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Die Schwarzmeerküste Bulgariens ist an vielen Stellen immer noch wild und naturbelassen wie die Steilufer von ‚Jailata‘. Foto: BR | Ekaterina Popova

Lieblingsplatz in Bulgarien
Das Naturschutzgebiet „Jailata“

Mystisch, bizarr, wild, verlassen. So wirkt die Gegend „Jailata“ an der nordöstlichen Schwarzmeerküste Bulgariens 364 Tage im Jahr. Nur an einem einzigen Tag wacht der Ort auf. Seit der politischen Wende 1989 versammeln sich hier Hippies und Esoteriker aus ganz Bulgarien, um am 1. Juli den Sonnenaufgang zu begrüßen. Bis zu 2.000 junge Menschen kommen zum „July Morning“ zusammen. Schon am Vorabend sitzt man mit der Gitarre ums Feuer, hausgemachter Schnaps macht die Runde. Wenn überhaupt, schläft man dann im Schlafsack unter Sternen oder in einer der vielen Höhlen, bis die ersten Sonnenstrahlen den Horizont erhellen.

Das zwei Kilometer südlich vom kleinen Dorf Kamen brjag (Steinufer) gelegene Schutzgebiet „Jailata“ (hohe Weide) ist ein archäologisches Reservat. Diese eigenartige Meeresterrasse erstreckt sich auf einer Fläche von über 45 Hektar. Bis zu 60 Meter hohe Felsen trennen sie vom Schwarzen Meer.

 

Die Gegend fasziniert mit einer einzigartigen und selten anzutreffenden Schönheit der Natur sowie zahlreichen Überresten aus mehreren alten Zivilisationen – vom 6. Jahrtausend vor Christus bis Mitte des 11. Jahrhunderts. Hier bewundert man prähistorische Höhlenbehausungen, 4.000 Jahre alte thrakische Grabstätten, antike Weinkellereien, Heiligtümer, Opfersteine, Überreste einer Festungsmauer, halbverwitterte mittelalterliche Inschriften, Steinikonen und in die Höhlenwände gemeißelte Kreuze.

Neben den Mauern einer byzantinischen Festung aus dem 5. Jahrhundert, beeindruckt vor allem die Höhlenstadt aus 101 Felsenhöhlen, die in der Antike bewohnt waren. Manche von ihnen sind heutzutage nur vom Wasser zugänglich. In die Felsen einer der Höhlen haben die Mönche, die hier im Mittelalter lebten, sogar eine kleine Kirche geschlagen.

 

Auch eine Reihe von Megalithen-Denkmälern wurden hier entdeckt, so wie ein großer Grabhügel mit Skythen-Gräbern.

Das eigentlich Beeindruckende ist aber immer wieder die Landschaft: die Weite und die Leere. Darüber erstreckt sich ein Himmel, der klarer und blauer erscheint als anderswo.

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Videomaterial: Ekaterina Popova

Videobearbeitung: Karin Straka

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