Google Maps-Vorschau - es werden keine Daten von Google geladen.

Albrecht Dürer: Feldhase, 1502. Aquarell und Deckfarben, Pinsel, mit Deckweiß erhöht © Albertina, Wien

Albrecht Dürer in der Albertina
Der Feldhase darf ans Licht

Der Hase sitzt im Nichts und wirft einen Schatten ins Nichts. Es dränge sich der Eindruck auf, dass Dürer ein Spiel mit uns spiele – sagt Christof Metzger, Chefkurator der Albertina – „ein Spiel mit Sehgewohnheiten, weil tatsächlich sitzt er ja auf etwas – auf Papier.“

Der Feldhase von Albrecht Dürer ist so etwas wie das inoffizielle Wappentier der Albertina und wahrscheinlich die berühmteste Naturstudie der Welt. Kurator Christoph Metzger nennt das Aquarell ein „Faszinosum allerersten Ranges“, bei dem sich die Beobachtungsgabe und die analytischen Fähigkeiten Dürers besonders gut erkennen lassen: „Ein Hase, präzisest wiedergegeben, wenn sie aber genau schauen sehr ökonomisch. Da sind gar nicht so viel Haare drauf wie man denkt, das ist aber unglaublich raffiniert gemacht, man meint, man kann da mit den Fingern reinwuscheln“

Für die große Dürerschau in der Albertina durfte Kurator Christoph Metzger aus dem Vollen schöpfen. Denn mit rund 140 Zeichnungen besitzt das Wiener Museum die größte Dürersammlung weltweit. Zusammen mit Leihgaben aus aller Welt – etwa aus Madrid, Lissabon oder Weimar – sind in der Albertina bis zum 6. Januar 2020 rund 200 Werke Dürers zu sehen: Arbeiten auf Papier und Pergament, Druckgrafiken und auch Gemälde.

Bereits 2003 feierte die Albertina mit einer Großen Dürerschau einen Publikumserfolg – rund 430.000 Besucher kamen. Eine große Dürer-Ausstellung organisieren zu dürfen, gehöre „zu den größten Privilegien“ eines Museumsdirektors, sagt Albertinachef Klaus Albrecht Schröder, gleich zwei sei jedoch „der Gipfel des Privilegs“. Wie 2003 werden auch dieses Mal die Hauptwerke des Künstlers zu sehen sein, aber auch einige Gemälde und persönliche Aufzeichnungen und seltene Dokumente des Künstlers. Selbst wenn man die Ausstellung vor 16 Jahren noch sehr präsent habe, werde man dieses Jahr einen neuen Dürer entdecken können – verspricht Klaus Albrecht Schröder. Den Künstler Albrecht Dürer würdigt der Albertinadirktor als einen großen Humanisten, der die Welt mit einer einzigartigen Vorurteilslosigkeit betrachtete:

„Albrecht Dürer ist deswegen so aktuell, Albrecht Dürer erscheint uns deswegen so zeitgenössisch und gegenwärtig, weil er diese Frische, diesen ersten Blick hat und weil er ihn sich erhält.“

Zurück zum berühmten Feldhasen. Es ist eine Seltenheit, dass das Aquarell überhaupt ausgestellt wird. Es ist sehr empfindlich und eigentlich die meiste Zeit im Depot. Nach Angaben der Albertina wurde das Bild seit 1873 insgesamt nur Neun Mal öffentlich gezeigt, zuletzt 2016 für nur sieben Stunden.

Soundcloud-Vorschau - es werden keine Daten direkt von Soundcloud geladen.

Lade Inhalte

Lade Inhalte Lade Inhalte
0:00 | 0:00
Was Sie noch interessieren könnte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.