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Hochsaison für Fiakerfahrten ist zwar im Sommer und zur Weihnachtszeit – aber auch im Herbst will der eine oder andere Wienbesucher die Stadt nach alter Tradition erkunden.Foto: BR | Vera Gasber

Tradition seit 1693
Fiakerfahren in Wien

Auch in der Novemberkälte warten die Fiakerfahrer wie immer in der Wiener Innenstadt auf Kundschaft. Begleitet vom Glockengeläut des Stephansdoms decken sie ihre Pferde zu, geben ihnen Wasser und ziehen zwischendurch entspannt an ihren Zigaretten. Hochsaison für Fiakerfahrten ist zwar im Sommer und zur Weihnachtszeit – aber auch im Herbst will der eine oder andere Wienbesucher die Stadt nach alter Tradition erkunden.

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Fiaker – also Pferdekutschen – gehören zu Wien wie Gondeln zu Venedig. Rund 50.000 Fahrten werden pro Jahr durchgeführt. Jetzt werden Hufe in die neue Zeit übersetzt und neue Beschläge getestet, dennoch: Tierschützer/innen fordern ein Verbot. Wie gehen Tradition und Moderne in einer Stadt wie Wien zusammen? Ein Lokalaugenschein.

Video: Vera Gasber

Importiertes Erbe aus der Rue de Saint Fiacre

Fiaker gehören zu Wien wie die Sachertorte oder das weltberühmte Schnitzel. Die erste Fiaker-Lizenz wurde 1693 erteilt. Am Ende des 19. Jahrhunderts war der Höhepunkt des Fiakerbooms mit rund 1000 Wagen in Wiens Innenstadt erreicht. Mittlerweile sind es noch 25 Fiakerbetriebe, die mit 152 Gespannen in Wien gemeldet sind –  also je einer Kutsche und mindestens zwei Pferden.

Der Begriff Fiaker stammt aus dem Französischen und wurde im 18. Jahrhundert in Anlehnung an die Pariser Rue de Saint Fiacre eingeführt, wo damals schon Lohnkutschen standen. Der Begriff Fiaker bürgerte sich schnell im deutschen Sprachgebrauch ein. Inzwischen ist er aber nur in Bayern und Österreich gebräuchlich – woanders sagt man Droschke.

Beliebt aber nicht ohne Probleme

Egal ob Sommer oder Winter: Am Wiener Stephansdom stehen immer Wasserkübel für die Tiere bereit. Foto: BR | Vera Gasber
Egal ob Sommer oder Winter: Am Wiener Stephansdom stehen immer Wasserkübel für die Tiere bereit. Foto: BR | Vera Gasber

Die Fahrten mit Fiakern sind vor allem bei Touristen beliebt. Laut einer Schätzung der Fiakervertretung sind es jedes Jahr rund 50.000 Fahrten, die die üblichen Sehenswürdigkeiten in Wiens Innenstadt abfahren. Das bringt aber auch Probleme mit sich:  Auf den befahrenen Straßen bröckelt der Asphalt durch die ständigen Hufeschläge der Pferde. Deshalb und damit die Pferde einen sanfteren Lauf auf Beton und Asphalt bekommen, tüftelt die Firma Fiaker Paul nun seit über eineinhalb Jahre an neuen Beschlägen aus Kunststoff.  Im Frühjahr 2020 könnten die 60 Pferde des Unternehmens bereits die neuen Beschläge tragen.

Tierschützer fordern ein Verbot

Tierschützer/innen kritisieren seit Jahren die Pferdeausfahrten in der Stadt. Sie stören sich an den Arbeitsbedingungen der Pferde, ihrer Betriebszeit und an der Art wie sie untergebracht sind. Die bestehenden Regelungen, die den Pferden unter anderem Hitzefrei ab 35 Grad Außentemperatur garantieren sowie Fahrtenbücher und Nummernschilder zur besseren Kontrolle der Fiaker vorsehen, gehen den Tierschützer/innen nicht weit genug.  Doch nicht nur in Wien sind Fiakerfahrten umstritten. In Barcelona und Montreal wurden sie mittlerweile sogar verboten, in Berlin dürfen sie nicht mehr vor dem Brandenburger Tor stehen und in Rom sollen die „botticelle“ durch elektrische Fahrzeuge ersetzt werden.

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