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Informationen zum Coronavirus von der Wiener Ärztekammer an der Tür einer Arztpraxis in Wien. Foto: BR | Karin Straka

Coronavirus in Südosteuropa und Österreich 24/03/20
Grenzschließungen, Notfallkliniken und Quarantänestationen

Tatsächlich alle Länder Südosteuropas haben auch in den vergangenen Tagen ihre Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus noch einmal massiv verschärft. Überall wurden die Grenzen geschlossen bzw. der Grenzverkehr stark eingeschränkt. Ein- und Ausreisen sind nur noch unter bestimmten Bedingungen möglich. Gleichzeitig wird aber auch das Bemühen deutlich, den Güter- und Warenverkehr über die Grenzen hinweg, so gut es geht, aufrecht zu erhalten. Dennoch kommt es fast überall zu Staus und langen Wartezeiten an den Übergängen.

 

Unter Hochdruck wird in sämtlichen dieser Länder versucht, Notfallkliniken und Quarantänestationen zu errichten, um das jeweilige Gesundheitssystem nicht frühzeitig wegen Überlastung kollabieren zu lassen. Die Zustände in Italien und Spanien gelten als warnende Beispiele. Hier unser Überblick über die aktuelle Lage in Österreich und Südosteuropa im Einzelnen (Informationsstand, 24.03.2020, 16.00 Uhr)

Aktuelle Situation in Albanien

Die albanische Regierung verschärft die drastischen Maßnahmen inzwischen täglich.

Von vergangenen Freitag um 13 Uhr bis Montag um 05 Uhr wurde Albanien quasi vollständig abgeriegelt. Keine Ansammlungen mehr, keine geöffneten Geschäfte. Selbst die Bäckereien und die Apotheken wurden geschlossen, während die Straßen und Plätze von der Polizei und der Armee kontrolliert wurden, um „ungehorsame Bürger“ zu bestrafen und nach Hause zu schicken.

Für diese Woche gibt es wieder neue Regeln: Nahrungsmittelgeschäfte, Bäckereien und Apotheken sind nur noch von 5 Uhr bis 13 Uhr geöffnet.

 

Noch zugelassene Fahrzeuge und Busse können zwischen 5 und 8 Uhr morgens fahren, um die Leute zur Arbeitsstelle zu transportieren, um sie dann zwischen 12 bis 13 Uhr wieder abzuholen. Also nur 8 Stunden berufliche Aktivität pro Tag für diese Woche. Wer über diese Zeit hinaus auf der Straße ertappt wird, muss bis 80 Euro Geldstrafe zahlen. Autolenker können in dieser Zeitspanne, wenn sie ohne polizeiliche Ausnahmegenehmigung erwischt werden, ihren Führerschein für drei Jahre verlieren, zusätzlich kann das betreffende Fahrzeug konfisziert werden. Noch strengere Strafen gibt es für Unternehmen, Restaurants oder Lebensmittelgeschäfte, die nach der Ausgangssperre arbeiten. Sie müssen mit Strafzahlungen bis zu 6.000 Euro rechnen.

So hat die albanische Polizei zwischen 23. und 24. März 2020 zwei Personen festgenommen, gegenüber 85 anderen Geldstrafen verhängt und über 100 Fahrzeuge blockiert, deren Fahrer ohne Ausnahmegenehmigung unterwegs waren.

 

Albanien hat seit einer Woche die Kontakte zu Italien komplett unterbrochen. Es fahren keine Fähren mehr und es fliegen keine Flugzeuge in Richtung Italien und zurück. Lediglich der Gütertransport bleibt aufrechterhalten.

 

Ab Montag, den 23. März 2020 hat Albanien die Flugverbindungen auch mit Deutschland, Österreich und der Schweiz auf unbestimmte Zeit unterbrochen. Wenn diese Länder ihre Bürger in Albanien abholen möchten, sollen sie nur leere Flugzeuge nach Albanien schicken, erklärte die albanische Ministerin für Infrastruktur und Energiewirtschaft, Belinda Balluku. Im Moment funktioniert nur die albanische Luftfahrtgesellschaft „Air Albania“ zwischen Tirana und Istanbul.

 

Diese Maßnahmen treffen auch albanische Bürger im Ausland. Diese befürchten, dass sie später die Reisefreiheit verlieren könnten, wenn sie sich in einem anderen Land mehr als drei Monate aufhalten. Für diese Personen versucht das albanische Europa- und Außenministerium in Absprache mit den zuständigen Ministerien im Ausland, wie in Italien, Spanien, Frankreich usw. eine Lockerung zu finden. Mit Italien gibt es bereits eine Vereinbarung, dass Albaner, die sich dort wegen des Coronavirus in Isolation befinden, nicht mit Strafen wie etwa Bußgeldern belangt werden.

 

Andere Bürger, die in Spanien oder Frankreich isoliert geblieben sind und nach Albanien zurückkehren möchten, haben im Moment keine Chance. Albaniens Regierungschef Edi Rama hatte in einem TV-Gespräch mit dem Privatsender Top-Channel erklärt, dass es keine ausreichenden Finanzmittel gebe, um diese Personen mit Charterflugzeugen abzuholen.

Wiederum andere Probleme haben Albaner, die in Griechenland ihren Job verloren haben und jetzt zurück nach Albanien möchten. Am Montag, den 23. März, etwa warteten 120 albanische Bürger am Grenzübergang Kakavija in der südalbanischen Region Girokastra, wo es aber keine Busse für ihren Weitertransport gab. Die Polizei konnte einigen von ihnen mit eigenen Transportmitteln helfen, andere mussten zu Fuß nach Hause gehen, wie die albanischen Medien (News 24) berichteten.

 

Auch die albanische Regierung hat alle Kräfte darauf konzentriert, die COVID-Pandemie zeitlich zu verschieben, damit das Gesundheitssystem keinen Kollaps erleidet. Die bisherigen Maßnahmen hätten bereits positive Resultate verzeichnet, so wird berichtet. Je mehr und länger die Menschen zuhause bleiben, umso weniger Ansteckungsmöglichkeiten – das ist der immer wieder und in den albanischen TV-Sendern mehrmals täglich geäußerte Appell des albanischen Regierungschefs, Edi Rama.

So wird in diesem Zuge auch albanischen Häftlingen, die einen Großteil ihrer Strafe abgesessen haben, über 60 Jahre alt sind und nachweislich an chronischen Krankheiten leiden, ein Hafturlaub von 3 Monaten gewährt. Damit möchte man die Ausbreitung des Virus in Gefängnissen eindämmen, um die Insassen wie auch das polizeiliche Wachpersonal zusätzlich zu schützen.

Ausgeschlossen von dieser Erleichterung sind allerdings Häftlinge, die wegen schwerer Straftaten wie etwa Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Straftaten gegen Frauen und Kinder, Terrorismus oder auch wegen Bandenkriminalität schuldig gesprochen wurden. In Albanien gibt es mehr als 5.000 Häftlinge.

 

Parallel dazu werden auch im Gesundheitswesen zusätzliche Maßnahmen ergriffen. In Tirana gibt es noch zwei Krankenhäuser, die speziell zur Aufnahme von COVID-Patienten vorbereitet werden. Auch das Erholungsheim der albanischen Armee in Durres, mit einer Kapazität von 120 Betten, soll als Quarantänestation eingerichtet werden. Ebenso sollen sich nach einem Erlass des albanischen Gesundheitsministeriums auch private Krankenhäuser zur Aufnahme von COVID-Patienten zur Verfügung stellen, sofern dies nötig werden sollte. Gleichzeitig werden vor den Krankenhäusern Isolationszelte errichtet.

 

Das albanische Gesundheitsministerium teilte am 24. März 2020 um 11 Uhr mit, dass die Gesamtzahl der mit Coronavirus infizierten Personen in Albanien auf 123 gestiegen ist. Das sind 19 Fälle mehr als tags zuvor. 5 Tote sind zu beklagen.

10 Patienten gelten als geheilt. Sie müssen nach dem Krankenhausaufenthalt aber noch zwei Wochen in häuslicher Quarantäne bleiben.

Hier noch eine Tabelle mit den infizierten Fällen je nach Städten. Die überwiegende Zahl der infizierten Personen ist in und um die Hauptstadt Tirana registriert, wo ca. ein Drittel der albanischen Bevölkerung lebt.

 

Tirana mit 72 Fällen

 

Fieri mit 12 Fällen

 

Durres mit 8 Fällen

 

Vlora mit 4 Fällen

 

Kavaja mit 4 Fällen

 

Korca mit 9 Fällen

 

Lushnja mit 4 Fällen

 

Elbasan mit 2 Fällen

 

Rrogozhina mit 2 Fällen

 

Shkodra mit 2 Fällen

 

Has mit 2 Fällen

 

Berat und Lezha mit je 1 Fall

Aktuelle Situation in Bosnien-Herzegowina

•    bisher 137 mit dem Coronavirus Infizierte

 

•    Sperrstunde Föderation BiH seit Sonntag: 18.00-05.00 Uhr, Republika Srpska seit Samstag: 20.00-05.00 Uhr

 

•    Seit 20. März 2020 ist es Personen in der Föderation BiH unter 18 und über 65 nicht mehr erlaubt, das Haus zu verlassen. In der Republika Srpska gilt das nur für Personen über 65

 

•    Seit Samstag verkehren keine öffentlichen Verkehrsmittel in Sarajevo

 

•    Man kann innerhalb des Landes mit dem Auto reisen, aber es gibt schon Ankündigungen, dass manche Städte oder Kantone zu Quarantänezonen werden, falls es zu einer rapiden Steigerung der Zahl der Infizierten in einer Region oder der Stadt kommt

 

•    Viele Bahnlinien und viele Linienbusse in der Föderation BiH verkehren nicht mehr, aber nicht alle sind eingestellt. In der Republika Srpska verkehren seit Sonntag gar keine Züge mehr, aber der Busverkehr ist noch nicht überall eingestellt.

 

•    Die bosnischen Streitkräfte haben an 8 Grenzübergängen Zelte mit insgesamt etwa 700 Betten aufgebaut, die für alle Einreisenden ins Land als 14-tägige Quarantänestationen dienen sollen. Da die Zelte nicht an jedem Grenzübergang sind, hat sich am Wochenende rausgestellt, dass die Einreisenden die anderen Grenzübergänge nutzen und die Zelte leer stehen. Nur die Zelte an 2 Grenzübergängen sind in Betrieb (Gradina und Bosanska Gradiska). Gestern Abend wurden in Bosanska Gradiska, im Norden des Landes, 40 bosnische und ausländische Staatsbürger in den Zelten untergebracht, in denen sie zwei Wochen in Quarantäne bleiben sollen.

 

•    Mit Entscheidung des Ministerrats von heute, 24. März, wurde beschlossen, dass allen Ausländern die Einreise ins Land untersagt wird. Ausnahmen sollen für Sonderfälle gelten, z.B. für ärztliches Personal, NATO- oder EUFOR-Angehörige oder Hilfsarbeiter.

Bosnische Staatsangehörige können rein, müssen aber in die 14-tägige Quarantäne zu Hause oder in die oben erwähnten Zelte.

Ebenso wurde vom Ministerrat am 24. März beschlossen, dass alle Flughäfen in BiH für Passagiere am 30.03. um 6.00 Uhr geschlossen werden.

 

•    Serbien und Montenegro haben ihre Grenzen zu Bosnien geschlossen. Nur LKW können die Grenze passieren.

 

•    Die Grenzübergänge zu Kroatien sind noch offen für die bosnischen und kroatischen Staatsbürger, die in ihre Länder einreisen wollen.

Situation in Bulgarien

Seit Dienstag, 24.03. gilt in Bulgarien ein neues Gesetz für den Ausnahmezustand, das den Einsatz der Armee im Kampf gegen Corona erlaubt. Ein- und Ausgänge aller großen Städte sind gesperrt, Reisende werden nur nach Vorlage einer Arbeitsbescheinigung oder ärztlicher Dokumente, die ihre Reise rechtfertigen, durchgelassen. Menschen über 60 Jahren wurden aufgefordert, nur zwischen 8.30 und 10.30 Uhr einzukaufen. Allen anderen ist in dieser Zeit der Zugang zu Kaufhallen und Apotheken verboten.

 

Die Kapazität für die Behandlung von Corona-Kranken in zwei großen staatlichen Krankenhäusern ist ausgeschöpft. Deswegen hat der Gesundheitsminister heute verordnet, dass innerhalb von drei Tagen alle privaten und staatlichen Krankenhäuser im Land, ganze Stationen inkl. Intensivbetten für die Behandlung von Corona-Kranken zur Verfügung stellen sollen. Der größte Konzert- und Sportsaal Bulgariens, die „Arena Armeez“ in Sofia, wurde von der Armee in ein Lazarett umgebaut, die im Notfall Corona-PatientInnen aufnehmen soll. Momentan sind dort 500 Betten vorhanden.  Auch in drei weiteren Großstädten sollen Sporthallen umfunktioniert werden.

 

Während die meisten Bulgaren angesichts eines desaströsen Gesundheitssystems vor allem einen Anstieg von Corona-Patienten befürchten, verzeichnet das Land eine bisher unbekannte Spendenwelle. Menschen aus allen Schichten spenden teils große Summen, auch bekannte Oligarchen. Der größte Spender ist der reichste Oligarch Bulgariens, Deljan Peewski, der bisher 800.000 Lewa (409.000 Euro) an Krankenhäuser gespendet hat. Ein weiterer Oligarch, Domustschiew, hat sich beim Skiurlaub in Frankreich infiziert und liegt zur Zeit im Krankenhaus. Er hat unter anderem 5.000 Corona-Tests gespendet.

 

Die Wirtschaftssituation verschlechtert sich weiter: 6.894 neue Arbeitslose wurden in der Zeit 16. bis 20. März registriert, 1.300 nur innerhalb von einem Tag. Viele von ihnen sind Bulgaren, die aus dem Ausland zurückgekommen sind.

 

Die Einreise nach Bulgarien ist für Bürgerinnen und Bürger aus Nicht-EU-Ländern sowie aus besonders von Corona betroffenen EU-Ländern wie Italien, Spanien, Frankreich oder Deutschland untersagt. Der Güterverkehr wird streng kontrolliert, an den Grenzübergängen bilden sich deshalb riesige LKW-Schlangen. Der Transitverkehr in die Türkei, egal ob Personen oder LKW, wird von der Polizei eskortiert.

 

Die bulgarischen Behörden melden 218 Infizierte, 3 Todesopfer, 2 Patienten in Lebensgefahr sowie 3 Genesene.

 

Zusätzliche Informationen zur Situation in Bulgarien

Aktuelle Situation im Kosovo

Die Gemeinden Viti, Malisheva und Klina und die Dörfer Dumnica (aus der Gemeinde Podujeva) und Janjeva (aus der Gemeinde Lipjan), Gjilan und Gjakova stehen unter Quarantäne. Einkaufszentren, Cafés, Restaurants und Märkte sind bis auf weiteres geschlossen. Das gleiche gilt für Schulen, Kindergärten und Universitäten. Auch Kultur- und Sportveranstaltungen wurden abgesagt. Die öffentlichen Verkehrsmittel zwischen Städten wurde gestrichen, Flugzeuge dürfen nicht mehr landen, nur mehr Passagierflüge und militärische und medizinische Flüge dürfen starten. Die Preise für Lebensmittel und Arzneimittel sind gestiegen. Seit Sonntagabend gilt im Kosovo der nationale Gesundheitsnotstand.

Als weitere Maßnahme ist es nur noch kosovarischen Staatsbürgern erlaubt, ins Land einzureisen. Nach der Einreise müssen sie sich auch in die obligatorische zweiwöchige Quarantäne in ein Studentenheim in Pristina begeben. Ausländische Staatsbürger dürfen das Land verlassen. Ab heute, 24. März, wird die Regierung eine Ausgangssperre von 10 bis 16 Uhr und von 20 bis 6 Uhr morgens verhängen. Außerdem dürfen nur mehr zwei Personen gemeinsam in der Öffentlichkeit unterwegs sein.

 

Zusätzliche Informationen zur Situation im Kosovo

Aktuelle Situation in Kroatien

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Vor dem Coronavirus warnen, oder für den Tourismus werben

Ungewollt zeigt diese Videowerbung im Küstenstädtchen Crikvenica, im Norden Kroatiens, die tragische Situation der ganzen Küstenregion.

 

Videomaterial: Gordan Godec

Videobearbeitung: Karin Straka

Am Sonntag, den 22. März, hat ein schweres Erdbeben Zagreb erschüttert. 26 Menschen wurden verletzt und ein Mädchen ist gestorben. Zahlreiche Gebäude sind unbewohnbar und tausende beschädigt. Für die Menschen ohne Haus wurde ein Studentenheim mit 1.800 Plätzen in Zagreb geräumt. Die kroatischen Menschen insgesamt sind angehalten, nur noch in dringenden Fällen das Haus zu verlassen. Seit dem 20. März gilt, dass niemand mehr seinen gemeldeten Wohnsitz verlassen darf, also eine Art lokale Ausgangssperre. Ausnahmen sind nur gestattet für die eigene Versorgung, den Weg zur Arbeit, medizinische Notfälle, familiäre Tätigkeiten und Dienste, die in der Bekämpfung des Coronavirus stehen. Hochzeiten und Beerdigungen dürfen nur mehr im engsten Familienkreis unter Aufsicht von Beamten stattfinden. Musik ist verboten.

 

Die kroatische Armee hat 28 Sanitätszelte neben dem Zagreber Krankenhaus „Dubrava“ aufgebaut, wo Corona-Patienten untergebracht werden sollen, wenn alle Krankenhausbetten belegt sein sollten.

 

Seit dem 18. März sind alle nicht lebenswichtigen Geschäfte für 30 Tage geschlossen. Nur Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Drogerien, Tankstellen, Kioske und Bäckereien sind noch geöffnet.

Nach wie vor bleiben Kroatiens Grenzen für den Personenverkehr geschlossen. Kroatische StaatsbürgerInnen können nach Kroatien einreisen, ebenso wie EU-StaatsbürgerInnen in ihr Heimatland zurückreisen dürfen. Transitreisende brauchen eine Sondergenehmigung, um das Land zu durchqueren. Der öffentliche Personenverkehr wurde bereits zuvor – innerstädtisch und landesweit – eingestellt bis zum 20. April. Die Fährverbindungen auf die 67 bewohnten kroatischen Inseln wurden auf ein absolutes Minimum von 8 Linien reduziert, die nur von InselbewohnerInnen (und genehmigten Ausnahmefällen) benutzt werden dürfen.

 

Zusätzliche Informationen zur Situation in Kroatien

Aktuelle Situation in Montenegro

Es ist ein umstrittener Schritt: die Regierung von Montenegro hat eine Liste mit Namen und Adressen von Bürgerinnen und Bürgern veröffentlicht, die sich in Heimquarantäne befinden.

Die Daten der isolierten Bürger sind per Klick für alle einsehbar und sollen zu einer Selbstkontrolle durch die Gesellschaft führen.

 

Wer sich in Montenegro derzeit nicht an die Quarantänebestimmungen hält, muss mit Strafanzeige und bis zu einem Jahr Gefängnis rechnen. Zur besseren Kontrolle haben die Behörden in mehreren Städten des Landes Hotels oder Studentenwohnheimen in Quarantäneeinrichtungen umfunktioniert.

Einen Ausnahmezustand plant Montenegro nicht. Im Straßenverkehr allerdings gilt: pro Fahrzeug sind nur noch 2 Personen zugelassen. Supermärkte, Apotheken, Banken sind weiterhin geöffnet. Alle öffentlichen Einrichtungen bleiben geschlossen, genau wie Cafés, Bars und Restaurants. Bar- und Restaurantbesitzer müssen sicherstellen, dass Stühle und Tische auf den Freiflächen nicht von Menschen aus der Nachbarschaft genutzt werden.

Der internationale Verkehr (Flug, Bahn, Straße) ist derweil gestoppt, ein Anlegeverbot für Kreuzfahrtschiffe gilt bereits seit letzter Woche. Der Regionalverkehr innerhalb Montenegros läuft bislang weiter.

Die Zahl der Infizierten liegt bei 22 und es gab den ersten Todesfall.

 

Zusätzliche Informationen zur Situation in Montenegro gibt es hier und hier.

 

*Anm. Red.: Screenshot zu Montenegro wurde nachträglich aus Datenschutzgründen entfernt (24.03.2020)

Aktuelle Situation in Nordmazedonien

Nordmazedonien hat aktuell einen ähnlichen Grad an Neu-Infektionen vorzuweisen wie seine Nachbarländer: mit Stand 24. März 2020 waren es 148 bestätigte Fälle, innerhalb von 24 Stunden kamen 12 neue hinzu, zwei Menschen sind gestorben.

8.354 Menschen befinden sich in Selbstisolation.

 

Die verhängte Ausgangssperre wird nach Angaben des nordmazedonischen Innenministers Chulev generell beachtet, allerdings wurden auch hier einige Verstöße registriert: 74 Verwarnungen waren ausgesprochen worden, 18 Personen wurden verhaftet, u.a. wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt, aber auch wegen Mitführen von Waffen.

Die Grenzen des Landes wurden zu allen Nachbarstaaten dicht gemacht. Lediglich zweimal am Tag, morgens um 8 Uhr und abends um 20 Uhr bringen staatlich organisierte Fahrzeugkonvois jene Nordmazedonier ins Land, die an den Grenzen auf Einreise warten. Da auch die Flughäfen geschlossen sind, gibt es im Moment keine Einreisemöglichkeit etwa nach Skopje per Flugzeug. So sitzen viele Nordmazedonier, die keine Möglichkeit haben, direkt an die Landesgrenzen zu reisen, in zahlreichen anderen Ländern fest.

Aktuelle Situation in Österreich

Die österreichische Bundesregierung will die Testkapazität in der Corona-Krise massiv ausweiten – auf rund 15.000 Tests pro Tag. Außerdem sollen bald Hunderttausende Schnelltests ausgerollt werden. Gleichzeitig dämpfte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz am Dienstag, den 24. März 2020, die Hoffnungen auf einen baldigen Normalzustand.

"Wir werden nach Ostern in einer Phase sein, die der heutigen mehr ähnelt, als dem Normalzustand.“

Bundeskanzler Sebastian Kurz, 24.03.2020

Wie genau es bezüglich den Ausgangsbeschränkungen und den übrigen Maßnahmen weitergehen wird, wollte Kurz noch nicht im Detail beurteilen. Man müsse, so der Bundeskanzler, bis Ende der Woche auf weitere Infektionsdaten warten. Ziel sei es aber, die Maßnahmen mit 14. April 2020 schrittweise wieder zurückzunehmen. Voraussetzung hierfür sei aber, dass sich die Ansteckung laut Kurz „nur alle 14 Tage verdoppelt“. Es sollten sich nicht mehr Menschen anstecken als gleichzeitig wieder gesundwerden.

 

Die Anzahl der Covid-19 erkrankten Österreicher näherte sich am Dienstag, den 24. März 2020, an die 5.000. Inzwischen gibt es 25 Todesfälle, davon elf in Wien.

 

Österreich machte am 11. März 2020 den Anfang mit Grenzkontrollen zu Italien. Bereits drei Tage später folgten österreichische Kontrollen zur Schweiz und Liechtenstein, am 19. März zu Deutschland. Auch zu Slowenien und Ungarn wurden die Grenzkontrollen zur Eindämmung des Coronavirus ab 19. März verstärkt. Eine Einreise nach Österreich aus diesen Staaten ist laut österreichischem Innenministerium ausnahmslos nur noch an bestimmten Grenzübergängen erlaubt. Personen, die aus diesen Ländern nach Österreich einreisen wollen, haben ein ärztliches Zeugnis über ihren Gesundheitszustand mit sich zu führen, das einen negativen molekularbiologischen Test auf SARS-CoV2 bestätigt. Das Zeugnis darf bei der Einreise nicht älter als vier Tage sein. Personen, die ein solches Zeugnis nicht vorlegen können, wird die Einreise verwehrt, so das österreichische Innenministerium.

Aktuelle Situation in Rumänien

Ab Mittwoch wird ganz Rumänien unter totaler Quarantäne stehen, das hat Präsident Iohannis bekanntgeben. Reisen ist verboten, Verlassen der Wohnungen nur für dringendste Einkäufe von Lebensmitteln und Medikamenten sowie im Notfall und den Gang zur Arbeit erlaubt. „Was bisher dringlich empfohlen worden war, ist ab nun verpflichtend,“ sagte der Präsident nach einer Krisensitzung mit der Regierung. „Wir werden die Armee einsetzen, um die Situation besser verwalten zu können“, fügte er hinzu.

 

Zahlreiche Unternehmen wie Dacia, Ford, Pirelli, Dräxlmaier schicken viele ihrer Arbeiter in eine „temporäre Arbeitslosigkeit“, nach Schätzungen von Wirtschaftsjournalisten sind mehr als 250.000 Angestellte betroffen. Arbeitsministerin Violeta Alexandru verwies darauf, dass die Regierung in dieser Phase eine Finanzreserve für die Auszahlung von 75% der Löhne für bis zu 400.000 zeitweilig Arbeitslose bis zum Ende der ersten Aprilwoche bereitgestellt habe.

Ab dieser Woche sollen insgesamt 200.000 Corona-Tests aus Südkorea importiert werden. Nun sollen nicht nur Personen mit Covid-19-Symptomen getestet werden, sondern auch Patienten, die allgemeine Symptome von akuten Infektionen der Atemwege aufweisen. Auch in Rumänien ist das Gesundheitssystem alles andere als gut vorbereitet. Nur 1.361 funktionierende Beatmungsgeräte sind im gesamten Land derzeit verfügbar. Nach einem Hilferuf rumänischer Intensiv- und Anästhesiemediziner bemühen sich die Behörden, nun auch diese Geräte aus dem Ausland zu importieren.

An den rumänischen Grenzen gelten inzwischen strenge Regeln, so zum Beispiel ein Einreiseverbot für Ausländer. Nur, wer einen Arbeitsplatz oder Wohnsitz in Rumänien hat oder nahe Verwandte besuchen will darf einreisen. Die Durchreise ist nur über festgelegte Transitrouten erlaubt, dies gilt auch für den Warenverkehr. Rumänen ist die Ausreise nicht verboten, doch wird von allen Behörden „dringlich empfohlen“ davon abzusehen. Die Ausreisemöglichkeiten der Rumänen sind durch die Einreiseverbote anderer EU-Länder drastisch eingeschränkt. Unternehmen, die Billigreisebusse für Saisonarbeiter anbieten, um diese nach Deutschland, Italien, Frankreich oder Großbritannien zu bringen, haben ihren Betrieb eingestellt.

 

Rumänien zählt bislang 762 Corona Fälle, 8 Tote. 79 Patienten sind wieder gesund.

16 Patienten liegen auf der Intensivstation, davon 6 in bedenklichem Zustand.

 

Die rumänischen Behörden veröffentlichen täglich gegen 13 Uhr neue Informationen.

Aktuelle Situation in Serbien

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Fensterapplaus in Belgrad

Videomaterial: Zoran Ikonic

Videobearbeitung: Karin Straka

Am Samstagabend ist die erste Hilfslieferung aus China eingetroffen: medizinisches Material sowie sechs Experten. Die Landung des Airbus A330 von Air Serbia wurde live übertragen, genauso wie der medienwirksam inszenierte Empfang auf der Piste durch Präsident Aleksandar Vucic und die chinesische Botschafterin in Serbien. Inzwischen spricht Vucic von einem serbisch-chinesischen Angriff auf das Virus: Dank der medizinischen Hilfslieferungen der Chinesen sollen in Serbien nun Corona-Massentests stattfinden, jeder, der erkrankt ist, soll stationär behandelt werden.

Die serbische Regierung appellierte an serbische Mediziner (Ärzte, Krankenschwestern etc.) im Ausland, dass sie vorübergehend ins Land zurückkehren, falls sie dazu in der Lage sind und Serbien im Kampf gegen Corona helfen wollen.

 

Aufgrund „mangelnder Disziplin der Bürger“ hatte es die serbische Regierung bereits angekündigt, nun gelten neue verschärfte Maßnahmen. Die Ausgangssperre wurde verlängert und dauert nun von 17 Uhr bis 05 Uhr morgens.

Wer sein Haus oder die Wohnung innerhalb dieses Zeitraumes verlässt, muss eine Genehmigung oder einen dringend medizinischen Notfall vorweisen. Auch Hundebesitzer dürfen nur noch für maximal 20 Minuten das Haus verlassen. Für alle Menschen ab 65 gilt ein generelles Ausgangsverbot. Alle Regeln werden streng kontrolliert. Das öffentliche Leben steht komplett still, alle Einrichtungen sind geschlossen, Restaurants dürfen nur noch Lieferservice anbieten. Der öffentliche Nahverkehr ist eingestellt, für den Weg zur Arbeit müssen bestimmte Verkehrskorridore benutzt werden.

Um die Versorgung sicher zu stellen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass nicht zu viele Menschen auf einmal einkaufen, gibt es inzwischen in Supermärkten auch die Möglichkeit zum Früh-Shopping: 2.000 Nahversorger öffnen ihre Türen bereits von 3 Uhr bis 7 Uhr am Morgen.

 

Alle Grenzübergänge sind weitgehend geschlossen. Einreisende werden in die Quarantäne nach Morovic gebracht, wo die serbische Armee ein Zeltlager aufgebaut hat oder in das ehemalige Aufnahmezentrum für Migranten bei Subotica. Wer aus Ländern kommt, die als Krisenherde gelten (Teile Chinas und Südkoreas, der Schweiz, Italien, dem Iran, Spanien, Deutschland, Frankreich oder Österreich), muss dort 28 Tage in Quarantäne bleiben. Reisenden aus anderen Ländern, wird eine 28-tägige Selbstisolation angeordnet.

Frachtverkehr wird unter starken Kontrollen ins Land gelassen, Transittransporte von der Polizei bei ihrer Durchfahrt durch Serbien eskortiert.

 

Bislang meldet Serbien 249 Infizierte, 2 Todesopfer.

 

Zusätzliche Informationen zur Situation in Serbien

Aktuelle Situation in Slowenien

In Slowenien werden die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus verschärft, die Zahl der bestätigten Infektionen wächst dennoch. Die BürgerInnen sind aufgerufen, möglichst zuhause zu bleiben. Kindergärten und Schulen bleiben geschlossen. Es werden Freiwillige für die Betreuung von Kindern gesucht, deren Eltern sich berufsbedingt nicht kümmern können. Die neue Regierung, die seit vorletzten Freitag im Amt ist, möchte jetzt die Armee inklusive Reservisten einsetzen, um Polizistinnen und Polizisten zu entlasten. Kirchen sind geschlossen, doch die Messen werden über das Internet übertragen.

Es gibt bereits Geldstrafen für Nichteinhalten der Regeln von 70 bis 400 Euro. Es wird allerdings ein neues Gesetz mit höheren Strafen erwartet, derzeit werden oft nur Verwarnungen ausgesprochen. Die Regierung hat am 24. März 2020 ein Paket beschlossen, um die wirtschaftlichen Folgen zu lindern: Demnach sollen die höchsten Staatsbeamten 30 Prozent weniger Gehalt, medizinisches Personal dafür aber von 10 bis 200 Prozent mehr Gehalt erhalten und RenterInnen – je nach vorheriger Rente – einen Zusatz von 130 Euro bis 300 Euro im Monat.

Der Flugverkehr ist seit dem 17. März eingestellt. Ausnahmen gibt es nur für medizinische und humanitäre Flüge sowie für den Transport von Sondergütern und Post, außerdem für die Rückkehr slowenischer Bürger aus dem Ausland. Der Bahnverkehr ist stark reduziert worden, ebenso der öffentliche Nahverkehr.

Seit dem 18. März ist die Schengen-Außengrenze zu Kroatien geschlossen, aber es gibt auch hier Ausnahmen: Menschen aus dem Grenzgebiet mit einer Genehmigung und aus dem Transit.

 

Zusätzliche Informationen zur Situation in Slowenien

Aktuelle Situation in Ungarn

Für den ungarischen Regierungschef Viktor Orban scheint die Corona-Krise wie gerufen zu kommen: Er kann sich als Krisenmanager inszenieren. Die Grenzen hat er längst geschlossen, nun will er auch die Demokratie im Land unter Quarantäne stellen. Nach seinem Willen und einem neuen Gesetzesentwurf soll der Notstand im Land auf unbestimmte Zeit verlängert werden, Parlament und Gewaltenteilung ausgehebelt und regieren per Dekret ermöglicht werden. Auch soll das Verbreiten von „Falsch-Nachrichten“ mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden. Regierungskritische Medien fürchten, dass unter „Falsch-Nachrichten“ auch reale Meldungen fallen könnten, die der Regierung missfallen. Ein solches Gesetz ist aus Sicht vieler Journalistinnen und Journalisten nichts anderes als eine unverhohlene Drohung. Bereits nächsten Dienstag könnte es verabschiedet werden, ob es nach Ende der Krise aufgehoben wird, daran zweifeln viele.

 

Neue Maßnahmen gibt es derweil nicht: Schulen bleiben geschlossen, Bars und Restaurants dürfen nur bis 15 Uhr öffnen. Auch die Grenzen bleiben für Touristen und Reisende aus dem Ausland dicht: Nur ungarische Staatsbürger dürfen einreisen, Ausländer

dürfen das Land verlassen. Nach diplomatischen Verhandlungen dürfen rumänische und bulgarische Staatsbürger durch Ungarn in ihre Heimatländer zurückreisen, dafür hat die Regierung einen „humanitären Korridor“ ausgerufen.

Auch der Last- und Warenverkehr darf die Grenze unter strengen Kontrollen passieren, an der österreich-ungarischen Grenze bilden sich immer wieder lange Staus. Fahrer mit italienischem Pass dürfen nicht einreisen.

 

In Ungarn gibt es nach offiziellen Angaben 187 Corona-Virus Fälle, 9 Todesfälle, 92 in Quarantäne und 21 geheilt, 6.113 Menschen wurden getestet.

 

Zusätzliche Informationen zur Situation in Ungarn

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Kommentare (1)

Frost am

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wäre ihnen sehr dankbar, wenn sie mir weiter helfen könnten. Da mein Mutter in Kroatien lebt, bin ich in Zeiten der Pandemie sehr daran interessierst, wie Kroatien aufgestellt ist.
Leider komm ich an keine Infos zu den Themen:
-Wieviel Intensivbetten gibt es bzw werden noch geschaffen? –Wie bzw wieviel wird getestet? -Wie is die Infopolitik der Regierung?
Ich bekomme leider überall nur die Oberflächigen Infos und bin für jegliche Information dankbar. Auch auf Info’s entsprechender Internet-Seiten.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Frost

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