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Der ehemalige FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und Gattin Philippa Strache. Foto: picture alliance | APA | picturedesk.com

Was tun mit Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache?
Das Dilemma der FPÖ

Die ehemalige Regierungspartei befindet sich in einem erheblichen Dilemma: Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft bestätigte am späteren Donnerstagnachmittag, dass sie gegen Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, Ex-Fraktionschef Johann Gudenus sowie weitere Personen ermittelt; wegen Untreue „in unterschiedlichen Beteiligungsformen“. Nahezu zeitgleich mit der Bekanntgabe der Strafermittlungen gegen den ehemaligen Parteichef führte der designierte FPÖ-Vorsitzende Norbert Hofer ein langangekündigtes, vertrauliches Gespräch mit Strache. Wichtigstes Thema: Ob Strache sein EU-Mandat antreten will, das er mit seinen knapp 45.000 direkten Wählerstimmen bei den Europa-Wählen wahrnehmen kann. Herausgekommen ist ein Kompromiss.

 

 

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Das Problem!

Der Druck auf die neue FPÖ-Führungsmannschaft ist groß: Einerseits wollen Österreichs Rechtspopulisten nicht mit dem Ballast des Ibiza-Videos in die langen Wahlkampfwochen bis Ende September gehen. Die FPÖ liefe Gefahr, vom politischen Gegner ständig vorgehalten zu bekommen, das Video zwar nach aussenhin zu verurteilen, es jedoch gleichzeitig zu verharmlosen, da Strache ja noch zur Belohnung ins EU-Parlament ziehen würde. Andererseits verfügt Strache, der seit 2005 Parteichef war, intern über eine große Anhängerschaft.

Die Lösung?

Der Ausweg aus dem wahltaktischen Dilemma: Statt Strache erhält dessen 32jährigen Ehefrau Philippa einen sicheren Listenplatz für die kommenden Nationalratswahlen Ende September. Im Gegenzug werde Strache, der sich am Montag erklären will, sein EU-Mandat nicht annehmen. Und sollte es nicht zu einer Anklage gegen ihn wegen des Ibiza-Videos kommen, dann – so heisst es – könne Strache Spitzenkandidat  für die Wien-Wahlen 2020 werden. Einen praktischen Nebeneffekt hätte die Lösung ebenfalls: Da Strache seit seinem Rücktritt vor fast genau vier Wochen keine politischen Ämter habe und nicht mehr über geregelte Einkünfte verfüge, könnte dessen Ehefrau für den finanziellen Familienunterhalt sorgen.

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