Expressionist, Migrant, Europäer
Oskar Kokoschka-Sonderschau im Leopold Museum

Es ist eine der bislang umfassendsten Retrospektiven über den schon zu seinen Lebzeiten als „Oberwildling“ titulierten Oskar Kokoschka, die das Leopold Museum im Rahmen seiner aufsehenerregenden „Wien 1900“-Schau nun der Öffentlichkeit präsentiert.

Ein Blick in die Ausstellung

Video / Schnitt: Daniel Dzyak

260 Objekte, darunter 80 Gemälde, 95 Arbeiten auf Papier sowie zahlreiche Fotografien, Publikationen und Dokumente sind auf einer Ebene des Museums angeordnet; insgesamt 64 Leihgeber aus 12 Ländern trugen dazu bei, dass nunmehr ein sehr umfang- wie facettenreiches Bild vom kreativen Wirken des Ausnahmekünstlers zustande gekommen ist.

Radikaler Erneuerer und Multitalent

Kokoschka zählt auch als einer der Mitbegründer des Österreichischen Expressionismus zu den wichtigsten Künstlern des 20.Jahrhunderts, ebenso wie seine früh verstorbenen Künstlerkollegen Richard Gerstl und Egon Schiele. Von den Nationalsozialisten als „entarteter“ Künstler diffamiert flüchtet Kokoschka zunächst von Wien nach Prag, dann nach England. Nach dem zweiten Weltkrieg siedelt er sich schließlich in der Schweiz an. Im Verlauf seines bewegten Lebens bestätigt sich sein künstlerischer Ruf als radikaler Erneuerer und Multitalent, denn Kokoschka arbeitet nicht nur als Maler, sondern auch als Zeichner, Druckgrafiker, Theaterregisseur, Literat und Dramaturg. Dabei beweist er sich auch als überzeugter Europäer, was die Ausstellung im Leopold Museum auch sehr anschaulich thematisiert.

Inspiration bis heute

Als Kokoschka am 22.Februar 1980 in Montreux stirbt, hinterlässt er ein Schaffensvolumen, dessen kreative Prägnanz die nachfolgenden Künstlergenerationen bis heute inspiriert und anleitet. Die Ausstellung im Leopold Museum, die in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Zürich, der Fondation Oskar Kokoschka in Vevey sowie dem Oskar Kokoschka-Zentrum in Wien entstanden ist, ist bis zum 8.Juli 2019 für die Öffentlichkeit zugänglich.

Was Sie noch interessieren könnte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.