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Vor der Gewalteskalation bei der Großdemo am 10. August 2018. Foto: BR | Daniel Dzyak

Rumänen protestieren am Jahrestag der Gewalt
Ein Jahr später ist die Wut noch da

Bukarest am 10. August 2018. Die Großdemonstration im Herzen der rumänischen Hauptstadt beginnt friedlich. Es demonstrieren junge und alte Menschen, einige haben ihre Kinder dabei. Die Menschen protestieren gegen die sozialliberale Regierung. Stein des Anstoßes sind bereits umgesetzte oder neue Gesetzesvorhaben der rumänischen Regierung, die nach Ansicht der Demonstranten Ermittlungen gegen hochrangige Politiker erschweren und die Unabhängigkeit der Justiz aushöhlen. Die Gendarmerie ist omnipräsent und hat eine Sperrzone um den nahegelegenen Regierungspalast errichtet. Scheinbar aus dem Nichts eskaliert die Situation, als eine kleine gewaltbereite Gruppe die Gendarmerie angreift. Was dann folgt, wird als Zäsur der Gewalt in die jüngere rumänische Geschichte eingehen. Die Gendarmerie greift massiv durch, setzt Schlagstöcke, Tränengasgranaten und Wasserwerfer ein. Irgendwann unterscheiden die Gendarmen nicht mehr, greifen scheinbar wahllos auch friedliche Demonstranten an. Insgesamt befinden sich Schätzungen zufolge mehr als 100.000 Menschen auf dem Siegesplatz und in der näheren Umgebung. 450 Menschen werden verletzt, später werden 800 Menschen Strafanzeige gegen die Gendarmerie erstatten. Und auch 160 Gendarmen haben inzwischen Anzeigen wegen erlittener Gewalt erstattet. Die Staatsanwaltschaft prüft das Vorgehen der Gendarmerie, die Aufarbeitung der Gewaltnacht verläuft jedoch schleppend. Unter anderem weil viele wichtige Informationen des Innenministeriums und der Gendarmerie als Amtsgeheimnisse deklariert wurden.

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Kamera: Daniel Dzyak

Schnitt: Günter Stöger

Am 10. August 2019 – genau ein Jahr nach den schweren Ausschreitungen – ist erneut eine Demonstration geplant. Die Veranstalter hoffen auf mehr als 250.000 Teilnehmer, denn auch viele Auslandsrumänen wollen wieder anreisen. Damit soll unter anderem an die Gewalt vor einem Jahr erinnert, aber auch gegen die weiter umstrittene Regierungspolitik protestiert werden. Auch wenn Beobachter nicht davon ausgehen, dass sich der Gewaltausbruch des vergangenen Jahres wiederholt ist die rumänische Regierung nervös. Rumäniens Innenminister Mihai Fifor von den regierenden Sozialdemokraten appellierte im Vorfeld, man müsse auf jeden Fall Gewalt wie im Vorjahr vermeiden.

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