Angelobung der neuen Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein und ihrer Übergangsregierung in der Wiener Hofburg. Foto: BR | Vera Gasber

Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein
Österreichs neue Regierung der Beamten

Österreich hat seit der Veröffentlichung des „Ibiza-Videos“, das Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und seinen Adlatus Johann Gudenus u.a. beim Anbieten von Staatsaufträgen gegen Wahlkampfhilfe zeigte, „einige unerwartete Ereignisse“ erlebt, so die bewusst zurückhaltende Formulierung von Bundespräsident Alexander Van der Bellen bei der Vereidigung der neuen Übergangsregierung am Montag. Binnen zweieinhalb Wochen wurde Österreich von drei Regierungen regiert, jetzt ist die vierte Bundesregierung im Amt, und auch diese soll nach den Neuwahlen im September und der Vereidigung der künftigen Regierung wieder Geschichte werden. Diese an „Premieren“ so reichhaltigen Wochen haben mit der früheren Präsidentin des Verfassungsgerichtshofs nunmehr die erste Frau an der Spitze Österreichs hervorgebracht: Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein.

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Österreichs neue Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein bei ihrem ersten Statement nach der heutigen Angelobung. Foto: BR | Vera Gasber
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Gleich in ihrer ersten, kurzen Ansprache als Regierungschefin Österreichs machte die Top-Juristin klar, wofür sie steht und wovon sie überzeugt ist. Unabhängige Justiz, freie Medien, vorbildliche Beamtenschaft. Die 69jährige Kanzlerin, die eigentlich bis vor einer Woche noch ihrem wohlverdienten Ruhestand im Sommer entgegenblickte, will mit ihrem, jeweils zur Hälfte mit Frauen und Männern besetzten, Übergangskabinett Vertrauen gewinnen. Das klingt zunächst simpel. Doch nach dem erfolgreichen Misstrauensantrag gegen Sebastian Kurz von SPÖ, FPÖ und Liste Jetzt ist die neue Regierungschefin mehr als jeder ihrer Vorgänger auf das Vertrauen der Parteien im Nationalrat angewiesen. Und auf das Vertrauen der Bevölkerung in die Fähigkeit des Übergangskabinetts, für Stabilität in den nun beginnenden Wahlkampfzeiten zu sorgen. Wie sagte es doch Bundespräsident Alexander Van der Bellen, dessen Beliebtheitswerte von knapp 80 Prozent die Anerkennung seines umsichtigen, souveränen Krisenmanagements widerspiegeln, so treffend:

"Wir werden das schon schaffen, in guter österreichischer Manier"

Alexander Van der Bellen, Bundespräsident Österreich
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