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Alles Käse
Ungarische Frauenpower gegen Arbeitslosigkeit

Von uns war ja niemand vom Fach und wir haben etwas begonnen, wovon wir keine Ahnung hatten. Wir haben die Tierzucht und das Käse machen gelernt. So ein Kleinbetrieb wie unserer, ist untypisch für Ungarn.

Ildikó Dinyés, Bürgermeisterin von Magyardombegyhaz. Sie überzeugte mit ihrem Käserei-Konzept und bekam insgesamt umgerechnet 485.000 Euro Fördergelder.

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Die Käserei in Magyardombegyhaz

Video: Attila Poth, Andrea Beer

Videobearbeitung: Philip Kuntschner

Das Dorf Magyardombegyhaz liegt im Südosten Ungarns nahe der rumänischen Grenze.  Der Ort ist abgelegen, ein sogenanntes Sackdorf in dem die schmale geteerte Straße zu Ende ist. Durchgangsverkehr gibt es hier nicht und nur rund 130 Menschen leben noch in dem Dorf im Komitat Bekes, dem ärmsten Bezirk Ungarns. Kaum jemand hat hier Arbeit und Abwanderung ist hier ein großes Problem. Viele haben die Region wegen fehlender Perspektiven verlassen. Nicht nur im Dorf, auch in der Umgebung sind Jobs Mangelware, zumal kaum Busse fahren und die Wenigsten Geld für ein Auto haben. 2010 musste das Dorf Konkurs anmelden. Zeitweise gab es keinen Strom und die Gemeinde musste sogar die Löhne schuldig bleiben. Die engagierte Bürgermeisterin Ildiko Dinyes fuhr nach Budapest, um dort Alarm zu schlagen, doch zunächst änderte sich nichts. Schließlich schaffte sie es, staatliche Gelder zu bekommen. Diese mussten in Tierhaltung fließen und das war der Anfang einer kleinen Käserei. Die Gemeinde kaufte Ziegen und hatte nun Ziegenmilch für Käse und Joghurt. Heute sind insgesamt 12 Menschen dort beschäftigt. Sechs Frauen arbeiten in der Käserei und sechs Männer als Fahrer oder in der Ziegenzucht. Die Ziegen sind ein paar hundert Meter entfernt von der Käserei auf einem Hof. Dort gibt es auch Schweine und Hühner. Touristen sind auf dem Hof willkommen und können dort eine Kleinigkeit essen und den Käse probieren, den man auch kaufen kann. Die Frauen in der Käserei haben nicht nur einen festen Arbeitsplatz, sondern verdienen umgerechnet rund 600 Euro im Monat, für die Gegend ein vergleichsweise gutes Gehalt. Der Betrieb läuft, doch er ist noch lange nicht ausgelastet und könnte weit mehr produzieren, so Bürgermeisterin Ildiko Dinyes und sie seien immer auf der Suche nach Aufträgen. Nicht nur die Käserei ist für sie  ein Thema. In Ungarn gibt es verpflichtende Gemeindearbeit für die es ein kleines Gehalt gibt. Diese besteht meistens aus Müll wegräumen oder ähnlichen Tätigkeiten. Auch hier möchte die Bürgermeisterin ansetzen und zu Beschäftigungen anregen, aus denen etwas entstehen könnte. So etwas, wie die kleine Käserei.

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