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Bauhaus-Architektur im Zentrum von Budapest, das Wohnhaus in der Margit Straße 15-17, entworfen von Bela Hofstätter und Ferenc Domany 1937. Foto: BR | Clemens Verenkotte

Besuch in der Napraforgo Straße
Bauhaus in Budapest

In Ungarns Hauptstadt finden sich einige bewundernswerte Beispiele der Bauhaus-Architektur, die ab Anfang der 30er Jahre entstanden sind und das heutige Stadtbild zieren.

Vor allem ein Projekt ist dabei bemerkenswert: In der Napraforgo Straße entwarfen 18 Architekten ab 1930 eine Bauhaus-Mustersiedlung im zweiten Stadtbezirk von Budapest. Individuell gestaltete Einfamilienhäuser, die jedes für sich ein Bauhaus-Unikat darstellt. Um das architekturgeschichtliche Erbe des einmaligen Straßenzuges kümmert sich Dr. Gabor Megyeri, der seit 40 Jahren in der Napraforgo Straße wohnt. Er leitet einen Verein zur Pflege der Bauhaus-Mustersiedlung. An manchen Tagen laden er und seine Ehefrau, deren Großvater das Haus 1931 gekauft hat, Besucher zu einem Rundgang durch ihre eigenen vier Wände sowie die Siedlung ein.

In der Napraforgo Straße – auf Deutsch Sonnenblumenstraße – im Nordwesten von Budapest, im schönen 2. Bezirk, besitzen Dori und Gabor eines der 22 Bauhaus-Häuser, die Anfang der 30er Jahre von verschiedenen ungarischen Architekten entworfen und von einer Baufirma errichtet worden sind. Doris Großvater war einer der Wenigen damals, die den Zuschlag für dieses einzigartige Bauprojekt erhielt. Die Großeltern seiner Frau seien keine „riesengroßen Freunde von Bauhaus“ gewesen. Als Bankangestellter sei der Großvater in der Lage gewesen, einen Kredit aufzunehmen und das Haus zu kaufen.

"Die Idee war, ein ganz günstiges Haus zu bauen für die Mittelklasse, aber das untere Niveau von Mittelklasse, und dass die Leute eine Möglichkeit bekommen, in dem Grünviertel zu wohnen. Und die Idee war, dann auf 400 qm² Grundstück ein Haus zwischen 120 - 140 qm² zu bauen."

Dr. Gabor Megyeri, Vorsitzender des Vereins ‚Napraforgo Straße‘

Der Erste Weltkrieg war erst wenige Jahre vorbei und der Verlust von zwei Dritteln des früheren Ungarns allerorten zu spüren. In den 20er Jahren habe ein sehr großer Mangel an Häuser und Wohnungen geherrscht, weiß Dr. Gabor Megyeri. Und „einige junge Architekten, wie Farkas Molnar, Josef Fischer oder Peter Kovacs, die an der Bauhausschule studiert hatten, wollten dieses Problem lösen.“ Gabor wohnt seit über 40 Jahren, seit seiner Heirat mit Dori, in der Napraforgo Straße. Er freue sich auf jeden Fall, wenn er nach Hause komme auf den Anblick, auf das helle ockerfarbene Haus mit den nach Süden ausgerichteten Fenstern, den drei Hauseingängen und dem äußerst gepflegten Interieur.

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Jeden Tag, so sagt Dr. Gabor Megyeri, freue er sich an dem Anblick der Bauhaus-Siedlung in „seiner“ Napraforgo Straße. Foto: BR | Clemens Verenkotte
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