Google Maps-Vorschau - es werden keine Daten von Google geladen.

Menschen stellen Kerzen vor dem Innenministerium in Bukarest auf. Sie gedenken der 15-jährigen Alexandra, die vergewaltigt und ermordet wurde und sie prangern das Versagen der rumänischen Polizei an. Foto: APA

Rücktritte und Proteste nach Totalversagen der rumänischen Polizei
Tödliche Inkompetenz

Die Unfähigkeit von Polizei und Staatsanwalt im Mordfall der 15-jährigen Alexandra Macesanusorgt in Rumänien für Wut und Empörung. Die Schülerin aus einem Dorf nahe der südrumänischen Stadt Caracal war per Anhalter unterwegs und von einem 66-jährigen Mann auf sein heruntergekommenes Anwesen entführt und dort vergewaltigt worden. Wie durch ein Wunder kam das Mädchen an das Handy des Mannes und rief dreimal die Notrufnummer 112. Vergeblich.

Soundcloud-Vorschau - es werden keine Daten direkt von Soundcloud geladen.

Lade Inhalte

Lade Inhalte Lade Inhalte
0:00 | 0:00

Die verzweifelten Handyanrufe konnten aufgrund veralteter Technik erst nach Stunden geortet werden. Zudem sei die Polizei nicht in der Lage gewesen, die App zu bedienen, die zu der vielleicht lebensrettenden Ortung nötig gewesen sei. Dann stand die Polizei noch drei Stunden vor dem Anwesen und wartete auf einen Durchsuchungsbefehl, der gesetzlich gar nicht benötigt wurde. 19 Stunden nach den Notrufen war Alexandra bereits ermordet worden. Unter anderem Innenminister Nicolae Moga , der rumänische Polizeichef wurden inzwischen wegen des Behördenversagens entlassen. Gegen neun im Fall Alexandra eingesetzte Polizeibeamte läuft ein Disziplinarverfahren und gegen drei Strafanzeige erstattet.

Die rumänische Regierung soll darüber nachdenken, ob sie die moralische Verantwortung für diese Tragödie zu tragen hat. Sie tritt Justizgesetze, Strafgesetzgebung und Institutionen, die für die Sicherheit der Bürger sorgen mit Füßen.

Klaus Iohannis, Präsident von Rumänien

„Blockieren Sie die Leitung nicht“

Zur Stümperhaftigkeit und Inkompetenz kam offensichtlich mangelndes Interesse an Hilfe für das Mädchen und Aufklärung des Falles. Das zeigen die Mitschnitte der drei Telefonate, die der Verteidigungsausschuss des rumänischen Parlaments inzwischen angehört hat. Der diensthabende Polizeibeamte sagte dem Mädchen demnach beim ersten Notruf, es solle die Leitung nicht länger blockieren. Laut Innenministerium habe er widerwillig reagiert und nicht versucht den Ort herauszufinden an dem das Mädchen gefangen war. Die gepeinigte Alexandra weinte und sagte, sie sei entführt, verprügelt und vergewaltigt worden. Laut Mitschnitt sagte der Polizist sie solle bleiben wo sie sei: „Ich schicke eine Streife vorbei“ Auch die Eltern von Alexandra waren skandalös unprofessionell und roh behandelt und immer wieder vertröstet worden.

Debatte um politische Verantwortung

Die Debatte über tödliche Folgen skandalös schlechter Polizeiarbeit fällt in eine politisch brisante Zeit. Im November 2019 stehen Präsidentschaftswahlen an. Auch der amtierende konservative Präsident Klaus Iohannis will wieder antreten. Er, Vertreter der rumänischen Opposition und der kritischen Zivilgesellschaft machen die umstrittenen Justizgesetze für Polizei,- und Behördenversagen mitverantwortlich.

Ich analysiere die Möglichkeit ein Referendum zu organisieren, um die Rumänen zu einer drastischen Strafverschärfung für Mord, Vergewaltigung und Pädophilie zu befragen.

Regierungschefin Viorica Dancila

Seit Ende 2016 verfolgt die sozialdemokratisch geführte Regierung ein Schwächen der unabhängigen Justiz. Diese angebliche Reform hatKorruptionsbekämpfung und Strafverfolgung schwieriger und Kriminalität einfacher gemacht. Dadurch sei unter anderem Feigheit bei Entscheidungen in Behörden gestiegen, aus Angst, etwas falsch zu machen. Doch schlampig arbeitende und korrupte Behörden sind in Rumänien seit Jahren ein Thema. In diesem Zusammenhang erinnern in diesen Tagen viele an ein weiteres Versagen der Behörden und den verheerenden Brand im Bukarester Nachtclub Colecitv. Das Nichteinhalten von Brandschutz Bestimmungen kostete 64 Menschen das Leben.

Zwei Mädchenmorde

Der mutmassliche Mörder von Alexandra wird mit einem weiteren bisher nicht aufgeklärten Mädchenmord in Verbindung gebracht. Er hatte nach seiner Verhaftung den Mord an der 18-jährigen Schülerin Luiza im April 2019 gestanden, die er zuvor entführt haben soll.Deren Mutter machte ebenfalls schlechte Erfahrung während der Ermittlungen. Monatelang habe sie Vermisstenanzeigen erstattet, dann hätte die Polizei sie nicht einmal über das Teilgeständnis des nun verhafteten Mannes informiert. Ob es sich bei den Taten um einen Einzeltäter handelt ist im Moment nicht abschließend geklärt. Die Sonderstaatsanwaltschaft die für organisierte Kriminalität und Terrorismus zuständig ist hat die Ermittlungen übernommen. Auf einer Pressekonferenz in Bukarest schloss der Chefstaatsanwalt mögliche Verbindungen mit Menschenhandel Organisationen bisher nicht aus.

Was Sie noch interessieren könnte

Kommentare (1)

Alfred Fellner, Journalist am

Was in Caracal passier ist, ist einfach nur tragisch, vor allem ist das nur ein einziger Fall der an die Öffentlichkeit geraten ist, wer weiß wie viele ähnlicher Katastrophen unbekannt sind.
Dancila ist einfach nur unverschämt und feige. Ihre Regierung war ja die, die in den letzten Jahren knapp 20.000 Sträflinge in die Freiheit brachte. Diese fast 20.000 Kriminellen, Vergewaltiger, Pädophile, Räuber, Diebe und was es alles noch an Straftaten gibt, wurden von einem Tag auf den anderen in die Gesellschaft frei gelassen. Ein erschränkender Teil dieser ist schon Rückfällig geworden. Und jetzt plant Dancila ein Referendum „um die Rumänen zu einer drastischen Strafverschärfung für Mord, Vergewaltigung und Pädophilie zu befragen“??? Wie dumm ist die? Was erhofft sie sich? Denkt sie es gibt normale Bürger Rumäniens die gegen scharfe Strafen für solche Verbrecher ist? Ein solcher Referendum kostet Millionen an Euros. Der letze dieser Art, „Referendum für die Traditionale Familie“ hat über 35 Millionen Euro gekostet. Und was hat es gebracht???
Ich befürchte ja dass man diese Katastrophe rund um Alexandras Tod ausnutzt um die Öffentlichkeit von anderen Geschehnissen weg zu lenken die hinter verborgenen Türen stattfinden. Deswegen dauert das ganze Verfahren schon viel zu lange und hat tatsächlich auch nichts wirklich Eindeutiges ans Licht gebracht.
Fazit. Straftäter gehören bestraft und eingesperrt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.