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Ein 20 Kilometer langer Stacheldrahtzaun trennt einen Abschnitt der nordmazedonischen Südgrenze zum EU-Mitgliedsstaat Griechenland. Foto: BR | Clemens Verenkotte

An der Südgrenze Nordmazedoniens:
Wie ist die Flüchtlingssituation?

Ein 20 Kilometer langer Stacheldrahtzaun trennt einen Abschnitt der nordmazedonischen Südgrenze zum EU-Mitgliedsstaat Griechenland. Nahe der Grenzstadt Gevgelija befindet sich das Transitlager Vinojug, das vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR betrieben wird. Derzeit halten sich dort nicht sehr viele Flüchtlinge und Migranten auf. An einem Tag sind es nur zwei, dann 14 Menschen, vor drei Wochen waren es mehrere Hundert. Auf der anderen Seite der Grenze sieht es anders aus: In Griechenland nimmt nach UNHCR-Angaben die Anzahl der Flüchtlinge zu, die von der Türkei zu den griechischen Inseln übersetzen. Es seien im Durchschnitt rund 100 Menschen pro Tag. Wenn die Türkei den Druck auf Griechenland erhöhe, spüre man das in Nordmazedonien unmittelbar, sagen humanitäre Helfer im Land.

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Geradezu verlassen wirkt das große, umzäunte Areal an diesem Mittag: Die weißen, ebenerdigen Wohncontainer, die Aufenthaltsräume, im Essenssaal – niemand zu sehen. Zwei Flüchtlinge seien heute im Transitlager Vinojug, bei Gevgelija, heißt es gleich am Eingang, der von zwei Polizisten kontrolliert wird. In einem Wohncontainer liegt ein iranischer Flüchtling mit einem gebrochenen Bein auf dem Bett. Seinen Namen wolle er nicht nennen, wohl aber sein Alter. 48. Seit drei Monaten lebe er schon im Lager. Sein Bein habe er sich gebrochen, als er vom Zug abgesprungen sei, der ihn nach Norden führen sollte. Wenn der Bruch wieder geheilt sei, dann – „möchte ich nach Serbien und dann nach Italien vielleicht.“

Das Lager wird vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR betrieben. Flüchtlinge und Migranten, die in Nordmazedonien ohne gültige Papiere von der Polizei aufgegriffen werden, werden in dieses Lager an der Südgrenze transportiert und in aller Regel nach Griechenland zurückgeführt.  Die Situation in Gevgelija ändere sich von Stunde zu Stunde, weiß Lence Zdravkin. Sie gilt mit ihrer Familie Flüchtlingen und Migranten seit Jahren als Anlaufstelle. Lence Zdravkin wohnt in der nordmazedonischen Industriestadt Veles, rund 100 Kilometer von der Grenze zu Griechenland entfernt, direkt an der Eisenbahnlinie, die von Griechenland nach Serbien verläuft.

Mit Essen und Trinken, Medikamenten, warmer Kleidung, zunächst aus eigenen Mitteln, dann mit Spenden unterstützt, und einem offenen Ohr hat es sich die ehemalige Journalistin zu ihrer Aufgabe gemacht, Menschen zu helfen, die an ihrem Haus an den Gleisen vorbeikommen. Zehntausende seien es gewesen, seit sie 2013 damit begonnen habe. „Ich denke, wenn die Türken mehr Druck auf Europa ausüben, dann kommt der Druck direkt von Griechenland nach Mazedonien. Die Griechen leiten einfach die Flüchtlinge weiter,“ und verweist dabei auf ihre eigenen, umfangreichen Erfahrungen. Die Lager in Griechenland seien allesamt voll – und man merke im eigenen Land, dass „die Flüchtlinge schon gehen“. Es stehe ihnen frei, durchzukommen.

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Kommentare (1)

Der Makedone am

Lence Zdravkin […] die ehemalige Journalistin: „Ich denke, wenn die Türken mehr Druck auf Europa ausüben, dann kommt der Druck direkt von Griechenland nach Mazedonien. […]“

Sonderbare Journalistin. Ist die Dame nun Slawin (Bulgarin, Serbin) oder Albanerin oder Romnessa oder Türkin oder …? Makedonin ist sie jedenfalls nicht, ein Makedone nennt Skopje nicht „Makedonien“. Ist sie darüber nicht informiert, dass sich das Land nur wegen der Blödheit des Tsipras so nennen darf? Wir hätten den Namen niemals hergegeben, nur weil es einst der Plan von der KOMINTERN und Stalin und Tito war.

Jüngst war ich in einem Restaurant essen und der Kellner hat sich als „Makedone“ vorgestellt“. Meine Ohren wurden lang und hellhörig, und ich stellte mich auch als Makedone vor, aus Amphipolis, Makedonien, Nordgriechenland. Plötzlich gestand er folgende ein: „An sich bin ich KEIN Makedone, ich bin Albaner, aber diese gigantische griechische Geschichte überwältigt uns, wir haben nichts entgegenzusetzen, nicht einmal ansatzweise. Und eine schöne und glänzende Vergangenheit zu haben macht das Leben einfach schöner.“

Er, der Albaner der Republik Skopje, hat mich auf seine Kosten zum Essen eingeladen. Natürlich werde ich mit meinen Nachbarn einen guten Umgang pflegen, jeder Albaner oder Serbe oder Bulgare oder Roma oder Türke oder kleinere Volksgruppen sollten sich ABER nicht verstellen, wir alle wollen für eine gute und friedliche Zukunft zusammenwirken, und das bedingt die Anerkennung des anderen in unverfälschter Form.

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