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Susanna Paller und ihre Schwester Cecilia Havmöller gründeten 2013 gemeinsam Veganista. Mittlerweile haben sie 9 Shops in Wien und Umgebung. Foto: Susanna Paller / Cecilia Havmöller

Ein Besuch bei Veganista
Veganes Eis aus Wien

Als Veganer*in hat man es nicht leicht im Sommer: Überall gibt es Eis. Doch das ist in der Regel mit Kuhmilch gemacht. „Ich hatte einfach keine Lust mehr auf Zitronensorbet“. Deshalb tüftelten zwei Schwestern aus Österreich an veganem Eis. Sechs Jahre später sind sie erfolgreiche Geschäftsfrauen.

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Video: Vera Gasber

Susanna Paller geht durch die Produktionsräume von Veganista. Mitarbeiter*innen schneiden frisches Obst, pressen Saft und messen Zutaten ab. Susanna nimmt sich ein Stück Wassermelone und kontrolliert die Abläufe. Dass sie einmal rund 150 Angestellte haben wird, war zu Beginn ihrer Karriere nicht abzusehen. „Am Anfang habe ich die Buchhaltung im Vorraum zur Toilette gemacht.“

Wie zwei Burgenländerinnen die Eiswelt aufmischen

Die beiden Gründerinnen Cecilia Havmöller (45) und Susanna Paller (33) sind Schwestern aus dem österreichischen Bundesland Burgenland. Beide leben vegan. Cecilia seit 30 Jahren, Susanna seit 20.

Cecilia hatte als 12-Jährige einen Schlüsselmoment: Sie hat in ein Stück Fleisch geschnitten. Als Blut rauskam, wollte sie nie mehr Fleisch essen. Inzwischen  lebt die gesamte Familie vegan, auch wenn der eigene Großvater am Anfang dachte, vegetarisch zu sein, sei eine Krankheit.

Die beiden Schwestern haben nie etwas vermisst als Veganerinnen – außer Eis. Zitronensorbet wurde einfach irgendwann eintönig. Die beide leben nach dem Motto „Geht nicht, gibt’s nicht. Niemals aufgeben, das ist die Lösung!“ Deshalb haben sie selbst an veganem Eis getüftelt, bis es verkaufsfähig war. Die Vermieterin des Ladens dachte zuerst, sie seien in drei Monaten wieder draußen. Vegan im Laden, das zieht nicht. Doch wie Susanna erzählt, kam es anders: „Das erste Jahr war verrückt. Wir haben aufgesperrt und es waren so viele Leute da, die Eis wollten. Wir haben Tag und Nacht produziert. Höhepunkt war, dass ich hinter der Vitrine geschlafen habe und gar nicht mehr heimgegangen bin.“

Die beiden arbeiten gemeinsam an Veganista, doch jede hat ihren eigenen Bereich: Cecilia ist für die Finanzen zuständig, Susanna für das operative Tagesgeschäft in den Shops.

Frauen im Business

Neben dem Erfolg gab es auch Schattenseiten. Die beiden Schwestern wurden bedroht, blutige Messer lagen in der Post, die vorwiegend männliche Konkurrenz wollte die Rezepte und nachts, wenn Susanna hinter der Vitrine geschlafen hat, wollten sich Fremde Zugang verschaffen.

„Für uns war aber immer schon klar: Wir wollen am liebsten die ganze Welt haben“. Inzwischen haben sie neun Läden in Wien und Umgebung. Im Mai 2019 eröffneten sie zusätzlich ihr erstes veganes Restaurant in der Wiener Neustiftgasse.

Auf den Inhalt kommt es an

Veganista steht für ehrliches Eis. Konkret bedeutet das, in jedem Fruchteis ist selbstgepresster Saft dieser Frucht, jede Soße ist selbst angerührt und das jeden Tag frisch. Statt tierischen Produkten sind Soja-, Hafer-, Kokos- und Reismilch im veganen Eis. „Man sieht einfach, dass es kein Verzicht mehr ist, sondern genauso schmecken kann und stylisch ist.“

Auch Diabetiker vertragen das Eis. Einige Sorten sind mit Alternativen zu Zucker gesüßt wie zum Beispiel mit Agavendicksaft oder Birkenzucker. Gestartet sind die beiden Gründerinen mit 15 Sorten. Jetzt sind es bereits rund 350. Und der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt: Von Safran über Ingwer zu Wasabi oder Feige – alles ist dabei. „Wir haben Kunden von 1-90. Und alle lieben unser Eis.“ Susanna mag es am liebsten klassisch: „Erdbeereis direkt aus der Maschine.“ Guten Appetit!

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