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Foto: BR | Daniel Dzyak

Koalition in Vorarlberg
Schwarz-Grüne Konfliktthemen

Während in Wien die Koalitionsgespräche zwischen ÖVP und den Grünen erst begonnen haben, steht im Bundesland Vorarlberg bereits die Neuauflage der Schwarz-Grünen Landesregierung. Doch so harmonisch die Regierungsbildung auch wirken mag, die Themen, um die es den Menschen in Vorarlberg geht, bergen viel Konfliktstoff.

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Beitrag: Christian Limpert

Kamera: Daniel Dzyak

Schnitt: Günter Stöger

Das Tal Montafon in Vorarlberg liegt gut 600 Kilometer westlich von Wien und ist damit das Tal mit der größten Entfernung zur österreichischen Bundeshauptstadt. „Manche Wiener wüssten nicht einmal, dass es dieses Tal gibt,“ sagen die Einheimischen. Dennoch: die Themen, die die Menschen im Tal derzeit bewegen, stehen sinnbildlich für das, was viele Menschen in Österreich umtreibt: Umwelt- und Klimaschutz, der möglichst vereinbar ist mit den wirtschaftlichen Interessen der Region, insbesondere dem Tourismus.

Ein Beispiel: der Flächenfraß. Der sei in ihrem Tal dreimal so massiv wie beispielsweise in Bayern, klagt Armin Wachter, Landwirt aus Vandans. Gemeinsam mit einem anderen Landwirt hat er eine Traktordemonstration organisiert. „Noch sind wir zu zweit, aber schon bald werden sich immer mehr Landwirte anschließen,“ sagt Wachter.

Der Protest der Bauern richtet sich gegen die vielen Baustellen, die überall im Montafon zu sehen sind. Immer mehr Fläche wird verbaut für Hotelneubauten, Skilifte und Parkplätze geopfert werde, während den Bauern im engen Tal bereits jetzt der Platz fehle für Tiere und Ställe. „Wir müssen schon jetzt Futtermittel importieren, um unsere Kühe füttern zu können,“ schimpft Wachter. Unterstützt wird sein Protest von Nadine Kasper, sie ist bislang die einzige Gemeinderätin im Montafon, sitzt jetzt erstmals auch in der Landesregierung. „Vor ein paar Jahren war es hier im Tal wirklich noch hart, sich als Grüne zu outen,“ berichtet sie. „Inzwischen findet ein Umdenken statt, der Schutz der Landschaft werde immer wichtiger.“

Ein paar Kilometer Tal einwärts befindet sich das Örtchen Sankt Gallenkirch.

Gut 4000 Menschen leben hier, die 600.000 Übernachtungsgäste pro Jahr versorgen.

Vor allem im Winter brummt das Geschäft. Im Ort ist ein erbitterter Streit entbrannt um einen Speicherteich für das eigene Skigebiet. Die meisten Einheimischen sind für den Bau, sagt Bürgermeister Lechthaler, der für eine Wählergemeinschaft aus eigener Liste, parteifreien Bürgern und SPÖ ins Rathaus eingezogen ist. Der geplante Speicherteich sei wichtig, um ausreichend Schnee auf den Pisten zu haben, erklärt er. Die Pläne dazu wären umweltbewusst und nachhaltig gewesen. „Der Speicherteich sollte im bestehenden Skigebiet gebaut werden“, sagt Lechthaler. „Denn wir haben uns hier im Montafon geeinigt, dass man nicht mehr neue Landschaftsräume erschließt, sondern dass man schaut, dass man die Skigebiete die vorhanden sind nach innen verbessert und die Qualität steigert.“

Dennoch: der Bau wurde gestoppt von Naturschützern und Grünen und liegt derzeit auf Eis. Die Hoffnungen der Menschen in Sankt Gallenkirchen liegen nun auf den Politikern der ÖVP, die das Projekt Speicherteich, im Sinne des Tourismus, wieder anschieben sollen.

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