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Ungarn-Grenzzaun Foto: BR | Till Rüger

Vom „Eisernen Vorhang“ zu Orbans Sperrzaun
30 Jahre Grenzöffnung in Ungarn

Als Ungarn im Frühsommer 1989 offiziell den Abbau des „Eisernen Vorhangs“ zu Österreich bekannt gab, wurde damit das Ende des Kalten Krieges eingeläutet. Die Zeit von Wachtürmen, Stacheldraht und Scheinwerfern gehöre der Vergangenheit an, so dachte man damals.

Das Politbüro der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei hatte am 28. Februar 1989 beschlossen, der Regierung den Abbau der elektronischen Grenzsperre zu empfehlen. Die 350 Kilometer lange Grenzanlage zu Österreich, 1966 errichtet, war löchrig geworden. Mittel für die Erneuerung der Sperre fehlten. Die ungarischen Kommunisten beschlossen die Demontage in einer Zeit, in der der amtierende DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honecker propagierte, die Berliner Mauer werde „noch 100 Jahre“ stehen.

ARD-Korrespondent Till Rüger spricht in seinem Video-Blog zum 30. Jahrestag des Falls des „Eisernen Vorhangs“ mit dem 1989 amtierenden ungarischen Ministerpräsidenten Miklós Németh, dem damals im Dienst befindlichen ungarischen Grenzoffizier Árpád Bella sowie dem aktuellen Bürgermeister des Grenzortes Kübekháza, Róbert Molnár.

Er blickt mit ihnen kritisch auf den Zaun an der ungarischen Südgrenze zu Serbien: Den Sperrzaun gegen Migranten, den Viktor Orban errichten ließ.

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Videoblog: ARD Korrespondent Till Rüger

Kamera : Daniel Dzyak

Schnitt: Christine Dériaz

Autor: Till Rüger

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Kommentare (3)

Iréne S. am

Lieber Herr Till Rüger

899: Diese Zahl sagt den meisten Europäern wenig. Sagt es Ihnen was Herr Rüger??
899 Kilometer lang ist die Grenzmauer, die die Türkei von Syrien trennt.
“Mauer der Schande” nennen Kritiker das betonierte Ungetüm.
Finanziert haben die EU und Deutschland. Die Mauer, die bald auch Afrîn von Syrien abtrennen wird. Bereits drei Milliarden Euro aus Europa flossen seit des unrühmlichen sogenannten “Flüchtlingsdeals” von März 2016

In den letzten Jahren wurden für besagte Grenzanlagen Sicherheits- und Überwachungstechnologie im Wert von mehr als 80 Millionen Euro geliefert. Unter anderem erhielt das türkische Unternehmen Otokar im Rahmen des regionalen Entwicklungsprogramms IPA von Brüssel 35,6 Millionen Euro für den Bau der Panzerfahrzeuge vom Typ Cobra II, die jetzt bei Patrouillen an der Grenze zu Syrien eingesetzt werden. Der Waffenhersteller Aselsan, der mehrheitlich dem türkischen Staat gehört, wurde zudem von der EU damit beauftragt, Ankara mit regulären und gepanzerten Überwachungsfahrzeugen im Wert von 30 Millionen Euro zu versorgen, heißt es weiter in dem Bericht. “Spiegel Online”

«Journalismus beginnt dann, wenn andere wollen, dass du schweigst», sagt Gabor Steingart. Und fügt an: Das Problem seien harmlose Journalisten sowie Halbwahrheiten. Deshalb müsse es nun einen «Neustart» für unabhängigen Journalismus geben.
Gabor Steingart will den Journalismus mal wieder neu erfinden – auf einem Schiff in Berlin und mit Geld des Springer-Verlags. (Tages Anzeiger 12.05-2019)
„Nicht von den Freunden, sondern von den Feinden lernen Städte die Lektion hoher Mauern.“ – Aristophanes (um 445 bis 385 v.Chr.)

Liebe Grüsse Iréne

Ramon am

Hallo Till!

Diese komischen Ungarn wagen es sich abzuschotten…
Was für eine Frechheit!

Als ich gestern Abend im Stadtteil einer großen deutschen Stadt spazierte, fiel mir auf, dass man die nicht-arabischen Mitbürger ungefähr an einer Hand hat abzählen können. Aber vielleicht habe ich das auch nur falsch wahrgenommen.

Ich drücke uns auf jeden Fall die Daumen!
Wir sind grenzenlos …

Zoltan Tamassy am

Ja, klar, es kann bei der ARD nicht einfach allein die Rede davon sein, dass die Ungarn vor 30 Jahren die ersten Löcher in den Eisernen Vorhang rissen. Es MUSS mit aktueller (Migrations-)Politik und dem Hinweis auf den Zaun vermengt werden. Die Katze lässt eben das Mausen nicht. Schade, erneut eine verpasste Chance, zu mehr Glaubwürdigkeit zu erlangen.

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