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Grillen lassen sich in diesem Naturschutzgebiet ebenfalls beobachten. Foto: BR | Vera Gasber

Vom Todesstreifen zur Lebenslinie
Das Grüne Band Europas

Eine Blindschleiche schlängelt sich einen Weg durchs Unterholz. Bäume liegen morsch quer im Wald. Ein Specht klopft sich ein Nest in einen Baum. An der ehemaligen Todesgrenze ist eine Lebenslinie entstanden.

Wachtürme, Stacheldraht und Absperrungen – bis 1989 verlief an der österreich-ungarischen Grenze der Eiserne Vorhang. Doch gleichzeitig war die Grenze auch Lebensraum für Natur und Tiere. Hunderte Meter auf beiden Seiten der Grenze haben sich Tier- und Pflanzenarten ungestört ausgebreitet. So entstand ein „grünes Band“ quer durch Europa. Auch nach den Grenzöffnungen wurden die Naturschutzgebiete geschützt. Nun ist das Grüne Band ein Zeichen für Naturschutz und Frieden.

 

Alois Lang kennt die Grenze gut. Er ist in der Zeit des Eisernen Vorhangs an der Grenze Österreich-Ungarn im Bundesland Burgenland aufgewachsen und arbeitet seit der Gründung für den Nationalpark Neusiedler See. Das Netzwerk des Grünen Bandes hat er mit aufgebaut:

„Was sich hier getan hat die letzten Jahrzehnte ist unbeschreiblich. Da war einfach eine Wand – die war im Kopf, aber die war auch physisch da. Die Türme waren ja besetzt und da oben geht jemand spazieren mit einer MP. Das hat man ja überall gesehen.“

Alois Lang, Nationalpark Neusiedler See

Österreich, Ungarn und die Slowakei arbeiten in der Grenzregion zusammen. So entstehen Wanderkorridore und Rückzugsorte für Tiere. Deshalb konnten sich auch seltenere Tierarten wie die Großtrappe ansiedeln. Diese Vogelart brütet auf der österreichischen, aber überwintert auf der slowakischen Seite der Grenze. Jetzt kommen Besucherinnen und Besucher aus aller Welt, um hier die Vögel in freier Wildbahn zu beobachten. Auch Wölfe konnten bereits über die slowakischen Karpaten bis in die österreichische Steiermark ziehen.

 

Die sogenannte Illmitzer Erklärung soll die Zusammenarbeit auch zukünftig zwischen den Ländern sichern. Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, bezeichnet diese Erklärung als historisch.

 

Für Alois Lang jedenfalls sind Grenzen nicht von Dauer:

„Grenzen gibt es nicht lange. Es ist was Menschgemachtes und alles, was der Mensch macht, hat irgendwann mal ein Ende. Das merkt man ja auch am Eisernen Vorhang.“

Alois Lang, Nationalpark Neusiedler See

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Das Grüne Band Europas

Wachtürme, Stacheldraht und Absperrungen – bis 1989 verlief an der österreich-ungarischen Grenze der Eiserne Vorhang. Doch gleichzeitig war die Grenze auch Lebensraum für Natur und Tiere: Das Grüne Band Europas feiert 30-jähriges Bestehen.

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