Eurovision Song Contest 2019 - auch Albanien, Nordmazedonien, Serbien und Slowenien haben es geschafft, eines der begehrten Finaltickets zu lösen. Foto: picture alliance | TT NEWS AGENCY

Finale Eurovision Song Contest 2019
Der Balkan präsentiert sich souverän

Die Spannung steigt: Das große Finale des 64. Eurovision Song Contest in Tel Aviv findet kommenden Samstag statt. Zwei Semifinale wurden bereits geschlagen und etliche Länder sind dabei ausgeschieden. Besonders überraschend war das Scheitern des begnadeten Conan Osiris aus Portugal, dessen Musik wohl etwas zu sehr nach Avantgarde klang für die schlagergewöhnten Ohren. Auch aus unserem Berichtsgebiet in Südost- und Mitteleuropa hieß es bereits am nächsten Tag Farewell von so manchen Ländern. Mit Albanien, Nordmazedonien, Serbien und Slowenien haben es immerhin vier Länder geschafft, eines der begehrten Finaltickets zu lösen. Zeit für einen Ausblick darauf was uns morgen erwartet.

Nordmazedonien

Kaum hat das Land einen neuen Namen, gelingt ihm auch schon der Finaleinzug und zwar zum ersten Mal seit 2012. Tamara Todevska sang sich dramatisch ins Finale und beschwört in ihrem Lied „Proud“ den Zusammenhalt aller Frauen und Mädchen. Aber auch musikalisch wurde das Lied gut aufgenommen, zudem hat Tamara eine der besten Stimmen der Veranstaltung. Wirklich gelungen auch das Bühnenarrangement mit einem Spiel aus Spiegel und Lichtern, Einblendungen von verschiedensten Frauen und einer elegant gekleideten Solosängerin in einer Robe aus (!) Griechenland. Auch das funktioniert nun mit neuem Landesnamen.

Nordmazedonien

Video: Eurovision Song Contest

Slowenien

Intim und ganz persönlich. So könnte man die Performance von Zala Kralj & Gašper Šantl aus Slowenien bezeichnen. Völlig in weiß stehen die beiden auf der zur Milchstraße transformierten Bühne, besingen Sterne und Planeten und halten dabei drei Minuten lang die Blicke auf sich gerichtet. Ganz als wären sie die letzten beiden Menschen der Erde. Aber auch für die letzten unserer Art wird es bald vorbei sein wie Zala singt: „In jaz sem kot snežinka, ki čaka na pomlad –  Ich bin wie eine Schneeflocke, die auf den Frühling wartet.“ Einen Boom-Effekt gibt es zwar nicht, dafür sehr viel Herzschmerz.

Slowenien

Video: Eurovision Song Contest

Albanien

Ethno gut, alles gut lautete wohl das Motto von Albanien. Der Titel des Liedes Ktheju Tokës bedeutet etwa so viel wie „ins Land zurückkehren bedeutet“ und genau darum geht es auch: Jonida Maliqi singt über Auswanderung aus der Heimat und fordert alle Exilalbaner auf wieder zurückzukehren. Sie trägt das mit einer derartigen Inbrunst vor, man glaubt fast sie verkörpere das personifizierte Mutterland. Ob es für einen Spitzenplatz reicht, darf an angezweifelt werden – Startnummer zwei hat dabei selten geholfen.

Albanien

Video: Eurovision Song Contest

Serbien

Die eigentlich aus dem Kosovo stammenden Nevena Božović war bereits 2013 in Malmö als Mitglied der Girlband Moje 3 beim ESC und gilt daher als Veteranin. Ihr halb auf Serbisch halb auf Englisch vorgetragener Song Kruna (zu Deutsch: Krone) ist eine typische Balkan-Ballade und bietet wenig neues. Weitaus aufregender gestaltet sich dagegen ihr Auftritt: Nevena nimmt dabei die Rolle einer reich geschmückten Prinzessin ein, die sich durch eine Orgie aus Feuer und Eis kämpft. Game of Thrones Style auf der Eurovisionbühne.

Serbien

Video: Eurovision Song Contest

Die Spanne an Musikrichtungen und -genres ist dieses Jahr breiter denn jede. So finden sich unter den Favoriten der Wettquoten eine Fetisch-Hardcore-Rockband aus Island, eine hochglanzpolierte Pianoballade aus den Niederlanden und Pop-Opera vom feinsten aus Australien. Und auf Schweden ist sowieso immer Verlass. Wer den Titel am Ende nach Hause holt, erfahren wir am Samstag.

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