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Gergely Karacsony wird neuer OB von Budapest - Der Anti-Orban Foto: BR | Attila Poth

Gergely Karacsony wird neuer OB von Budapest
Der Anti-Orban

Sein Wahlsieg bei der landesweiten Kommunalwahl machte dem Mythos der Unbesiegbarkeit von Viktor Orban und seiner Fidesz-Partei ein jähes Ende. Gergely Karacsony hat sich überraschend deutlich gegen den amtierenden Oberbürgermeister Istvan Tarlos durchgesetzt.

 

Das Patentrezept der Opposition hieß Zusammenschluss. Gergely Karacsony kommt eigentlich von einer grünen Kleinpartei, angetreten war er aber als Kandidat von drei Oppositionsparteien: Der Sozialisten, der Demokratische Koalition und der Jugendpartei Momentum.  Für den 44-jährigen Karacsony ein Konzept mit Zukunftspotential.

Es ist eine oppositionelle Einheit entstanden. Darauf haben die Wähler schon lange gewartet. Das heutige Ergebnis zeigt, dass wir diesen Weg weitergehen sollen. Weil Änderungen in Budapest und in größeren Städten erste Schritte sind, um Ungarn zu ändern.“

Gergely Karacsony

Tatsächlich hat die Opposition nicht nur in Budapest gesiegt, sondern auch in weiteren Städten, darunter Pecs, Eger, Szomabathely und Miskolc. Doch die Hauptstadt zu verlieren tut der regierenden Fideszpartei besonders weh. Regierungschef Viktor Orban sagte am Wahltag mit Blick auf die die ungewohnte neue Rolle als Opposition:

Gergely Karacsony, der neue Oberbürgermeister Budapests (links). Foto: BR | Attila Poth
Gergely Karacsony, der neue Oberbürgermeister Budapests (links). Foto: BR | Attila Poth

Heute haben die Einwohner der Hauptstadt entschieden, dass jetzt etwas Anderes kommt. Das nehmen wir zur Kenntnis. Und wir können dazu nur sagen: Im Interesse des Landes und der Menschen in Budapest, sind wir zur Zusammenarbeit bereit."

Viktor Orban

Wir holen uns die Freiheit zurück. Das hat der künftige Budapester Oberbürgermeister Karacsony noch am Wahlabend angekündigt. Was er konkret vor hat, gab er bei einer Pressekonferenz in Budapest bekannt:

Punkt eins ist ein Transparenz-Paket das den Empfehlungen der ungarischen Anti-Korrputions - NGOs folgt. Dann ein grünes Paket. Ich finde es wichtig, dass sich Budapest den Großstädten anschliesst, die den Klimanotstand ausgerufen haben. Natürlich ist das symbolisch aber auch eine klare politische Verpflichtung. Als Drittes planen wir soziale Maßnahmen. Als erstes kostenloses Reisen für Kinder unter 14.“

Gergely Karacsony

Zudem plant der neue Chef der Stadt ein Energieprogramm für Budapester Plattenbauten und auch die private amerikanische Central European University will er so gut wie möglich halten. Im Streit mit der Orban Regierung und deren Hochschulgesetz ist diese teilweise nach Wien umgezogen. Und die Ideen des neuen Oberbürgermeisters gehen auch sonst weit über Budapest hinaus.

Ich möchte alle oppositionellen Bürgermeister zusammenrufen, dass wir ein Bündnis freier Städten formieren können. Damit möchten wir zeigen, dass die Städte, die gegen politische Strömungen schwimmen, miteinander solidarisch sind. Und, dass sie Erfahrungen und Solidarität teilen."

Gergely Karacsony

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Kommentare (1)

Michael am

Eine Eintagsfliege. Die Budapester Bürger werden bald merken, daß sie sich einen Virus eingefangen haben, der ihnen nur schaden wird.
Die nächste Wahl wird mit Sicherheit wieder anders aussehen, daß konnte in den letzten Jahren schon bei den Nationalratswahlen gesehen werden.

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