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Die aktuelle Präsidentin Kroatiens Kolinda Grabar-Kitarovic hat ihren anfänglich deutlichen Vorsprung vor allen andern Präsidentschaftskandidaten verspielt und muss nun um ihre Wiederwahl bangen. Foto: picture alliance | Xinhua

Kroatien vor der Präsidentschaftswahl
Entscheidung in der ersten Runde fraglich

Ungewöhnlich ist es nicht, dass Kroatiens Wählerinnen und Wähler entweder kurz vor oder unmittelbar nach den Weihnachtsfeiertagen ihr Staatsoberhaupt bestimmen – so auch dieses Mal. Zwei Tage vor Heiligabend entscheiden sie darüber, wen sie mit dem höchsten Amt im Staate beauftragen. Doch es sieht nicht danach aus, dass sich bereits in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl eine Kandidatin bzw. ein Kandidat mit einer absoluten Mehrheit durchsetzen wird. Lange Zeit sah es so aus, als ob Kolinda Grabar-Kitarović mit ihrer Wiederwahl rechnen könnte. Sie liegt indessen in den jüngsten Meinungsumfragen vor dem 22. Dezember nahezu gleichauf mit ihren beiden Hauptkontrahenten, Ex-Regierungschef Zoran Milanović und Popstar und Polit-Einsteiger Miroslav Škoro. Warum hat die Präsidentin im Wahlkampf an Zustimmung verloren und wofür stehen die zwei Mitbewerber um das Präsidentenamt?

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Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarović, die Spitzenkandidatin der regierenden national-konservativen HDZ-Partei, galt zu Beginn des Präsidentschaftswahlkampfs noch als klare Favoritin. Doch davon ist so gut wie nichts mehr übrig geblieben. Sie büßte ihren Vorsprung nahezu vollständig ein, größtenteils aufgrund eigener, mitunter haarsträubend irreführender oder peinlicher Aussagen: Etwa, um ihren Nationalstolz zu demonstrieren, erklärte sie, dass sie ihren beiden Kinder das vom Krieg schwer zerstörte Vukovar gleich nach der Wiedereingliederung der Stadt in den Staat gezeigt habe. Das war 1998. Kopfschütteln bei Anhängern wie Gegnern der Präsidentin, denn deren Nachwuchs kam erst Jahre später auf die Welt, 2001 und 2003. Legendär im Netz ist mittlerweile sie Auftritt in Osijek: Erneut übertrieb Kolinda Grabar-Kitarović ihre eigentliche Kernbotschaft nahezu grotesk:

 

Sie habe mit einigen Ländern vereinbart, dass junge Kroaten nach einer Ausbildung im Ausland nach Hause zurückkehren und mit Arbeit übers Internet 8.000 Euro verdienen werden können.

 

8.000 Euro pro Monat mit dem Internet verdienen? Es dauerte nicht lang, bis der entsprechende Rap ins Netz gestellt wurde. Kolinda Grabar-Kitarović hat zwei Haupt-Kontrahenten: Den weit rechtsorientierten Popsänger Miroslav Škoro und den sozialdemokratischen Ex-Regierungschef Zoran Milanović. Alle drei Kandidaten liegen vor den Wahlen nahezu gleichauf, sodass es sehr wahrscheinlich zu einer Stichwahl am 5. Januar kommen wird. Škoro, seit Jahrzehnten einer der bekanntesten Popstars des Landes, profiliert sich als Seiteneinsteiger. Das kommt bei vielen Wählern gut an – während die derzeitige Präsidentin sowie Ex-Ministerpräsident Milanović nahezu ihr gesamten Berufsleben in der Politik und im Staatsdienst verbracht haben, wissen die Wähler Kroatiens, womit Škoro seinen Lebensunterhalt verdient hat. So finanziert er seinen Wahlkampf zum größten Teil selbst. Politisch positioniert sich Miroslav Škoro noch deutlich rechts von der national-konservativen Präsidentin. „Jetzt oder Nie! Geben wir Kroatien dem Volk zurück“, lautet sein Motto. Seine beiden Kontrahenten seien Teil des „Systems“. Zoran Milanović, von Ende 2011 bis Januar 2016 sozialdemokratischer Regierungschef, tritt unter dem Motto „Normalität“ an: Normalität im öffentlichen Auftreten, Normalität in der Vertretung kroatischer Interessen im Ausland. Er gibt sich siegesgewiss. Er werde die Wahl gewinnen, und es sei einerlei, auf wen er in der Stichwahl als Kontrahent treffen werde. Denn: Es gebe mit Grabar-Kitarović  und Škoro „zwei HDZ-Kandidaten, die eine offen und der andere heimlich.“ Der ganze Wahlkampf sei nicht normal gewesen, sondern von der „Tobsucht einer Partei“ geprägt.

Überraschend kann der Seiteneinsteiger von Rechtsaußen Miroslav Skoro mit der bisherigen Amtsinhaberin Grabar-Kitarovic und dem sozialdemokratischen Berufspolitiker Milanovic im Kampf um das Präsidentenamt laut Umfragen gleichziehen. Die Kroaten kannten ihn bisher nur als Volksmusiker nationaler Gesinnung. Foto: Antonio Bronic | reuters| picturedesk.com
Überraschend kann der Seiteneinsteiger von Rechtsaußen Miroslav Skoro mit der bisherigen Amtsinhaberin Grabar-Kitarovic und dem sozialdemokratischen Berufspolitiker Milanovic im Kampf um das Präsidentenamt laut Umfragen gleichziehen. Die Kroaten kannten ihn bisher nur als Volksmusiker nationaler Gesinnung. Foto: Antonio Bronic | reuters| picturedesk.com
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Kommentare (1)

Drivefast am

In kroatien hat wirklich jeder seine eigene (groteske) warheit

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