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Aufgrund der Corona-Pandemie haben alle Länder Südosteuropas und auch Österreich verschiedenste Maßnahmen wie Ausgangssperren, Schließung von Lokalen und Geschäften, Einstellung öffentlicher Verkehrsmittel, Grenzkontrollen und Fahrverbote beschlossen. Foto: BR | Karin Straka

Von Bukarest bis Tirana legen Maßnahmen gegen Corona ganz Südosteuropa lahm
Der Balkan steht still

Den Ernst der Lage haben inzwischen alle Länder auf dem Balkan und in Südosteuropa erkannt. Montenegro zum Beispiel, das sich vor ein paar Tagen noch als „Corona frei“ bezeichnete, hat inzwischen drastische Maßnahme verhängt und kontrolliert deren Einhaltung streng. Indes gelingt es der Polizei in Wien nicht immer, die in Österreich geltende Ausgangsbeschränkung flächendeckend zu überwachen. So zeigt unser Video (siehe unten) eine Polizeistreife, die im 4. Bezirk eine Familie zum „Weitergehen“ auffordert. Doch vor allem an öffentlichen Plätzen wie dem Yppenplatz treffen sammeln sich schnell wieder kleinere Menschengruppen an, sobald die Polizei verschwunden ist.

Insgesamt aber greifen die Maßnahmen: das öffentliche Leben auf dem Balkan und in Südosteuropa ist zum Erliegen gekommen.

Hier unser Überblick über die aktuelle Lage in Südosteuropa im Einzelnen. (Informationsstand, 20.03.2020, 12 Uhr)

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Polizei Wien setzt Ausgangssperre in Österreich um.

Polizei in Wien kontrolliert einen öffentlichen Platz und fordert die anwesenden Personen mit einer Durchsage  zum Verlassen auf.

Kamera: Christine Dériaz

Videobearbeitung: Thomas Wachholz

Albanien

Die albanische Regierung hat die Maßnahmen  gegen die Ausbreitung des Virus weiter verstärkt: Nach den privaten Fahrzeugen dürfen ab Freitag, 20.03., auch die Dienstwagen der  kommunalen Behörden und Staatsverwaltung nicht mehr fahren. Wer mit  Dienstwagen ohne Genehmigung erwischt wird, muss mit dem Verlust von  drei Monaten-Gehalt rechnen, erklärte der albanische Regierungschef, Edi Rama in einer  Videobotschaft. Zugelassen werden nur  die Fahrzeuge der Polizei und der Krankenhäuser, während die  Journalisten akkreditiert werden müssen.

 

Es gibt eine strenge Ausgehsperre. Die  Menschen können das Haus  nur noch zwischen 08:00 und 10:00 Uhr und zwischen 16:00 und 18:00 Uhr verlassen. Nach 18:00 Uhr darf keine Person ihre Wohnung mehr verlassen. Auch  die Spaziergänge von zwei Personen sind verboten. Wer nach dieser  Zeit  von der Polizei ertappt wird, muss eine Geldstrafe von 10 000 Lek (umgerechnet ca. 80 Euro) zahlen.

 

Mehr als 90 Prozent der  Albaner respektieren diese Ausgehsperre. Trotzdem gibt es auch welche, die die Ausgehsperre nicht respektieren. Wie die albanischen Medien (News 24) berichten, hat die Polizei 234 Personen mit einer  Geldstrafe von 10 000 Lek bestraft, weil sie die Regeln nicht respektiert haben. Bestraft wurden in den letzten 24 Stunden auch 75 Fahrer, die sich nicht die Regeln gehalten haben.

Die Banken arbeiten nur sehr eingeschränkt, von 07:00 bis 09:00 Uhr, was vor einigen Bankfilialen zu chaotischen Umständen führt.

Nach neuster Information des albanischen Gesundheitsministeriums (Stand am 20. März 2020, 12:30 Uhr) ist die Zahl der  mit COVID-19 infizierten Personen in Albanien auf 70 gestiegen. 35 von ihnen liegen im Krankenhaus, drei Patienten mit intensiver Therapie, keiner mit künstlicher Belüftung. Die anderen Patienten befinden sich in einem stabilen Gesundheitszustand. 2 Personen sind nach Angaben der Behörden bereits so gut wie geheilt.

In den letzten 24 Stunden wurden 35 Personen getestet. Bis jetzt sind in Albanien insgesamt 732 Personen getestet.

Das albanische Gesundheitsministerium postet seine neuesten Corona-Informationen unter:

https://shendetesia.gov.al/31380-2/

Bosnien und Herzegowina

Bosnien-Herzegowina ist seit Freitag völlig isoliert: Alle Nachbarländer, Kroatien, Serbien und Montenegro, haben die Grenzen für bosnisch-herzegowinische Staatsbürger geschlossen, sie können nicht mehr ausreisen. Das gilt nicht für die heimischen LKW-Fahrer, die die Grenzen zu den Nachbarstaaten passieren dürfen.

Die bosnischen Streitkräfte schlagen derzeit an acht Grenzübergängen Quarantänezelte mit etwa insgesamt 700 Betten auf, in denen sich  die Menschen zwei Wochen nach ihrer Einreise ins Land aufhalten sollten. Man rechnet damit, dass die meisten von ihnen die bosnischen Staatsbürger sein werden, die im Westen, in der EU wegen der Corona-Krise arbeitslos geworden sind bzw. werden. Voraussichtlich ab Samstag werden die Quarantänezelte an den Grenzübergängen in Betrieb sind.

Der Krisenstab Föderation BiH hat am Donnerstag die völlige Einstellung der Nah- und Fernverkehrs in der Föderation BiH angeordnet. Es werden nur den vollständig ausgestatteten Taxifahrern (Schutzmaske, Schutzhandschuhe und Schutzbrille ) gestattet, in einem desinfizierten Wagen die Passagiere transportieren  können. Aus der Republica Srpska sind gegenwärtig nicht Einschränkungen des Nah- und Fernverkehrs bekannt.

 

Im Landesteil Föderation BIH gilt ab dem 20. März eine Ausgangssperre für alle Personen, die jünger als 18 oder älter als 65 Jahre sind. Die Auflage gilt zunächst bis zum 31. März 2020.

 

Derzeit sind 83 Infektionsfälle gemeldet (Freitag, 18:00), vor einer Woche waren es 13.

Die Gesundheitsministerien aktualisieren auf den nachfolgenden Webseiten ihre  Corona-

 

Informationen Föderation BiH:

Dnevni izvještaj za potvrđene slučajeve COVID-19 U FBiH

 

Informationen Republika Srpska:

https://phi.rs.ba/index.php?view=kategorija&id=45

 

Bulgarien

Die erste Stadt, die in Bulgarien für zwei Wochen unter Ausgangssperre steht, ist der Skiort Bansko. Dort haben sich bulgarische und britische BürgerInnen mit dem Coronavirus infiziert. Alle anderen Skiorte sind geschlossen. In den Roma-Vierteln einiger bulgarischer Städte wurden ebenfalls Ausgangssperren verhängt. Dieselben Maßnahmen könnten in dem größten Roma-Viertel in Sofia eingeführt werden.

Zunächst bis 13. April soll in ganz Bulgarien der Ausnahmezustand gelten. Kindergärten, Schulen und Universitäten bleiben weiterhin geschlossen. Seit 16.03.2020 wird Online-Unterricht an den Schulen, die über die nötige technische Einrichtung verfügen, angeboten. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen sendet Schulprogramm aus. Alle öffentlichen Veranstaltungen sind abgesagt. Versammlungen mit mehr als zwei Personen an öffentlichen Orten sind untersagt. Nach Möglichkeit sollen alle Beschäftigten zum Homeoffice übergehen. Geöffnet haben nur mehr Lebensmittelläden, Apotheken, Banken, Versicherungen und Tankstellen.

Bürgerinnen und Bürger aus Ländern außerhalb der EU ist die Einreise nach Bulgarien untersagt. Für Personen welche aus Italien, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Irland, Deutschland, Niederland und der Schweiz anreisen gilt ein gesondertes Verbot. Diejenigen, die sich kürzlich in einer riskanten Region aufgehalten haben, werden unter 14-tägige Quarantäne gestellt. Bei Nichteinhaltungen drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von bis zu 10.000 Lewa (ca. 5113 Euro).

Die Regierung hat verschiedene Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft ergriffen.
Der Staat zahlt 60 Prozent des Lohnes für die Arbeitnehmer, die aufgrund der wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus drei Monate lang vom Entlassungsrisiko bedroht sind. Die am stärksten betroffenen Unternehmen werden finanziell unterstützt.Viele Verwaltungsfristen werden verschoben. Ältere und beeinträchtigte Personen werden Zuhause betreut. Aus diesem Grund erhält das Sozialsystem zusätzlich 20 Millionen Lewa (ca. 10,225 Millionen Euro). Außerdem werden 9,6 Milliarden Lewa zur Unterstützung des Banksektors von der bulgarischen Zentralbank bereitgestellt.

Bulgarien meldet 112 registrierte Corona-Fälle. Mittlerweile gibt es einen bestätigten Fall auch in Pernik. In der Stadt Pernik, rund 30 Kilometer westlich von Sofia, herrscht seit Mitte November Notstand, bezüglich der dortigen Wasserkrise. Die Menschen dort haben nur zeitweise Wasser. Drei Menschen sind in Bulgarien an den Folgen der Erkrankung gestorben.

Offizielle Seite:

https://www.mh.government.bg/bg/informaciya-za-grazhdani/potvrdeni-sluchai-na-koronavirus-na-teritoriyata-na-r-blgariya/

 

Kosovo

Seit den ersten beiden bestätigten Corona-Fällen am 13. März wurden bis heute 21 Patienten positiv auf Covid-19 getestet. Insgesamt wurden 340 Menschen getestet. Die Gemeinden Viti, Malisheva und Klina und die Dörfer Dumnica (aus der Gemeinde Podujeva) und Janjeva (aus der Gemeinde Lipjan) stehen unter Quarantäne. Als weitere Maßnahme ist es nur noch kosovarischen Staatsbürgern erlaubt, ins Land einzureisen. Nach der Einreise müssen sie sich auch in die obligatorische zweiwöchige Quarantäne begeben. Ausländische Staatsbürger dürfen das Land verlassen. Einkaufszentren, Cafés, Restaurants und Märkte sind bis auf weiteres geschlossen. Das gleiche gilt für Schulen, Kindergärten und Universitäten. Auch Kultur- und Sportveranstaltungen wurden abgesagt. Die öffentlichen Verkehrsmittel zwischen Städten wurde gestrichen, Flugzeuge dürfen nicht mehr landen, nur mehr Passagierflüge und militärische und medizinische Flüge dürfen starten. Preise für Lebensmittel und Arzneimittel stiegen. Seit Sonntagabend gilt im Kosovo der nationale Gesundheitsnotstand. Trotz der Pandemie gibt es eine Regierungskrise: Es wird ein Misstrauensvotum gegen die Regierung geben, allerdings noch ungewiss wann.

Kroatien

Kroatien meldet 128 Coronafälle bei 1.604 Tests. Mehr als 13.000 Personen sind in Quarantäne oder in häuslicher Isolation, fünf Menschen sind inzwischen genesen. Das Durchschnittsalter aller Infizierten beträgt 42,6 Jahren. Bei fast allen Infizierten verläuft die Erkrankung mild. Drei Personen sind schwerer erkrankt und sind an Beatmungsgeräte angeschlossen. Die kroatische Armee hat 28 Sanitätszelte neben dem Zagreber Krankenhaus „Dubrava“ aufgebaut, wo Corona-Patienten untergebracht werden sollen, wenn alle Krankenhausbetten belegt sein sollten.

Seit dem 18. März sind alle nicht lebenswichtigen Geschäfte für 30 Tage geschlossen. Nur Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Drogerien, Tankstellen, Kioske, Bäckereien sind noch geöffnet.

Die Menschen sind angehalten, nur noch in dringenden Fällen das Haus zu verlassen, nirgendwo sollen mehr als fünf Personen zusammenkommen, Veranstaltungen und Ansammlungen jedweder Art  mit mehr als 50 Personen sind verboten. Die Menschen in Kroatien halten sich weitgehend an die neuen Regeln. Dennoch hat das Innenministerium verstärkte Polizei-Patrouillen angekündigt, um Menschenansammlungen aufzulösen.

Nach wie vor bleiben Kroatiens Grenzen für den Personenverkehr geschlossen. Kroatische Staatsbürger können nach Kroatien einreisen, ebenso wie EU-Staatsbürger in ihr Heimatland zurückreisen dürfen. Transitreisende brauchen eine Sondergenehmigung, um das Land zu durchqueren.

Montenegro

Einen Ausnahmezustand plant Montenegro nicht, will aber bereits verhängte Maßnahmen stärker kontrollieren. So stehen alle 4.300 Personen, die sich in den letzten Wochen in von Corona betroffenen Regionen und Ländern aufgehalten haben unter Aufsicht. Auch Personen, die unter Quarantäne stehen, werden kontrolliert. Wer sich nicht an die Quarantänebestimmungen hält, muss mit Strafanzeige und bis zu einem Jahr Gefängnis rechnen. Zur besseren Kontrolle haben die Behörden in mehreren Städten des Landes Hotels oder Studentenwohnheimen in Quarantäneeinrichtungen umfunktioniert.

Eine neue Regel gilt für den Straßenverkehr: pro Fahrzeug sind nur noch 2 Personen zugelassen. Supermärkte, Apotheken, Banken sind weiterhin geöffnet. Alle öffentlichen Einrichtungen bleiben geschlossen, genau wie Cafes, Bars und Restaurants.  Bar- und Restaurantbesitzer müssen sicherstellen, dass Stühle und Tische auf den Freiflächen nicht von Menschen aus der Nachbarschaft genutzt werden.

Die Regierung hat damit begonnen, montenegrinische Staatsbürger aus dem Ausland zurückzuholen. Bereits am 19.03. haben Flugzeuge mehrere Hundert Montenegriner aus Russland und Großbritannien nach Hause gebracht. Sonderflüge aus Rom und Madrid sind geplant.

Der internationaler Verkehr (Flug, Bahn, Straße) ist derweil gestoppt, ein Anlegeverbot für Kreuzfahrtschiffe gilt bereits seit letzter Woche. Der Regionalverkehr innerhalb Montenegros läuft bislang weiter.

 

Die Zahl der mit Corona infizierten Menschen in Montenegro liegt bei 13. Aktuelle Informationen zur Lage in Montenegro sind hier zu finden:

https://www.ijzcg.me/ (Institut für öffentliche Gesundheit)

http://www.mzdravlja.gov.me/ministarstvo (Gesundheitsministerium)

Nordmazedonien

In Nord-Mazedonien herrscht seit 18.03.2020 der Ausnahmezustand, welcher bis voraussichtlich 19.04.2020 gilt. Kindergärten, Schulen und Universitäten im Land bleiben vorerst bis zum 24. März geschlossen. An vielen Bildungseinrichtungen wird Online-Unterricht angeboten. Schwimmbäder, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen sind ebenfalls geschlossen. Dasselbe gilt für Gastronomiebetriebe, außer Bäckereien.

Lebensmittelgeschäfte und Apotheken haben ihre Arbeitszeiten verkürzt – statt bis 22 Uhr, arbeiten diese bis 19 Uhr. Ab heute, 20.03.2020 möchte Premierminister Spasovski die zwei Meter Abstandsregelung in Supermärkten und Apotheken einführen.

Bis zum 24. März haben die Verkehrsbetriebe die Gültigkeit von Monatskarten für SchülerInnen, StudentInnen und Rentner ausgesetzt, damit diese die öffentlichen Verkehrsmittel weniger benutzen. Der Flughafen, sowie alle Grenzen sind gesperrt.

Mangelnde Disziplin ist momentan eines der größten Probleme im Land, daher greift die Polizei zu stärkeren Maßnahmen bei der Bekämpfung des Corona-Virus – neben Geldstrafen, sollen nun diejenigen, die sich nicht an die Regelungen halten in Zwangs-Isolations-Zentren gebracht werden.

 

Ab nächster Woche sollen in Skopje Stände aufgebaut werden, an denen ein Corona-Test durchgeführt werden kann.

In Nord-Mazedonien haben sich bislang 70 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, keine Todesopfer. 2268 Menschen im Land befinden sich in „Selbstisolation“. Diese werden täglich von der Polizei kontrolliert.

Informationen der Regierung: https://vlada.mk/node/20488?ln=en-gb

als App: Состојба со корона вирус (COVID – 19) во Македонија

 

Österreich

„Bleiben Sie zuhause!“ – das ist die Devise der Stunde in Österreich. Nur wer dringende Berufsarbeit oder Besorgungen für sich oder Hilfsbedürftige erledigen muss, darf das Haus verlassen. Spaziergänge bleiben erlaubt, allerdings nur alleine oder mit Menschen, mit denen man zusammen wohnt. Nirgends sollen sich mehr als fünf Menschen gleichzeitig aufhalten, ein Mindestabstand von einem Meter ist Pflicht. Das wird auch von der Polizei kontrolliert. Cafes, Bars, Restaurans sind geschlossen, ebenso Geschäfte, die nicht für die Bewältigung des Alltags unbedingt notwendig sind. In einigen Regionen Österreichs gelten noch strengere Regeln. So hat Tirol alle 279 Gemeinden des Bundeslandes unter Quarantäne gestellt.  Am 20. März hat die Österreichische Regierung bekanntgegeben, dass die landesweiten Ausgangsbeschränkungen vorerst bis zum 13. April bestehen bleiben.

 

Seit dem 19. März kontrolliert die österreichische Polizei auch an der Grenze zu Deutschland. Einreisen darf nur, wer einen negativen Coronatest (nicht älter als viert tage) vorlegen kann oder nach der Einreise verpflichtend für 14 Tage in Quarantäne bleibt. Das gilt auch für rückkehrende Österreicher, die mit dem Flugzeug anreisen. Kontrollen gibt es auch an den Grenzen zu Italien, Liechtenstein, Ungarn und Slowenien.

 

Österreich verzeichnet derzeit 2200 Coronafälle (bei 15.000 Tests). Sechs Menschen sind verstorben, neun wieder genesen.

Rumänien

Seit 16.03.2020 gilt in Rumänien zunächst für 30 Tage der Notstand. Bildungseinrichtungen bleiben weiterhin geschlossen. Für alle staatlichen und privaten Unternehmen, sowie für alle Behörden ist Heimarbeit angeordnet. Alle Gaststätte, sowie Buchhandelsketten bleiben ebenfalls zu.

Mehrere rumänische Ärzte fordern weitgehende Ausgangsperren, um die exponentielle Vermehrung der Corona-Fälle zu verhindern. Es gibt bereits 98 Strafermittlungsverfahren aufgrund Verstöße gegen die verhängten Schutzmaßnahmen. Die rumänische Regierung beschloss zudem Gefängnisstrafen von fünf bis 15 Jahren bei nicht Einhaltung der Maßnahmen

Das Land bereitet sich auf einen starken Anstieg der Erkrankungen in der ersten Aprilhälfte vor. Im Norden von Bukarest wird eine geriatrische Klinik eingerichtet, in welcher die leichten und mittelschweren Fälle behandelt werden sollen.

Bislang sind in Rumänien 308 Corona-Fälle bestätigt, keine Todesopfer. 4.044 Personen befinden sich in „institutioneller Quarantäne“ und 45.432 in Isolation „unter ärztlicher Beobachtung“ zu Hause.

Die Zahlen zum Stand der Epidemie in Rumänien werden seit gestern nur noch einmal täglich jeweils um 13 Uhr plus-minus veröffentlicht und zwar hier:

https://instnsp.maps.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/5eced796595b4ee585bcdba03e30c127

 

Serbien

Nach anfänglichen Problemen wird die nächtliche Ausgangssperre von 20.00 Uhr bis 05.00 Uhr weitgehend eingehalten, ebenso die komplette Ausgangsbeschränkungen für Menschen ab 65 Jahre. Deren Versorgung organisieren derzeit die Kommunen mit Hilfe vieler Freiwilliger.

Das größte Sicherheitsproblem sind aus Sicht der Behörden die Rückkehrer aus den europäischen Ländern, die bereits von Corona betroffen sind. Viele von ihnen müssen zu den vorgeschriebenen Tests bei der Einreise gezwungen werden, halten sich danach aber oft nicht an die verordnete Heimquarantäne. Und das, obwohl viele von ihnen ausgeprägte Symptomen einer Corona-Infektion aufweisen. Seit dem 16.03., also seit dem Tag an dem in Serbien der Notstand ausgerufen wurde, sind etwa 71 000 Rückkehrer ins Land gekommen, seit Anfang des Monats sind es in etwa 200 000.

Inzwischen ist der personenbezogene internationale Luft-, Straßen-, Bahn- und Schiffsverkehr eingestellt, genauso wie der regionale Nah- und Fernverkehr. Gütertransporte sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene sind weiterhin gestattet. Internationale LKW-Transporte eskortiert die Polizei von der Einreise- bis bis zur Ausreisegrenze.

Wie bereits Mitte der Woche angekündigt, soll am Wochenende eine große Lieferung von medizinischer Ausrüstung und Schutzmitteln aus China eintreffen. Mit den Spezialflügen sollen auch chinesische Ärzte und andere Experten eingeflogen werden.

 

Die Zahl der Infizierten ist von 97 auf 118 gestiegen, 4 von ihnen sind nach Behördenangaben in kritischen Zustand, Todesopfer gibt es bislang nicht.

 

Offizielle Informationen: https://covid19.rs

Slowenien

In Slowenien werden die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus verschärft, die Zahl der bestätigten Infektionen wächst dennoch.

Allein in der Gemeinde Smarje an der slowenisch-kroatischen Grenze mit rund 1800 EinwohnerInnen gibt es ein Altenheim mit 11 Fällen. Dort sind 7 BewohnerInnen und 4 Beschäftige infiziert, im Dorf selbst sind es 31. Es wird befürchtet, dass es mehr sind.

Der Flugverkehr ist seit dem 17. März eingestellt. Ausnahmen gibt es nur für medizinische und humanitäre Flüge sowie für den Transport von Sondergütern und Post, außerdem für die Rückkehr slowenischer Bürger aus dem Ausland. Der Bahnverkehr ist stark reduziert worden, ebenso der öffentliche Nahverkehr. Die Bürger sind aufgerufen, möglichst zuhause zu bleiben. Kindergärten und Schulen bleiben geschlossen. Es werden Freiwillige für die Betreuung von Kindern gesucht, deren Eltern sich berufsbedingt nicht kümmern können. Die neue Regierung, die seit letzten Freitag erst im Amt ist, möchte jetzt die Armee inklusive Reservisten einsetzen, um Polizistinnen und Polizisten zu entlasten.

Es gibt bereits Geldstrafen für Nichteinhalten der Regeln von 70 bis 400 Euro. Es wird allerdings ein neues Gesetz mit höheren Strafen erwartet, derzeit werden oft nur Verwarnungen ausgesprochen.

 

Seit dem 13. März steigen die Corona-Infektionen in Slowenien: Am Freitag (20.03.) sind bei 10.980 Tests 341 Fälle bestätigt worden. Bislang meldet das Gesundheitsministerium einen Corona-Toten.

 

Informationen:

https://www.nijz.si/sl/dnevno-spremljanje-okuzb-s-sars-cov-2-covid-19

Ungarn

Der LKW und Güterverkehr darf passieren, doch Privatreisende im Auto oder Zug dürfen nicht mehr über die ungarischen Grenzen. Einreisen dürfen nur noch ungarische Staatsbürger und EU- Bürger, mit Wohnsitz in Ungarn. Wer einreist muss allerdings für zwei Wochen in Quarantäne. Auf Autobahnen Richtung Ungarn gibt es seit Tagen kilometerlange Staus. Viele Menschen mit Wurzeln auf dem Balkan sind beunruhigt und wollen zurück, etwa nach Rumänien und Bulgarien. Nach einigem Hin und Her und nervenaufreibendem Warten ließ Ungarn die Menschen passieren.  Voraussetzung ist, dass sowohl die rumänische, als auch die bulgarische Regierung garantieren, die Menschen einreisen zu lassen. In Ungarn gibt es keine Ausgangsbeschränkungen, allerdings wird an die Menschen appelliert, zuhause zu bleiben.

 

Im Umgang mit der Coronakrise setzt Regierungschef Viktor Orban nun auch auf das Militär. Es kontrolliert landesweit auf den Straßen und insgesamt 140 Unternehmen sollen unter Aufsicht der Armee gestellt werden. Es betrifft unter anderem den Energie-, Verkehrs,- und Gesundheitsbereich. Ziel ist laut Verteidigungsminister Tibor Benkö, einen reibungslosen Betrieb sicherzustellen. Es sind sowohl private, als auch staatliche Unternehmen, darunter das Kernkraftwerk Paks, der Öl- und Gaskonzern MOL, weiter folgen Strom-, Wasser- und Gasversorgungseinrichtungen, die Börse, Banken, Verkehrsbetriebe, oder die Post. Auch die staatliche Medienholding MTVA soll künftig vom Militär kontrolliert werden. In dieser sind rund 470 regierungsnahe Medien und Druckereien zusammengefasst. Die Opposition hat den Einsatz des Miltärs kritisiert. Die Armee solle aus den Unternehmen abgezogen werden, forderte die Oppositionspolitikerin Andrea Varga-Damm von der Partei Jobbik. Diese hat sich von ihren rechtsextremen Positionen in den letzten Jahren weiter in Richtung Mitte bewegt. Entsendung des Militärs würde lediglich den Machtbestrebungen Orbans dienen, aber keineswegs der Abwehr der Coronavirus-Gefahr, zitierte sie die einzige ungarische Nachrichtenagentur MTI. Die Regierung habe keine Befugnis dazu Zudem habe der Ministerpräsident mangels einer einschlägigen Rechtsregel keine Befugnis für einen solchen Schritt. Im Notfall könnte der Finanzminister Beauftragte an die Spitze der betroffenen Unternehmen ernennen, betonte Varga-Damm. Die Coronakrise hat auch Auswirkungen auf den Benzinpreis,  Aufgrund der wenigen Nachfrage und des schwachen Forint kostet ein Liter etwa 90 Cent.

Stand jetzt haben sich in Ungarn 85 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Sechs der Patienten sind schwer erkrankt. Bisher wurden rund 3000 Testungen durchgeführt. 116 sind in Quarantäne und 7 wurden wieder gesund. Bisher sind 3 Menschen in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben.

 

Offizielle Informationen:

https://koronavirus.gov.hu/

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