dort kein Alkohol getrunken und diese Auflage von Freiwilligen kontrolliert werde.

Mit Beginn des Fastenmonats Ramadan hat der Grossmufti von Bulgarien entschieden, dass alle Moscheen im Land für diesen Zeitraum geschlossen bleiben. Die Gläubigen könnten im Livestream alles verfolgen. Die traditionellen Iftar-Lebensmittelgeschenke würden beschränkt werden. Nur diejenigen Menschen, die in großer Not wären, könnten Lebensmittelspenden erhalten, und die Nahrungsmittel wiederum würden desinfiziert und verpackt überreicht.

Die Polizeikontrollen in Sofia entlang der Ausfallstraßen bleiben bestehen, allerdings dürfen nunmehr Autofahrer mit einer Bescheinigung ihrer Arbeitgeber die Stadt auf dem Weg zur Arbeit verlassen. Auch Menschen, die aus medizinischen Gründen aus der Hauptstadt fahren müssen oder ihren Wohnsitz außerhalb Sofias haben, dürfen passieren.

Mitarbeit: Ekaterina Popova und Camelia Ivanova

AKTUELLE DATEN BULGARIEN (Stand: 23.04.2020, 17 Uhr)

Testungen: k.A. (18.502)

Infizierte: 1.097 (783)

Genesene: 190 (112)

Verstorbene: 52 (37)

(in Klammern stehen die Zahlen der Vorwoche)

MONTENEGRO - wenig Ansteckungen, vorsichtige Lockerungen

In Montenegro leben rund 630.000 Menschen und seit rund einer Woche stecken sich durchschnittlich ein bis vier Menschen am Tag mit dem Coronavirus an. Die Behörden bleiben vorsichtig, erlauben aber wieder mehr Menschen im öffentlichen Raum. Mitte der Woche wurde die Ausgangssperre verkürzt und diese dauert nun von 23 bis 05 Uhr in der Früh, auch an den Wochenenden. Entsprechend haben auch die Geschäfte andere Öffnungszeiten und von 07-22 Uhr geöffnet. Nach wie vor gilt das aber nur für Lebensmittelgeschäfte, Apotheken und Tankstellen. Alle anderen Läden bleiben bis auf weiteres geschlossen, was naturgemäß für Unmut sorgt.  Wer möchte kann auch wieder in Parks und Grünanlagen spazieren oder laufen gehen, allerdings immer unter Beachtung der Abstands,- und Hygienevorschriften.

Das kleine Montenegro ist ein großes Tourismusland und die gesamte Branche zittert angesichts des einbrechenden Sommergeschäfts. Denn relaxen an der Adria, wandern im Durmitor oder die alte Stadt Kotor besichtigen, das tun in diesem Jahr voraussichtlich viel zu wenig Urlauber. Die Branche macht Druck und der montenegrinische Premier Duško Marković, hat nach einem Treffen mit Vertretern der Tourismusindustrie zumindest angekündigt, ab dem 4. Mai schrittweise zur Normalität zurückzukehren  Das heißt: Ab der ersten Maiwoche können kleine und mittlere Unternehmen wieder loslegen. Hotels, Restaurants und Cafes können indes auf die zweite Maihälfte hoffen. In Montenegro gibt es vergleichsweise wenig Einschränkungen des öffentlichen Lebens. So wurde kein Ausnahmezustand ausgerufen, mit der Begründung dies schränke Freiheitsrechte ein und sei zudem schlecht für das kreative und unternehmerische Potenzial der Gesellschaft. Kritiker wenden jedoch ein, dass in Montenegro bereits einiges im Argen liegt. Ein Beispiel: Montenegro ist seit 2017 in der NATO und der kleinste Beitrittskandidat der Europäischen Union. Die Beitrittsverhandlungen laufen seit 2012, doch in dieser Zeit hat sich die Pressefreiheit in dem kleinen Balkanland deutlich verschlechtert. Auf dem Ranking der regierungsunabhängigen Organisation „Reporter ohne Grenzen“ liegt Montenegro weit hinten: Auf Platz 104 von insgesamt 180. In Europa liegen nur noch Bulgarien (Platz 111), Russland (Platz 149) und Weißrussland (Platz 153) weiter hinten.

Mitarbeit: Zoran Ikonic und Dejan Stefanovic

AKTUELLE DATEN MONTENEGRO (Stand: 23.04.2020)

Testungen: 5085 (k.A.)

Infizierte: 316 (290)

Genesene: 116 (55)

Verstorbene: 5 (4)

(in Klammern stehen die Zahlen der Vorwoche)

KOSOVO - mehr Bewegungsfreiheit ab Mai

Die Bürger des Kosovo können frühestens am 4. Mai mit Lockerungen der stark eingeschränkten Bewegungsfreiheit rechnen. Denn so lange gelten die von der Regierung gesetzten Maßnahmen: Die großen Städte im Land inklusive der Hauptstadt Pristina bleiben abgeriegelt, Bürgern ist es nicht gestattet, ihre Gemeinde zu verlassen oder in andere Gemeinden zu fahren. Basierend auf der vorletzten Ziffern der Nummer ihrer Personalausweise bekommen die Bürger zudem Zeitfenster von jeweils 90 Minuten zugewiesen, in denen sie sich frei bewegen dürfen. Kinder unter 16 Jahren dürfen das Haus nur in Begleitung eines der Eltern verlassen, Menschen über 65 wird empfohlen, überhaupt nicht rauszugehen.

Kosovaren, die aus dem Ausland zurück nach Hause möchten, werden entweder eingeflogen oder in organisierten Überlandfahrten zurückgebracht. Nach ihrer Rückkehr sind sie zu einer 14-tägigen Quarantäne verpflichtet, die sie in einem Studentenwohnheim der Uni-Pristina verbringen. Die Maßnahmen werden von der Opposition als Verletzung der Bewegungsfreiheit kritisiert. Das Verfassungsgericht des Kosovo hat bereits einige Einschränkungen für verfassungswidrig erklärt.

Mitarbeit: Besnik Hamiti und Dardan Sadriu

AKTUELLE DATEN KOSOVO

Testungen: 5.372 (3.720)

Infizierte: 630 (423)

Genesene: 138 (71)

Verstorbene: 18 (9)

(in Klammern stehen die Zahlen der Vorwoche)

NORDMAZEDONIEN - "Rückkehr zur Normalität“

Nordmazedonien lockert die sehr strenge Ausgangssperre ein wenig: Ab dem 23. April beginnt diese um 19 Uhr statt um 16 Uhr und dauert bis 5 Uhr am kommenden Morgen. Auch die absolute Ausgangssperre an Wochenenden wird abgemildert: Sie beginnt von nun an samstags um 15 Uhr statt bereits freitags. Menschen ab 65 Jahren dürfen ihre Häuser und Wohnungen nun auch länger verlassen – von 5 bis 12, Jugendliche von 13 bis 19 Uhr. Im Gegenzug müssen die Menschen Nordmazedonien jetzt Mund-Nasen-Schutz tragen – überall, wo der vorgeschriebene Mindestabstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann, sind Schutzmasken Pflicht.

Weitere Lockerungen sollen laut Regierung nach dem 3. Mai kommen – sie spricht von einer „Rückkehr zur Normalität“. Diese soll schrittweise erfolgen und Lockerungen für das Gastgewerbe bringen, das stark unter den Einschränkungen gelitten hat. Vor allem die Pächter kleiner Lokale stehen vor dem finanziellen Ruin.

Die nordmazedonischen Transportunternehmer laufen zur Zeit Sturm gegen die Entscheidung der Regierung, die Spritpreise um 5 Denar (ca. 8 Eurocent) pro Liter anzuheben und das Geld in den Corona-Krisenfonds zu leiten. Proteste sind angekündigt.

Es ist nach wie vor nicht klar, wann die vorgezogene Parlamentswahl stattfinden soll. Ursprünglich war sie für den 12. April angesetzt und wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Ein neuer Termin könnte am ersten Juniwochenende stattfinden – unter der Voraussetzung, dass der Ausnahmezustand nicht verlängert wird, der am 16. Mai ausläuft.

Mitarbeit: Schaban Bajrami, Sasko Golov und Lyubisha Nikolovski

AKTUELLE DATEN NORDMAZEDONIEN

Testungen: 13.649 (k.A.)

Infizierte: 1300 (974)

Genesene: 301 (98)

Verstorbene: 56 (45)

(in Klammern stehen die Zahlen der Vorwoche)

SLOWENIEN - langsame Lockerungen

Die Zahlen werden besser, die Neuinfektionen stagnieren, immer weniger Menschen müssen in Krankenhäusern behandelt werden, auch auf den Intensivstationen gehen die Patientenzahlen zurück. Deshalb geht auch Sloweniens Regierung dazu über, langsam und in Teilbereichen die strikten Einschränkungen zu lockern. So dürfen die Menschen ab dieser Woche ihre Gemeinden wieder verlassen. Und zwar nicht mehr allein, wie bislang, um an den Arbeitsplatz zu kommen oder Einkäufe in Geschäften zu machen, die nicht in der eigenen Gemeinde erhältlich waren. Jetzt, bei diesen frühsommerlichen Temperaturen, können die Einwohner Sloweniens u.a. raus zu ihren Ferienhäuschen (sofern vorhanden), die außerhalb ihrer Dörfer/Städte liegen, um das zu tun, was bei dem sonnigen Wetter ideal ist: Frühjahrsputz machen und den Garten wieder auf Vordermann zu bringen. Immer mehr Geschäfte, der Handel, Reparaturwerkstätten öffnen. Restaurants und Lokale können ihre Speisen vor den Eingangstüren verkaufen oder nach Hause liefern. Vorausgesetzt, es gibt Sicherheitsmaßnahmen, wie Plexiglasscheiben etc. Buchläden und Bibliotheken sind, immer in so vielen EU-Ländern, von den ersten Erleichterungen ausgenommen. Sie müssen geschlossen bleiben – ein Paradox, denn gerade jetzt gäbe es so viel Zeit… zum Lesen. Leichter hat es da der Sport: So wird über die Fortsetzung der Sportwettkämpfe debattiert, wahrscheinlich wird die slowenische Fußballliga ab 23.Mai fortgesetzt und sollte bis zum 25. Juli abgeschlossen sein. Das ist der Vorschlag des slowenischen Fußballverbandes womit, so scheint es, die Fußballclubs auch einverstanden sind. Die Spiele würden allerdings ohne Zuschauer stattfinden. Die Einzelsportarten, wie Leichtathleten, Schwimmer und andere Einzelsportler dürfen seit einiger Zeit schon draußen bzw. in den Anlagen ihrer Clubs trainieren und sich für nationale und internationale Wettkämpfe vorbereiten, obgleich ungewiss ist, wann diese stattfinden werden können.

Innenpolitisch wird die Verhältnismäßigkeit der Regierungschef-Entscheidungen im Kampf gegen das Virus weiterhin debattiert. Nach wie vor läuft die Diskussion über Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Das Verfassungsgericht hat sich noch nicht zur Klage eines Bürgers geäußert, die bereits vor mehr als einer Woche eingereicht worden ist. Inzwischen gibt es neue Initiativen, die u.a. von einigen Abgeordneten der Opposition, die dem Verfassungsgericht vorgelegt worden sind. Dabei geht es um die Überprüfung mehrerer Gesetze und Verordnungen, die nach Auffassung der Antragsteller verfassungswidrig seien. Ob die Verfassungsrichter sich dazu bald äußern oder abwarten, bis die Corona-Krise vorbei ist und sich die Angelegenheit sozusagen von selbst erledigt, wird abzuwarten sein.

Mitarbeit: Gordan Godec und Stjepan Milcic

AKTUELLE DATEN SLOWENIEN (Stand: 22.04.2020, Mitternacht)

Testungen: 45.703 (37.144)

Infizierte: 1366; 80 in Krankenhäusern; 23 auf Intensivstation (1.269 )

Genesene: k.A. (k.A.)

Verstorbene: 73 (61)

(in Klammern stehen die Zahlen der Vorwoche)

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Lebe i Deutschland bin Gebürtige Serbien und möchte im Juni mit meinem Mann Deutscher über Tschechien Slovakai Ungern nach Belgrad meine Familie sehen. Ihr Bericht ist gut und ich hoffe das man die Grenzen öffnet wir haben nur 2 Wochen Urlaub und können nicht die Zeit in Karantene verbringen. Wir sind gesund Gott sei Dank. Bitte das würde mir sehr viel Bedeuten und ich denke vielen anderen Menschen auch. Grüße Ljiljana Eggers

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