Willkommen in der Hauptstadt der römischen Provinz Pannonia Inferior: Aquincum! Foto: BR | Attila Poth

Lieblingsplatz: das ungarische Pompei – eine Zeitreise mitten in Budapest
Willkommen in der Hauptstadt der römischen Provinz Pannonia Inferior: Aquincum!

1700 Jahre zurückreisen mit einer S-Bahn klingt nicht schlecht, oder? Wo geht das? In Budapest. Die Zeitreise fängt schon am linken Ufer der Donau an: am Batthyány Platz fährt die S-Bahn (HÈV auf Ungarisch) Nummer 5, mit alten, noch in der DDR hergestellten LEW MX und MXA Elektrolokomotiven. Nach etwa 15 Minuten erreicht man im dritten Bezirk der ungarischen Hauptstadt die Haltestelle „Aquincum“. Überrascht? Der Name klingt ja überhaupt nicht ungarisch. An dieser Stelle findet man die Reste einer antiken römischen Stadt namens Aquincum, im 1. Jahrhundert n.Chr. gegründet. Die Provinz hieß damals Pannonia. Zuerst kamen Legionäre, um die Grenze zu sichern. Später wurde eine bürgerliche Siedlung ergänzt.

Im Jahre 106 teilte der römischer Kaiser Trajan die Provinz in Pannonia Superior (Ober – Pannonia) und Pannonia Inferior (Nieder – Pannonia) auf. Aquincum wurde Hauptstadt von Nieder – Pannonia. Zu diesem Zeitpunkt war Hadrian, später ein römische Kaiser, der Präfekt der Provinz. Er liess einen grandiosen Palais auf einer Donauinsel errichten – am Hajógyári sziget, wo seit mehr als 25 Jahren das  „Sziget Festival“ im Sommer stattfindet.

Glanzperiode der Stadt war das 3. Jahrhundert. Laut Schätzungen wohnten damals 50 – 60 tausend Menschen in Aquincum. Fast alle römischer Kaiser besuchten die Stadt, meistens, um von dort gegen die Barbaren, die auf der anderen Donauseite lebten, zu kämpfen.

Etwa ein Drittel des ehemaligen Stadtgebiets ist ausgegraben. Die Ausgrabung und das Museum liegen heutzutage neben einer sechsspurigen Straße. Trotzdem ist es ein sehr schöner und ruhiger Ort.  Auf  der Webseite des Museums nennt man Aquincum das ungarische Pompei. Hier gab es aber keinen Vulkanausbruch oder eine andere Katastrophe, nur Entvölkerung hat Stadt untergehen lassen.

Ein Drittel des ehemaligen Stadtgebiets ist ausgegraben

Hydraulis – eine römische Wasserorgel

Was kann man in der ehemaligen Hauptstadt von Pannonia Inferior sehen? Ruinen der ehemaligen Häuser, Bäder, Villas und des Sanktuariums. Grabsteine der damaligen Einwohner und Kunstwerke wie Mosaikböden, Küchengeschirr aus Keramik und Glas,  natürlich auch Münzen und Schmuck aus Gold oder Silber.

Berühmteste Ausgrabung der Siedlung ist eine Hydraulis – eine Wasserorgel, die im Römischen Reich sehr populär und verbreitet war. Überreste der Orgel wurden 1931 gefunden. Archäologen haben das Instrument rekonstruiert.

 

Hydraulis - Teile dieser Orgel wurden 1931 gefunden die Rekonstruktion erfolgte später. Foto: BR | Attila Poth
Hydraulis - Teile dieser Orgel wurden 1931 gefunden die Rekonstruktion erfolgte später. Foto: BR | Attila Poth

Im Open-Air Museum ist ein Mithras Sanktuarium und ein Teil eines Hauses nachgebaut – das sogenannte „Maler Haus“. ein Besucher, kann so römisches Leben nachempfinden. Das Museum feiert im diesem Jahr seinen 125. Geburtstag.

So lebten die Römer

Und noch ein Geheimtipp für die Besucher – nicht weit weg von dem Museum befindet sich „Római part“ (römisches Ufer) – ein Lieblingsplatz der Budapester. Am Donauufer kann man spazieren gehen, Fahrrad fahren, mit dem Hund Gassi gehen, oder einen Imbiss zu sich nehmen.

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