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In der slowenischen Hauptstadt Ljubljana gibt es seit heute zwei bestätigte Coronavirus-Fälle. Foto: picture alliance/PIXSELL

Coronavirus in Südosteuropa und Österreich
Zahl der Infizierten steigt

Ungarn hat gestern erstmals Infektionen mit dem Coronavirus bekannt gegeben. Infiziert sind zwei Studenten aus dem Iran. Wahrscheinlich hätten sich die beiden im Iran angesteckt, so die Gesundheitsbehörde in Ungarn. Die Studenten wurden sofort in ein Budapester Krankenhaus gebracht und befinden sich jetzt auf der Isolierstation. Einer der beiden Erkrankten studiert in Budapest, der andere in der westungarischen Stadt Györ. Über ihren Krankheitsverlauf will die ungarische Regierung ab sofort täglich informieren. Auch über die Situation von derzeit 24 Personen, die sich in Quarantäne befinden. Klar ist inzwischen aber auch: Die Regierung will in den täglichen Pressekonferenzen ein ganz bestimmtes Thema auf keinen Fall vernachlässigen. So weiß sie das gefährliche Coronavirus mit dem in Ungarn offiziell dargestellten Feindbild über Migranten und Flüchtlinge geschickt zu verbinden und betont nun fast mantraartig „den klaren Zusammenhang zwischen Migration und der Ausbreitung des Virus‘“. Bei solchen verunglimpfenden Worten allein belässt es die Regierung allerdings nicht. So wurde der Einlass in die beiden Transitzonen im südungarischen Röszke und Tompa, an der Grenze zu Serbien gelegen, gestoppt. Fortan kann dort niemand mehr Asyl beantragen. Und das auf unbestimmte Zeit. So interpretiert Ungarn wieder einmal und aktuell ähnlich wie Griechenland recht eigenwillig europäische Werte und das EU-Grundrecht auf Asyl. Schon zuvor ist die Antragsmöglichkeit auf Asyl in den ungarischen Transitzonen für maximal zwei Personen pro Woche deutlich eingeschränkt gewesen.

 

In Österreich wurde vorgestern bei einer jungen Frau am Wiener Landesgericht das Coronavirus nachgewiesen. Seitdem darf sie ihre Wohnung nicht mehr verlassen. Alle Beschäftigten des Gerichts werden untersucht. Zuvor war die junge Frau als studentische Mitarbeiterin in einer Wiener Anwaltskanzlei tätig. Einer der Anwälte dort ist inzwischen schwer erkrankt, er liegt mit dem Coronavirus im Krankenhaus. Sein Krankheitsverlauf ist äußerst kompliziert, er ist nicht einmal ansprechbar. Insgesamt ist die Zahl der offiziell bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in Österreich weiter gestiegen. Mit Stand heute 15 Uhr sind es 41 und damit elf mehr Infektionen als gestern Abend. Eine der Neuinfektionen betrifft eine Frau in Wien, die bei der ÖBB arbeitet. Ein weiterer Betroffener ist ein norwegischer Student, der sich in Tirol aufhält. Unterdessen gehen auch – wie fast überall weltweit – die  Beratungen der österreichischen Regierung über die Auswirkungen des Virus auf die heimische Wirtschaft weiter. Schon gestern versprach die Regierung in Wien, man wolle Unternehmen, die besonders betroffen sind, mit Kreditgarantien über zehn Millionen Euro unterstützen.

Auch die in Wien ansässige OPEC-Zentrale bekommt die Auswirkungen des Coronavirus zu spüren: Die OPEC-Mitglieder müssen sich heute und morgen beraten, da für den weltweiten Preisverfall von Rohöl auch die Ausbreitung des Coronavirus mitverantwortlich ist. Wegen der Ansteckungsgefahr hat die OPEC ihre Mitglieder angewiesen, ihre Delegationen  „auf ein Minimum“ zu reduzieren. Zudem sollen im OPEC-Sekretariat in Wien Mitarbeiter und Delegierte regelmäßig auf Fieber getestet werden. Journalisten dürfen das OPEC-Hauptquartier nicht betreten. Die Pressekonferenzen werden nur noch per Video übertragen.

 

In Kroatien, wo heute und morgen die EU-Verteidigungs- und Außenminister über die dramatische Lage an der griechischen EU-Außengrenze und die Eskalation im Bürgerkriegsland Syrien beraten, sind aktuell zehn Menschen infiziert. In Rumänien gibt es sechs bestätigte Fälle. Der erste Patient wurde vor einigen Tagen aus dem Krankenhaus entlassen, zwei weitere gelten ebenso als geheilt und warten noch auf ihre Entlassung. Weitere Länder in Südosteuropa mit ersten Fällen sind Slowenien und Bosnien-Herzegowina mit jeweils zwei Patienten. Eine der betroffenen Personen in Bosnien-Herzegowina ist ein Schüler. Seine Schule wurde geschlossen. Alle Mitschüler und Lehrer der Schule werden untersucht. Groß war auch heute die Aufregung in Nordmazedoniens Hauptstadt  Skopje. Mitten im Stadtzentrum wurde ein ganzes Hotel unter Quarantäne gestellt. Polizisten mussten das Gebäude bewachen. Zwei Hotelgäste hatten Erkrankungssymptome, ihre Zimmer wurden sofort als Isolierräume umfunktioniert. Alle anderen Gäste durften das Hotel nicht verlassen. Sofort wurde die Virusuntersuchung angeordnet.  Stunden später kommt das Testergebnis: Kein Coronavirus. Die beiden Gäste haben eine normale Erkältung. Beide wurden inzwischen in eine Klinik gebracht und sollen dort noch ein zweites Mal getestet werden.

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Kommentare (3)

klausj4 am

Herr Schwenger- darf ich raten? Sie sind U50 und gesund? Dann können Sie so leichtfertig daherreden. Das schwere Risiko tragen Ü70. Das ist Ihnen Wurscht, na kloar!

R. Schwenger am

Was für eine Hysterie! Unglaublich wie man die Massen mit Panikmache infizieren kann. Das wirklich gefährliche an der ganzen Sache ist vermutlich nicht der Virus, sondern die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verwerfungen!

J am

Zweite Fall ( iranischer Student) war nicht in Györ, sondern in Gödöllö, St. Istvan Universität.

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