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Die E75 bei Belgrad - Teil des Korridors 10 Richtung Sünden (Bulgarien, Nord-Mazedonien und Griechenland) - ist ein beliebter Spot für die

ADAC warnt vor „falschen“ Pannenhelfern in Südosteuropa
Betrüger als „gelbe Engel“ unterwegs

Eine Autopanne ist an sich schon ärgerlich genug. Wenn sich dann auch noch der freundliche Pannenhelfer als Betrüger entpuppt, ist die Urlaubslaune dahin. Doch gerade in der Urlaubssaison machen die betrügerischen Pannenhelfer Jagd auf arglose Autofahrer. Die Masche ist schon länger bekannt und auch dieses Jahr warnt der ADAC vor falschen Pannenhelfern – unter anderem aus Südosteuropa würden aktuell Betrugsfälle gemeldet.

Diese sogenannten Pannenhelfer beschriften und bekleben manchmal ganz einfache PKW oder ihre Abschleppwagen mit dem ADAC-Logo, geben sich auf Nachfrage als gelbe Engel oder ADAC-Partner aus und versuchen so, das Vertrauen der Menschen auszunutzen. Sie patrouillieren teilweise auf Autobahnabschnitten, um dann wenn eine Panne passiert, wie gerufen zu kommen und möglichst schnell abzuschleppen und am Ende abzukassieren.

Jochen Oesterle, Sprecher des ADAC in München.

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Besonders gewiefte Betrüger sollen sogar Handy-Störsender verwenden, damit die liegengebliebenen Autofahrer die ADAC-Hotline nicht erreichen können, sagt ADAC-Sprecher Jochen Oesterle.

Normalerweise arbeitet der ADAC im Ausland mit Vertragspartnern zusammen. In Serbien zum Beispiel ist das der Automobil und Motorradverband AMSS. Etwa 3.000-3.500 ADAC-Mitglieder wenden sich jedes Jahr hilfesuchend an den AMSS, sagt Generaldirektor Milan Nikolic. Dann rücken entweder eigene Mitarbeiter aus, oder es wird ein offizieller Partnerdienst mit der Pannenhilfe beauftragt. Grundsätzlich sei nichts gegen andere Pannenhelfer einzuwenden, die ihre Dienste anbieten, sagt Milan Nikolic – außer sie tun so, als würden sie für den ADAC oder den AMSS arbeiten.

Milan Nikolic, Generalsekretär des Serbischen Automobil und Motorradverbandes (AMSS), des einzigen offiziellen ADAC-Partners in Serbien. Foto: BR | Dejan Stefanovic
Milan Nikolic, Generalsekretär des Serbischen Automobil und Motorradverbandes (AMSS), des einzigen offiziellen ADAC-Partners in Serbien. Foto: BR | Dejan Stefanovic

Wir haben gerade fünf Prozesse laufen, wegen des Missbrauchs unseres Logos oder des Logos vom ADAC. Unsere Rechtsabteilungen sind sehr aktiv und wir warten auf die Entscheidungen der Gerichte. Das ist alles, was ich dazu sagen, kann, weil die Gerichtsprozesse noch laufen.

Generaldirektor Milan Nikolic des Automobil und Motorradverbands Serbien (AMSS)

Wie aber können Autofahrer unterscheiden, ob sie es mit einem echten Pannenhelfer oder einem Betrüger zu tun haben? Ivan Jakovac arbeitet im Autohaus Stojanov in Novi Sad, das oft im Auftrag des AMSS ADAC-Mitglieder betreut. Er sagt, dass  seine Kollegen stets ein offizielles Schreiben des AMSS mitführen, das sie als Vertragspartner ausweist –  und dieses auch gerne vorzeigen. Außerdem bekommen sie von der Zentrale Informationen, die ein falscher gelber Engel nicht haben könne.

Ich rate allen, die eine Panne haben, beim Pannenhelfer unbedingt die Mitgliedsnummer abzufragen. Denn wir bekommen einige Daten -  den Namen des Mitglieds, die Fahrzeugart, die Nummernschilder und eben auch die Mitgliedsnummer. Das ist ein wichtiger Beweis, dass wir diejenigen sind, die helfen sollten.

Ivan Jakovac vom Autohaus Stojanov in Novi Sad, das oft Auftrag des AMSS ADAC-Mitglieder betreut.

Ein weiterer Tipp: Wer im Ausland auf einen Abschleppwagen oder eine Werkstatt mit ADAC-Logo trifft, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Betrügern zu tun. Denn der ADAC hat bis auf eine Ausnahme in Italien keine eigene Fahrzeugflotte im Ausland und auch die Vertragspartner dürfen auf ihren Autos und in ihren Werkstätten keine ADAC-Logos verwenden. Achtung auch bei Pannenhelfern, die Vorkasse verlangen. Das tun echte „gelbe Engel“ laut ADAC-Sprecher Jochen Oesterle nicht.

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