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Der erste E-FIĆO. Im Oktober 2018 haben Mile Kitanovski und sein Team den ersten serienreifen Umbau eines Zastava 750 zum Elektro-Auto auf die Straße gebracht. Foto: BR | Sasko Golov

Elektrobetrieben rollt das einstige jugoslawische Volksauto Zastava 750 wieder
FIĆO kehrt zurück in die Zukunft 

Rund 930.000 FIĆOs hat die jugoslawische Autofabrik ‚Zastava‘ von 1955 bis 1985 vom Band rollen lassen. Der Zastava 750, im Volksmund liebevoll FIĆO  [fitɕ​ɔ] genannt, war ein Lizenzbau des italienischen FIAT 600, der Familienversion des weltberühmten Cinquecento (FIAT 500). Für Millionen Jugoslawen ging mit dem FIĆO erstmals der Traum von einem eigenen Auto in Erfüllung.

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Videomaterial: Sasko Golov

Videoschnitt: Karin Straka

Der Kfz-Meister Ilcho Stefanovski, der fast 50 Jahre lang Zastavas repariert hatte, erinnert sich: „Mit dem FIĆO fuhr man in die Stadt aus, holte die Braut zur Hochzeit ab und fuhr mit der ganzen Familie in den Urlaub“. Der FIĆO stand im Dienst der jugoslawischen Armee sowie auch der Polizei und war ein beliebter Rennwagen, für den sogar landesweit eine eigene Rennklasse bestand. Mit dem Produktionsende und dem Zusammenbruch des sozialistischen Jugoslawiens verschwand auch der FIĆO allmählich von der Straße.

Der Chefmechaniker Ilcho Stefanovski schraubt fast sein ganze Leben an den Zastavas rum. Foto: BR | Sasko Golov
Der Chefmechaniker Ilcho Stefanovski schraubt fast sein ganze Leben an den Zastavas rum. Foto: BR | Sasko Golov

In Skopje hat nun ein Oldtimer-Liebhaber den kleinen FIĆO wieder zurück ins Leben geholt. Mile Kitanovski, Eigentümer der Firma BB Classic Cars, kauft alte FIĆOs auf, repariert sie und rüstet den Oldtimer mit modernster Technik zum Elektroauto auf.

Gegründet wurde die Firma 2017 als Restaurationsbetrieb für Oldtimer, doch als sie im Oktober 2018 den ersten FIĆO mit Elektromotor gebaut hatten, stand für Kitanovski schnell fest, wohin es in Zukunft gehen soll. Seitdem beschäftigt er sich nur noch mit dem Umbau alter FIĆOs zu zukunftsweisenden Elektroautos, komplett ausgestattet  mit Elektrotechnik der deutschen Firma Kessler Energy. Das deutsche Traditionsunternehmen hat dieses Jahr ein eigenes Werk in Nordmazedonien eröffnet, und so kommt es, dass ab der Elektro-FIĆO ab 2020 komplett ‚Made in North Macedonia‘ sein wird.

Allein der Elektroantrieb kostet 12.000 EUR, dazu kommen mehrere Hundert Stunden  Handarbeit, um den Oldtimer zu restaurieren. Dann erhalte man aber einen Wagen, der in der Antriebs-Qualität den Großen der Autobranche wie Mercedes, BMW oder Audi in nichts nachstehe, versichert Firmenchef Mile Kitanovski.

BB Classic Cars hat seine Elektro-FIĆOs auf der Automobil-Messe im italienischen Padova vorgestellt. Vor allem bei Italienern und Deutschen stieß der Elekto-Oldtimer auf großes Interesse, erklärt Kitanovski. Auch in den ehemaligen Ländern Jugoslawiens ist die Begeisterung groß, aber leisten können es sich nur die Slowenen, den dort wird der Kauf von elektrobetriebenen Kraftfahrzeugen staatlich subventioniert. 20.000 Euro kostet derzeit die Grundversion des Elektro-Ficos. Vor Kurzem hat der Elektro-FIĆO auch eine TÜV Zulassung bekommen und so warten schon zwei Exemplare in Deutschland auf Kunden.

15 Elektro-FIĆOs kann er derzeit mit seinem Team im Jahr produzieren, aber Kitanovski rechnet fest damit, dass die Nachfrage steigen wird.  Der neue FIĆO begeistere vor allem viele, die ihn in ihrer Jugend selbst gefahren sind, aber auch junge Leute, die auf Retro-Autos stehen. Um genügend ‚Rohmasse‘ macht sich Kitanovski keine Sorgen, denn landauf landab rosten immer noch Tausende der rund eine Millionen produzierter FIĆOs, in Hinterhöfen, Ställen und Gärten vor sich hin.

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