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ILLUSTRATION - Eine Organtransportbox wird am Dienstag (29.05.2012) in den Räumen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) in Berlin übergeben. Foto: picture-alliance | dpa

Beim Organspenden in Österreich gilt die Widerspruchsregelung
In Frage kommt jeder

Jeder Mensch der in Österreich stirbt und medizinisch gesehen in Frage kommt wird als potenzieller Spender angesehen. Von Organen, Organteilen, aber auch von Gewebe oder Zellen. Das gilt ausnahmslos für alle Einwohner, aber auch für Menschen, die sich nur vorübergehend in Österreich aufhalten und dort sterben. Das können Touristen oder Geschäftsleute. Grundlage ist die sogenannte Widerspruchslösung, die im Transplantationsgesetz verankert ist. Sie gilt seit 1982 und geht auf eine Empfehlung des Europarats zurück.

Das Widerspruchsregister

Wer keine Organe spenden möchte muss aktiv Widerspruch dagegen einlegen und sich in das sogenannte Widerspruchsregister eintragen, eine Begründung ist nicht nötig. In dieses Widerspruchsregister können sich auch Ausländer eintragen und es muss vor jeder möglichen Organentnahme abgefragt werden. Respektiert wird aber auch ein formloses Schreiben, das ein Mensch bei sich hat oder Angehörige, die mündlich bezeugen, dass der oder die Tote keine Organe spenden wollte. Für Kinder bis 14 Jahren entscheiden die Eltern. Knapp 45.000 Menschen stehen zurzeit im Widerspruchsregister. Knapp 8900 sind Ausländer, davon kommen knapp 8200 aus Deutschland. Im Vergleich zu Deutschland gibt es in Österreich deutlich mehr Organspenden. 2018 gab es im Schnitt fast 23 Organspender pro eine Million Einwohner, im Vergleich fast doppelt so viele wie in Deutschland. Jede Lunge, Niere oder Leber wird an Eurotransplant gemeldet von wo aus geeignete Empfänger gesucht werden. Die Widerspruchslösung sei in Österreich akzeptiert, sagt Birgit Priebe von Gesundheit Österreich in Wien. Ein bundeseigenes Institut, das das Gesundheitsministerium unter anderem in Fragen der Organ- und Stammzelltransplantation unterstützt.

Birgit Priebe mit dem Transplant-Bericht 2018. Jährlich werden Daten und Informationen über Organspenden veröffentlicht, der nächste kommt im Mai 2020. Priebe arbeitet beim bundeseigenen Institut „ Gesundheit Österreich“ im Bereich Transplantation. Sie beschäftigt sich mit den Themen Organ- und Stammzelltransplantation und leitet eine Abteilung, die das Gesundheitsministerium oder Krankenhäuser beim Aufbau entsprechender Strukturen unterstützt. Sie betont: Das Organspenden ist die ganz persönliche Entscheidung jedes Einzelnen. Sie muss nicht begründet werden und wird auch nicht bewertet. Foto: BR | Andrea Beer
Birgit Priebe mit dem Transplant-Bericht 2018. Jährlich werden Daten und Informationen über Organspenden veröffentlicht, der nächste kommt im Mai 2020. Priebe arbeitet beim bundeseigenen Institut „ Gesundheit Österreich“ im Bereich Transplantation. Sie beschäftigt sich mit den Themen Organ- und Stammzelltransplantation und leitet eine Abteilung, die das Gesundheitsministerium oder Krankenhäuser beim Aufbau entsprechender Strukturen unterstützt. Sie betont: Das Organspenden ist die ganz persönliche Entscheidung jedes Einzelnen. Sie muss nicht begründet werden und wird auch nicht bewertet. Foto: BR | Andrea Beer

Aber nach Medienberichten oder vor der umstrittenen Entscheidung des deutschen Bundestags würden mehr Menschen bei entsprechenden Stellen nachfragen als sonst. Auch als die inzwischen verstorbene Rennfahrerlegende Niki Lauda eine neue Lunge bekam, wurde über das Thema mehr als sonst gesprochen. Im jährlichen Transplant-Bericht werden wichtige Informationen und Zahlen über Organspenden in Österreich veröffentlicht. Auch in Österreich erfordern Organspenden einen sensiblen Umgang mit Angehörigen von Toten oder Sterbenden und ein großes Vertrauen in Ärzte und Pflegende. Bei Fragen zum Thema spielen Transplantationsbeauftragte, aber auch Selbsthilfegruppen eine wichtige Rolle.

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