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Der älteste Eichenbaum auf der Insel Krk ist über 20 Meter hoch, hat einen Stammumfang von 5,5 Metern und soll über 500 Jahre alt sein. Foto: BR | Gordan Godec

Lieblingsplatz Kroatien: Sotovento
Die älteste Eiche der Insel Krk

Die meisten Bäume, Sträucher und Blumen zeigen ihre ganze Pracht gerade jetzt, in den warmen Frühlingstagen. Nicht so der älteste Eichenbaum auf Krk, der größten Insel Kroatiens im Norden der Adria. Sein prachtvolles Antlitz verschwindet mit jedem Tag mehr in der grün wuchernden Vegetation der mediterranen Landschaft Sotovento, wie der Westen der Insel Krk genannt wird. Wir haben die „alte Eiche“ besucht, bevor sie sich „versteckt“ hat.

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Video: Gordan Godec

Auf die Welt gekommen ist die Eiche wohl irgendwann um das Jahr 1600, meinen lokale Botaniker.

Zu dieser Zeit beherrschte die Dogenrepublik Venedig mit ihrer übermächtigen Schiffsflotte die Adria und das ganze Mittelmeer. Das Arsenal in Venedig galt als eine der größten und leistungsfähigsten Schiffswerften der Welt, in dem teilweise 16.000 Arbeiter über 100 Schiffe pro Jahr bauten.

Dies war ein bedeutsamer Umstand für die damals „kleine Eiche“, denn einer der wichtigsten Rohstoffe für den Schiffsbau war Eichenholz. Besonders begehrt waren die einzigartigen Eichen der Insel Krk. Im Gegensatz zu den kontinentalen, gerade wachsenden Artgenossen, ließ sie der berüchtigte Orkanwind Bura (italienisch: Bora), der seit jeher über die Insel fegt, krumm und schief wachsen – perfekt für den Bau gebogener Schiffsrümpfe.

Die "alte Eiche" überlebt venezianischen Raubbau

Für ihre Seeflotte holzten die Venezianer unter anderem auch die Wälder von Krk radikal ab. Aber die „alte Eiche“ hat – wie durch ein Wunder – überlebt. Vielleicht war sie einfach zu gerade, denn den westlichen Teil der Insel, „Soto veneto“, was so viel bedeutet wie im Schatten des Windes, verschont die Bura. Vielleicht haben sie den Baum auch einfach übersehen, so wie die Einheimischen später auch nie Notiz von ihm nahmen, da er fernab ihrer Siedlungen wuchs. In dem nächstgelegenen Dörfchen Poljica glauben so manche, ein Waldgeist müsse da seine schützende Hand im Spiel gehabt haben.

Rätselhafte Baumart

Nach rund 400 Jahren glänzt die „alte Eiche“ mit ihrer 20 Meter hohen Baumkrone und einem Stammumfang von über 5 Metern, was sie zu einer der größten ihrer Art macht. Dabei stehen die Botaniker bis heute noch vor dem Rätsel, um welche Eichenart es sich überhaupt handelt, denn ihre Merkmale (Blätter, Blüten, Rinde usw.) lassen keine eindeutige Einordnung zu.

Tourismus schützt die "alte Eiche"

Bekannt wurde die „alte Eiche“ erst vor 20 Jahren, als sie ein lokaler Fotograf zufällig und eher beiläufig zur Bebilderung in seinen Reiseführer aufnahm. Begeistert von den Bildern streiften immer mehr Sommerurlauber durch die Wälder des Sotovento auf der verzweifelten – und meistens ergebnislosen – Suche nach der „alten Eiche“. Vor einigen Jahren hatte dann die örtliche Tourismusbehörde ein Einsehen und nahm sie in die Liste der Inselattraktionen auf. Heute führen zahlreiche Rad- und Wanderwege vom Kloster Glavotok und dem Dorf Milohnici zur „alten Eiche“, die nun geschützt und umsorgt wird, damit sie auch noch weitere 400 Jahre weiterwachsen kann.

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