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In vielen Ländern werden weitreichende Vorkehrungen getroffen, um die Verbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus zu verlangsamen. Foto: picture alliance | PIXSELL

Coronavirus in Südosteuropa und Österreich 13/03/20
Grenzkontrollen und weitreichende Maßnahmen

Das öffentliche und soziale Leben wird in Österreich und Südosteuropa weiter eingeschränkt. Damit sich das Coronavirus langsamer ausbreitet, haben viele Länder Grenzkontrollen eingeführt und teilweise weiterreichende Regeln aufgestellt. Ständig werden Menschen untersucht, ob sie sich mit dem Virus infiziert haben und die Behörden informieren laufend über neue Fälle und mögliche Maßnahmen. Hier finden Sie den Stand vom 13. März 2020 um 17 Uhr.

Albanien

Nirgendwo auf dem Balkan sind die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus derzeit so drastisch wie in Albanien. Aktuell gibt es landesweit 33 infizierte Personen. Es sind deutlich geringere Zahlen als in anderen Ländern. Dennoch gilt ab heute (13. März, 6 Uhr) bis Sonntag (15. März) ein Fahrverbot für Privatfahrzeuge in den Städten Tirana, Durres, Shkoder, Lezha, Elbasan, Lushnje, Fieri und Vlora. In Tirana und Durres fahren auch keine Busse mehr; Bars, Cafés und Restaurants müssen geschlossen bleiben. Schon seit Tagen gehen Schüler und Lehrende nicht mehr zur Schule – im ganzen Land. Stattdessen unterrichten nun jeden Morgen LehrerInnen im Studio des albanischen öffentlich-rechtlichen Fernsehens vor der Kamera. Der Unterricht wird live übertragen, das reguläre Programm ausgesetzt. Insgesamt soll das öffentliche Leben stillgelegt werden. Der entscheidende Grund: Die intensivmedizinische Betreuung kann – bei exponentiell steigenden Fallzahlen – schon in kürzester Zeit nicht mehr garantiert werden. Auf Intensivstationen in Albanien etwa gibt es insgesamt nur 150 Betten mit Beatmungsgeräten.

Bulgarien

Die bulgarische Regierung hat am 13. März 2020 für das gesamte Land bis zum 13. April 2020 den Ausnahmezustand verhängt. Inzwischen gibt es 23 bestätigte Corona-Fälle im Land. Eine 66-jährige Frau, die mit dem Virus infiziert war, ist am 11. März gestorben. Die meisten Infizierten hatten Kontakt mit ihr.

Die betroffenen Städte sind nach wie vor Sofia, Pleven und Gabrovo. Am 13. März 2020 informierte der bulgarische Gesundheitsminister Kiril Ananiew über die neuen Sicherheitsmaßnahmen, die bis zum 29. März 2020 gelten sollen. Zu diesen gehört die Schließung aller Bars, Restaurants, Einkaufszentren und ähnlicher Einrichtungen – Lebensmittelgeschäfte und Apotheken bleiben jedoch offen. Schulen, Kindergärten und Universitäten stellen den Betrieb ein. Alle Veranstaltungen, wie Theater, Kino und sportliche Aktivitäten werden ebenfalls abgesagt. Nach Möglichkeit sollen alle Beschäftigten Homeoffice machen. Routineuntersuchungen für schwangere Frauen und Kinder sind ebenfalls untersagt, sowie geplante und nicht lebensnotwendige Operationen und Transplantationen. Besonders in ländlichen Gebieten fehlt medizinisches Personal, weshalb jetzt versucht wird Medizinstudentinnen und -studenten für die Versorgung Erkrankter einzusetzen.

Bosnien und Herzegowina

In Bosnien und Herzegowina gibt es 13 bestätigte Corona-Fälle. Zehn davon in der nordbosnischen Stadt Banja Luka. Aus diesem Grund hat der Bürgermeister von Banja Luka am Freitag (13. März 2020) die Schließung aller Kindergärten angeordnet. Außerdem sollen in Banja Luka Cafés, Kneipen und Restaurants um 18 Uhr und Geschäfte und Bäckereien um 22 Uhr geschlossen werden, Kinderspielplätze, Fitnessstudios und Bars werden komplett stillgelegt. Schulen und Universitäten haben im gesamten Landesteil Republika Srpska den Lehrbetrieb bereits vor einigen Tagen eingestellt. Im Kanton Sarajevo und in vielen anderen Städten gibt es seit Donnerstag (12. März 2020) keinen Schulunterricht mehr. Die Kindergärten sollen auch in Sarajevo geschlossen werden. Menschen aus Deutschland, Frankreich und Spanien, die nach Bosnien und Herzegowina einreisen wollen, müssen für 14 Tage in Quarantäne. Aus Italien, China, Iran und Südkorea darf niemand einreisen.

Kosovo

Lange Zeit hatte Kosovo keinen bestätigten Corona-Fall. Am 13. März meldet das Gesundheitsministerium, dass eine 22-jährige italienische Staatsbürgerin und ein 77 Jahre alter Mann aus der Stadt Vitia positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Kroatien

Kroatien meldet 32 bestätigte Corona-Fälle. Bei der letzten infizierten Person handelt es sich um ein Kind aus einem Kindergarten in Zagreb. Der Kindergarten wird geschlossen und alle 119 Kinder und 16 MitarbeiterInnen müssen 14 Tage in häuslicher Quarantäne verbringen. Bereits seit Ende Februar werden Reisende an der Grenze zu Slowenien kontrolliert. Wer aus Italien, Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien, Schweiz, Großbritannien, Niederlanden, Schweden China, Südkorea, Hong Kong, Japan, Singapur, Malaysia und Iran kommt muss für 14 Tage in häusliche Quarantäne. Wegen der Kontrollen entstehen bereits längere Staus an der Grenze, vor allem Busreisende warten stundenlang auf die Einreise. Der Frachtverkehr aus Italien wurde komplett eingestellt. Die kroatische Regierung hat am 13. März außerdem verordnet, dass am 16. März alle Schulen und Universitäten für zwei Wochen schließen. Öffentliche Veranstaltungen mit über 100 Personen sollen nicht stattfinden, auch Nachtclubs und Bars werden nun dazu angehalten nicht mehr als 100 Personen einzulassen.

Montenegro

In Montenegro gibt es weiterhin keinen bestätigten Corona-Fall. Bis zum 12. März 2020 wurden 47 Personen getestet, alle Befunde waren negativ. Die montenegrinischen Behörden haben am 13. März neue Maßnahmen zur Vorbeugung bekannt gegeben. Zu diesen zählt ein generelles Versammlungsverbot, ein Anlegeverbot für Yachten und Kreuzfahrtschiffe in den Häfen bis voraussichtlich 2. April 2020. Außerdem bleiben ab dem 16. März 2020 für mindestens 15 Tage alle Bildungseinrichtungen geschlossen. Das Bildungsministerium hat bekannt gegeben, dass für einen Elternteil von Kindern bis 11 Jahren der Lohn bei Abwesenheit weitergezahlt wird, unabhängig davon, ob die Person im öffentlichen oder privaten Sektor beschäftigt ist. Zudem wurden alle Besuche in Krankenhäusern und Gefängnissen verboten. Einkaufszentren sollen gemieden werden. Darüber hinaus ist die Ein- und Ausreise von und nach Slowenien, Deutschland, Frankreich, Schweiz und Dänemark verboten. Kleinere Grenzübergänge zu Kroatien werden geschlossen.

Nordmazedonien

Die Ortschaften Debar und Centar Zupa/Zhupa sind unter Quarantäne gestellt worden, nachdem dort vier weitere Coronainfektionen nachgewiesen wurden. Damit sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Skopje landesweit 13 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Eine Person ist bereits geheilt, die anderen Erkrankten werden zurzeit in Krankenhäusern behandelt, bei drei älteren Infizierten verläuft die Erkrankung schwer. Kindergärten, Schulen und Universitäten im Land bleiben vorerst bis zum 24. März geschlossen, ebenso Schwimmbäder, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen. Seit dem 12. März müssen Gastronomiebetriebe um 18 Uhr schließen und sicherstellen, dass sie ihren Gästen genug Abstand zueinander ermöglichen. Bis zum 24. März haben die Verkehrsbetriebe die Gültigkeit von Monatskarten für Schüler, Studenten und Rentner ausgesetzt, damit diese die öffentlichen Verkehrsmittel weniger benützen. Busse werden zudem regelmäßig desinfiziert. Strom-, Wasser- und Gasanbieter sind angehalten, säumigen Zahlern bis zum 24. März auf keinen Fall den Strom, das Wasser oder die Heizungen abzustellen.

Österreich

„Ab Montag müssen wir unser soziales Leben auf ein Minimum reduzieren“, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz in Wien. Restaurants, Cafés und Bars werden ab Beginn der nächsten Woche landesweit nur noch bis 15 Uhr geöffnet bleiben. Alle Geschäfte, die nicht der Grundversorgung dienten, werden geschlossen. Ausnahme: Lebensmittelläden, Apotheken, Banken, Drogerien. Unter Hinweis auf einige Regionen in Österreich, in denen die Anzahl der Infizierten markant angestiegen ist, wird das Paznauntal und St. Anton am Arlberg unter Quarantäne gestellt. Ausländische Gäste könnten unter Hinterlassung ihrer Kontaktdaten in ihre Heimatländer zurückkehren, die inländische Bevölkerung werde 14 Tage die beiden Gebiete nicht verlassen dürfen. Ebenfalls ab Montag wird der Flugverkehr mit Frankreich, Spanien und der Schweiz eingestellt. Außerdem wird es Grenzkontrollen an den Landesgrenzen zur Schweiz und Lichtenstein geben. Unternehmen sollten, sofern es gehe, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Home-Office schicken. Eindringlich warnte Sebastian Kurz davor, Falschmeldungen in den Sozialen Medien aufzusitzen. So führten heute Vormittag Spekulationen, wonach die Regierung an eine Ausgangssperre denke, zu Hamsterkäufen in der österreichischen Hauptstadt. Österreich verzeichnet 504 bestätigte Coronafälle.

Rumänien

Rumänien verzeichnet 76 bestätigte Corona-Fälle (Stand: 13.03.2020). Die meisten Fälle wurden bei Personen festgestellt, die sich in Heimquarantäne oder in institutioneller Quarantäne befinden. Ludovic Orban, der geschäftsführende liberale Regierungschef, hat am Freitag bekanntgeben, dass sein gesamtes Kabinett für 14 Tage in Quarantäne geht, nachdem ein Senator positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurde. Kindergärten, Schulen und Universitäten im ganzen Land bleiben weiterhin geschlossen. Viele Unternehmen in den größeren Städten bieten ihren MitarbeiterInnen die Möglichkeit von Home-Office an, um u.a. den Andrang in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu reduzieren. Eine Vielzahl von Veranstaltungen wurde abgesagt. Auch die orthodoxe Kirche riet dazu, den Anweisungen der Regierung zu folgen und größeren Versammlungen fern zu bleiben. Seit Anfang der Woche (09. März 2020) werden Kontrollen an allen Grenzübergangspunkten (unabhängig des Einreisewegs) durchgeführt.

Serbien

Zweimal am Tag wird die Öffentlichkeit in Serbien über das Coronavirus informiert. Stand jetzt haben sich 31 Menschen dort mit dem Coronavirus infiziert. Die Tendenz ist also steigend, denn das sind elf mehr als gestern am Morgen. Einer der Infizierten sei in einem kritischen Zustand, hieß es von Seiten der Regierung. Bei allen anderen verlaufe die Krankheit bisher leicht. Serbien ist vom Einreiseverbot der USA aus der EU ausgenommen und Air Serbia fliegt weiterhin zweimal pro Woche nach New York. Über Belgrad nach New York ist aber keine Alternative für Reisen in die USA. Denn das Einreiseverbot gilt für alle, die sich in den 14 Tagen vor Reiseantritt in einem EU-Land aufgehalten haben. Mehrere kleinere Grenzübergänge wurden geschlossen. Betroffen sind Übergänge nach Nordmazedonien und sieben der insgesamt zehn Übergänge zu Rumänien. Offen bleiben die Grenzen an den Übergängen Stamora Moravita, Jimbolia und am Eisernen Tor an der Donau. Kindergärten bleiben offen und auch der Unterricht an Schulen und Universitäten geht weiter. Das Bildungsministerium ist in der Testphase für Online-Unterricht, falls die Schulen geschlossen werden sollten. Die Versorgung ist bisher normal, außer dass Apotheken seit Wochen keine Schutzmasken mehr auf Lager haben. Veranstaltungen in Räumen mit mehr als 100 Menschen sind abgesagt worden, Events im Freien können stattfinden. Im Moment ist auch keine Verschiebung der vorgezogenen Parlamentswahl am 26. April 2020 vorgesehen. Sollte die Lage rund um Corona aber schlimmer werden, könnte die Wahl um einige Wochen verschoben werden, vermuten politische Beobachter.

Slowenien

Slowenien hat wegen der zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus am 13. März offiziell die Epidemie ausgerufen. Die ohnehin strengen Vorschriften und Regeln werden verschärft und das gesellschaftliche Leben wird weiter stark eingeschränkt. Ab Montag (16. März 2020) werden alle Universitäten, Schulen, Kindergärten und Kirchen geschlossen. Messen, Hochzeiten und Taufen sind ebenso verboten. Nur Beerdigungen im engen Familienkreis sind noch gestattet. Sportevents wurden abgesagt, sowie alle anderen Veranstaltungen (im Freien und in geschlossenen Räumen). Geschäfte, Kneipen und Märkte sind noch offen, aber es wird erwartet, dass sie in den nächsten Tagen ihre Arbeitszeiten reduzieren.

Der Flug-, Eisenbahn- und Busverkehr nach und von Italien wurde eingestellt. LKW und PKW werden streng an der Grenze kontrolliert, wo mit großen Wartezeiten zu rechnen ist. Ab heute (13. März 2020) wird der LKW-Verkehr aus Italien eingestellt. Insgesamt meldet Slowenien 141 bestätigte Fälle.

Ungarn

Nach offiziellen Angaben haben sich in Ungarn 16 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Der erste von ihnen, ein iranischer Student, sei inzwischen wieder gesund. In Ungarn wurde eine landesweite Gefahrenlage ausgerufen und das EU-Land hat Grenzkontrollen an den Grenzen zur Slowakei und zu Österreich eingeführt. Außerdem bestehen Einreiseverbote aus dem Iran, aus China, Südkorea und aus Italien. Von dort dürfen nur ungarische Bürger ins Land einreisen, sie müssen allerdings 14 Tage in Quarantäne. Theater und Kinos sind geschlossen und Veranstaltungen abgesagt worden. Kinos und Theater mit weniger als 100 Plätzen sind allerdings weiterhin offen. In den Schulen wird nach wie vor unterrichtet, die Universitäten wurden jedoch geschlossen. Als Grund nannte Regierungschef Viktor Orban, dort könnten ungarische und ausländische Studierende nicht voneinander getrennt werden. Orban hat mehrmals betont, dass Ausländer das Virus nach Ungarn gebracht hätten. Ungarn befinde sich in einem Zweifrontenkampf, auf der einen Seite sei das Coronavirus auf der anderen die Migration. Es bestünde ein logischer Zusammenhang, denn beide würden sich durch Bewegung verbreiten. Die Schulen sollen offenbleiben, weil sich dort bisher niemand angesteckt habe, sagt Orban im regierungsnahen Radio. Sollte es zu Schließungen kommen, müssten die Lehrerinnen und Lehrer in unbezahlten Urlaub geschickt werden und das Schuljahr sei zu Ende.

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