Der dem chinesische Ministerpräsident Li Keqiang beim EU-China-Treffen in Brüssel am 9.4.2019 Foto: dpa-Bildfunk Francisco Seco

Gipfel in Dubrovnik
Neue Seidenstraße: China kauft den Balkan?

Es ist ein Gipfel der Superlative für den Balkan. 16 Regierungschefs aus Mittel- und Osteuropa konferieren zwei Tage lang mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang. Einziges Thema: chinesische Investitionen in Infrastruktur und Schwerindustrie. Es geht um Milliarden, die China im Rahmen seines Projektes „Neue Seidenstraße“ in den 16 Ländern anlegen will. Trotz vieler Vorbehalte von Seiten der EU ist gerade Kroatien ganz vorne mit dabei.

Präsenz Chinas auf dem Balkan

Autor: Till Rüger

Kamera: Zarko Bogdanovic

Schnitt: Günter Stöger

Einige Kooperationsabkommen, darunter im Bereich der Bahninfrastruktur und Landwirtschaft, wurden bereits unterzeichnet, weitere sollen beim sogenannten 16+1-Gipfel folgen. Chinas Ministerpräsident Li Keqiang bezeichnete die bilateralen Gespräche mit dem kroatischen Amtskollegen Andrej Plenkovic als „fruchtbringend“. Die beiden Länder seien bereit, eine „diamantene Ära“ in ihren Beziehungen zu eröffnen. Der kroatische Premier sprach von einer „großen Chance“ für Kroatiens Wirtschaft.

Nach Informationen der Tageszeitung „Jutarnji list“ zeigten die Chinesen Interesse an der Bahnstrecke zwischen der Hafenstadt Rijeka und der Hauptstadt Zagreb. Mit der Erneuerung der Strecke, die den Hafen über Zagreb mit Budapest verbinden würde, würde der Hafen Rijeka zum größten Exporthafen für europäische Produkte nach China werden. Chinesische Firmen wollen sich auch an einer laufenden Ausschreibung für die 50-jährige Konzession für den Containerterminal im Hafen Rijeka bewerben. Darüber hinaus sollen Chinesen auch am angeschlagenen Schiffsbauunternehmen Uljanik interessiert sein. Der größte kroatische Schiffsbauer, der Werften in Rijeka und Pula betreibt und am Rande des Bankrotts steht, bräuchte dringend einen finanzkräftigen strategischen Partner.

Die Tür für Kooperationen mit China hat Kroatien bereits im Vorjahr geöffnet, als das staatliche chinesische Bauunternehmen China Road and Bridge Corporation (CRCB) den Zuschlag für den Bau der Peljesac-Brücke erhielt und bei dem Großprojekt die Mitbewerber aus der EU aus dem Feld schlug. Die Brücke soll insgesamt 420 Mio. Euro kosten, wovon 85 Prozent aus EU-Fonds finanziert werden. Die Bauarbeiten haben im vergangenen Juli begonnen. ARD-Korrespondent Till Rüger war unterwegs in Kroatien, Serbien und Montenegro und hat sich die Investitionen der Chinesen entlang der Neuen Seidenstraße genauer angeschaut.

Was Sie noch interessieren könnte

Kommentare (1)

katarina am

“ die Chinesen möchten sich mit dem neuen Kulturzentrum Sympathien erkaufen“. Wäre schoen, wenn man auch über Deutsche Stiftungen und NGOs auf dem Balkan so deutlich sprechen würde.
Der Beitrag ist ein sehr voreingenommener Beitrag. Den Einwohnern ist es egal, ob die Investitionen aus China oder sonst woher kommen.
Und einen österreichischen Banker argumentieren zu lassen, die EU muss sich an Gesetze halten nach dem Skandal und Hype Alpe Adria ist schon ironisch…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.