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Greenpeace hat heute unangekündigt gegen Öl- und Gasborungen der OMV vor der Küste Neuseelands protestiert. Foto: BR | Christian Limpert

Greenpeace demonstriert gegen geplante OMV-Bohrungen in Neuseeland
Ölpest vor der Ölzentrale

Langsam schiebt sich der Wal von der Ladefläche des Transporters. Fünf Meter lang, zwei Meter breit, zusammengebastelt aus Stoff, Pappe und Holz. Sechs Männer müssen mit anpacken, um den Koloss aufzustellen, möglichst schnell, denn die Aktion ist weder angemeldet noch genehmigt. Vor dem Haupteingang des Mineralölkonzerns OMV in Wien haben sich rund 20 Aktivistinnen und Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace versammelt, trotz kalten 5 Grad und leichtem Regen. Zwei große Wal-Skulpturen sollen verdeutlichen, warum sie hier sind: Protest gegen geplante Öl- und Gasbohrungen vor der Küste Neuseelands, die die OMV planen soll. Für Greenpeace-Meeresexperten Lukas Meus ein Skandal, denn das Gebiet sei besonders schützenswert.

„Die OMV ist tatsächlich derzeit der letzte internationale Konzern, der vor Ort noch Öl- und Gasbohrungen durchführen will, in den Gewässern. Denn die Neuseeländische Regierung hat 2018 verkündet, dass sie keine neuen Lizenzen an Öl- und Gaskonzerne vergeben wird. Bereits vergebene Lizenzen sind davon aber nicht betroffen, wie jene an die OMV.“

Lukas Meus, Greenpeace-Meeresexperte

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Greenpeace-Protest vor OMV-Zentrale in Wien

Videomaterial: Christian Limpert

Videobearbeitung: Christian Limpert | Karin Straka

Andere große Konzerne, wie zum Beispiel Shell, hätten sich aber aus der Region inzwischen zurückgezogen. Aus Neuseeland angereist für den Protest ist Mike Smith. Seine untere Gesichtshälfte ist mit grünen Strichen und Punkten verziert, eine traditionelle Kriegsbemalung der Maori, der Ur-Einwohner Neuseelands. Die vertritt Mike Smith offiziell. Die Menschen an den Küsten wollen nicht, dass die OMV in ihren Gewässern nach Öl- und Gas bohre, sagt Smith. Für ihn ist die geplante Rohstoffförderung ein krimineller Akt.

„Es ist ein Verbrechen gegen diese und die kommenden Generationen. Deshalb strebe ich einen Prozess an, vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, und verklage den Vorstandsvorsitzenden der OMV, der sich dann für den Konzern und dessen Aktivitäten verantworten muss.“

Mike Smith, Vertreter der Ureinwohner*innen Neuseelands

Sowohl der Konzern OMV als auch Vorstandsvorsitzender Rainer Seele zeigen sich während der Protestaktion unbeeindruckt bzw. gar nicht. Gegenüber österreichischen Medien äußert Rainer Seele, er sei überrascht von den Greenpeace-Protesten. Die Vorwürfe des Maori-Sprechers Smith weist er zurück, die OMV agiere in Neuseeland im Rahmen der Gesetze und habe sich nichts vorzuwerfen.

„Bislang ist es nichts anderes als eine öffentliche Ankündigung mit dem Ziel, der Reputation der OMV zu schaden.“

Rainer Seele, Vorstandsvorsitzender OMV zur angekündigten Klage

Die Aktivistinnen und Aktivisten von Greenpeace lassen sich davon nicht beirren. Sie haben inzwischen einen Öl-Unfall inszeniert, der nun die beiden großen Wal-Plastiken bedroht. Aus Sicht des Meeresexperten Lukas Meus wäre eine Ölkatastrophe ein reales Szenario für die Küste Neuseelands, sollte die OMV dort wirklich mit Bohrungen beginnen. Sein Lösungsvorschlag: Auch der Mineralölkonzern müsse endlich auf fossile Energien verzichten und vor allem auf Solarkraft setzen. Viele Zuhörer findet er heute allerdings nicht für seine Forderung. Nur ein paar OMV-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, die aus der U-Bahnstation gegenüber kommen und durch den Regen Richtung Haupteingang huschen, greifen nach einem der Flugblätter. Die beiden großen Wal-Skulpturen vor dem Gebäude haben sie bereits mit ihrem Smartphone festgehalten, im Vorbeigehen.

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