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Wie angekündigt beginnen die Grenzkontrollen am Brennerpass am 11. März 2020 gegen 13 Uhr.  Prinzipiell gilt seitdem ein Einreiseverbot nach Österreich für alle, die aus Italien kommen. Doch es gibt Ausnahmen. Foto: BR | Srdjan Govedarica

Coronavirus: Österreich kontrolliert an der Grenze zu Italien
Corona-Kontrollen am Brenner

„Darf ich mir die Frage gestatten, wo sie herkommen?“
Der österreichische Grenzpolizist kontrolliert die Ausweise einer Familie aus Berlin und ist sehr höflich. Dabei muss er heute vielen Autofahrern vieles erklären: „Grad da vorne ist eine medizinische Kontrolle. Der müssen Sie sich unterziehen und dann können Sie weiterfahren.“ – Grenzpolizist, 11.03.2020

Wie angekündigt beginnen die Grenzkontrollen am Brennerpass am 11. März 2020 gegen 13 Uhr.  Prinzipiell gilt seitdem ein Einreiseverbot für alle, die aus Italien kommen. Doch es gibt Ausnahmen. Österreicher und Menschen mit Wohnsitz in Österreich dürfen weiterfahren, wenn sie sich dazu verpflichten, nach der Einreise 14 Tage zuhause zu bleiben. Einreisen darf auch, wer ein aktuelles ärztliches Attest mit einem negativen Corona-Test vorweisen kann. Und auch für diejenigen, die nur durch Österreich durchreisen wollen ist der Weg über die Grenze frei. Vorausgesetzt, sie erklären verbindlich, dass sie in Österreich nicht anhalten werden. Kurze Stopps im Notfall werden toleriert, wer aber länger bleibt, muss 1.500 € Strafe zahlen.

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Videomaterial: Srdjan Govedarica

Videobearbeitung: Karin Straka

Ein Ehepaar aus Siegburg ist auf dem Rückweg aus Südtirol und kennt die Regeln: „Jaja, deshalb habe ich geguckt ob ich genug Sprit habe. Deshalb kommen wir über die Grenze bis nach Kufstein, dann ist es gut.“ Dass Österreich an der Grenze zu Italien kontrolliert, können die beiden Rentner nachvollziehen. Doch sie ärgern sich auch ein bisschen, dass sie nicht ein paar Stunden früher losgefahren sind:
„Heute Morgen sind einige von uns gefahren. Brenner super, nicht kontrolliert, alles gut. Und wir hängen seit zwei Stunden hier drin.“ – deutsche Rückreisende, 11.03.2020

Auf der österreichischen Seite wurde die Infrastruktur hochgefahren, die noch aus dem Jahr 2015 stammt, als 100.000e Flüchtlinge durch das Land gezogen waren. Inzwischen finden die Kontrollen direkt an der Autobahn statt. Foto: BR | Srdjan Govedarica
Auf der österreichischen Seite wurde die Infrastruktur hochgefahren, die noch aus dem Jahr 2015 stammt, als 100.000e Flüchtlinge durch das Land gezogen waren. Inzwischen finden die Kontrollen direkt an der Autobahn statt. Foto: BR | Srdjan Govedarica

Die Polizei lenkt den Verkehr vom Brennertunnel zu einem Kontrollpunkt an einer Autobahnraststätte. Dafür hat sie Infrastruktur hochgefahren, die noch aus dem Jahr 2015 stammt, als 100.000 Flüchtlinge durch das Land gezogen waren. Das österreichische Militär unterstützt eine Amtsärztin bei den medizinischen Checks der Reisenden. Am ersten Tag der Grenzkontrollen stauen sich die Autos bereits in kurzer Zeit mehrere Kilometer weit. Dieser Mann muss es noch bis nach Bremen schaffen und ist genervt:
„Das wird alles viel zu hoch gebauscht. Spektakel ohne Ende. Wir sind nur Durchreisende, so schnell wie möglich durch.“ – deutscher Rückreisender, 11.03.2020

 

Die Grenzkontrollen am Brenner sind Teil einer ganzen Reihe von Maßnahmen, mit denen die österreichische Regierung die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen will: Universitäten und Schulen werden geschlossen, Kindergartenkinder sollen möglichst zuhause bleiben, Veranstaltungen werden reihenweise abgesagt, Museen zugesperrt. Das Land Tirol etwa verbietet seit heute generell Besuche in Krankenhäusern, am Samstag wird der Skibetrieb im Wintersportort Ischgl eingestellt. Wie lange die Maßnahmen und die Kontrollen an der Grenze zu Italien weiterbestehen werden, kann zur Zeit niemand genau sagen.
Heute, am Morgen nach dem Start der Grenzkontrollen, fahren nur noch wenige Menschen mit Privat-PKW über die Grenze. Beim Güterverkehr sieht es anders aus. Der LKW-Rückstau reicht bis weit nach Italien.

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